Täuschung bei Schlager-Konzerten: Musik-Verlag kritisiert ungenügende Abrechnungen

Hintergrund-Info

Musikverlage vertreten die Rechte von Autoren und Komponisten von allen Schlager-Songs. Jetzt hat ein Musikverlag kontrolliert und festgestellt, dass in Deutschland zahlreiche Konzerte von Künstlern nicht abgerechnet wurden. Und dadurch zustehende Gelder verloren gingen.

Rudi Schedler - Geschäftsführer von Schedler Music
Geschäftsführer Rudi Schedler ärgert sich über fehlende oder falsche Konzertabrechnungen.

Alle großen Musik-Labels wie Sony, Universal oder Warner Music unterhalten Musikverlage, die dafür Sorge tragen, das Autoren und Komponisten von Songs das ihnen zustehende Honorar bekommen. Ein weiterer erfolgreicher Musikverlag ist „Schedler Music“ in Tirol.

Das Musik-Unternehmen vertritt die Rechte für aktuelle Hits vom „Who is Who“ der Deutschen Schagerszene wie beispielsweise Maite Kelly („Die Liebe siegt sowieso“), Andrea Berg („Mosaik“), Amigos, Vanessa Mai, Fantasy, Vincent Gross, Hansi Hinterseer, Semino Rossi, Beatrice Egli, Roland Kaiser, Mickie Krause, Thomas Anders und Florian Silbereisen oder Glasperlenspiel. Und übrigens auch für den Schlager-Jahrhundert-Hit „Atemlos“ von Helene Fischer. Der von tausenden Stars und Sternchen bei Konzerten und Live-Auftritten gecovert wurde und immer noch wird…

63 Prozent nicht abgerechnet

Nun hat der Verlag „Schedler Music“ 1121 Deutschlandkonzerte von Künstlern aus verschiedenen Genres untersucht und dabei festgestellt, dass 704 Konzerte, also rund 63 Prozent, nicht abgerechnet worden sind. Bei weiteren 156 Konzerten, etwa 14 Prozent, seien zwar einzelne Songs, jedoch nicht das komplette Konzert angegeben worden. Durch diese Versäumnisse entgingen den Autoren und Partnern zustehende Gelder, ärgert sich der Musikverlag zu Recht.

"Wir wollen, dass unseren Autoren und Partnern die zustehenden Gelder abgerechnet werden - nicht mehr und nicht weniger", sagt Rudi Schedler, Geschäftsführer Schedler Music zu „MusikWoche“. Aber oft werden sogenannte „Set-Listen“ der Songs, die die Künstler bei ihren Auftritten singen überhaupt nicht abgeggeben oder relativ häufig fehlen einfach einzelne Stücke in der Live-Abrechnung.

So lag die Nicht-Abrechnungsquote in den vergangenen Jahren laut den Verlegern zwischen 65 und 75 Prozent. Dieses Geld, das über die GEMA und den Verlagen abgerechnet wird, fehlt den Autoren und Komponisten dann. Durch ein spezielles Controlling-Tool kann der Verlag „Schedler Music“ jetzt nicht nur einzelne Konzerte, sondern die einzelnen Songs des jeweiligen Konzertes überprüfen.

Das ist Betrug am Schlager!

Auch der erfolgreiche Schlager-Autor Tobias Reitz (SchlagerPlanet berichtete) hat sich nun für den Deutschen Textdichter-Verband zu diesem Thema gemeldet: „Auch und gerade für Textdichter, die ihre Werke nicht selbst aufführen, ein wichtiges Thema: Eine Nicht-Abrechnungsquote bei Liveaufführungen von 65 - 75 Prozent ist deutlich zu hoch.

Wir von SchlagerPlanet sagen, dass jeder, der kreativ hinter einem Schlager steht, auch gerecht dafür bezahlt werden muss. Ganz gleich ob Künstler oder Autor und Komponist. Alles andere ist Betrug am Schlager!

Starmaker
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