Exklusiv

WhatsApp an alle Chart-(Ent)Täuschungen

Kolumne

Im Schlager-Genre gibt es immer wieder Themen, die diskutiert werden. In unserer neuen Kolumne „WhatsApp an…“ setzen wir uns mit allem auseinander, was Schlager-Deutschland bewegt. Unsere offenen Messenger-Nachrichten sind dabei selbstverständlich subjektiv. Diesmal ärgern wir uns über inflationäre Charts…

Kolumne: WahtsApp an ...
Frenzy Blitz, Helene Fischer und Kathi Kess - sind das wirklich alles echte Chartstürmer? Eine ja. Ratet mal…

Darf man Kritik am Schlager äußern? In dieser rosaroten Welt, wo angeblich jeder jeden lieb hat? Das ist natürlich Unsinn. Selbstverständlich darf man. Ich frage mich manchmal, was manche Künstler eigentlich gelernt haben. Sänger oder Sängerin ganz sicher nicht!

Und trotzdem stehen viele Schlager No-Names in einigen Charts plötzlich vor den etablierten Stars wie Helene Fischer, Andrea Berg, Roland Kaiser, Beatrice Egli oder Kerstin Ott und Ben Zucker. Ein Blick am Wochenende in die Schlager-„iTunes“ Download-Charts von Apple hat mich wirklich überrascht. Da stehen eine „Kathi Kess“ und „Frenzy Blitz“, die bereits Titel wie „Jung, blöd, besoffen“ veröffentlich hat, ganz ganz oben in den Schlager-Charts. OK…

Dass beim Deutschen Musik Fernsehen fast ausschließlich Telamo-Künstler die hauseigenen Charts dominieren, war auch irgendwie zu erwarten. Aber Leute, das Duo Vamos mit „Herz in Not“ auf Platz 2! Euer Ernst?

Die Charts sind keine Ponderosa!

Im Schlager-Genre sind die Charts (ich habe bei 76 aufgehört zu zählen…) inzwischen so inflationär wie die berühmten Gänsehautmomente. Und so authentisch aufrichtig wie ein Michael Wendler. Die Charts sind keine „Ponderosa“, wo am Ende immer alles gut ist. Und da wundern wir uns noch, dass den Machern großer TV-Sendungen und Live-Events diese Charts wirklich interessieren, wie Jair Bolsonaro sein brasilianischer Regenwald…

Es wird wirklich Zeit, dass die GEMA und das von ihr beauftragte Marktforschungsinstitut GFK hier neue Wege gehen und bei ihren „offiziellen“ Charts die echten Verkaufszahlen hinter den Positionierungen öffentlich machen.

Der Streaming-Dienst „Spotify“ ist hier schon fortschrittlicher. Jeder Nutzer kann hier die echten Streamingzahlen ablesen. Die oben genannte Kathi Kess kommt hier übrigens bis heute auf ganze 1047 Streams. Sei es ihr gegönnt. Denn sie mag ja eine „iTunes-Charts“- Lichtgestalt sein, aber wir Fans haben jetzt die Hand am Dimmer…

Hier zwei typische „Chart-Stürmer“-Videos!

Starmaker
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