So klingt Adel Tawils neues Album „Alles lebt“

Reingehört

Adel Tawil präsentiert mit „Alles lebt“ sein drittes Solo-Album und versucht dabei aktuell angesagte urbane Sounds in seinen Pop zu integrieren. Ob das gelingt?

Adel Tawil veröffentlicht sein neues Album „Alles lebt“.
Adel Tawil veröffentlicht sein neues Album „Alles lebt“.

Zwei Jahre ist es her, dass Adel Tawil mit seinem letzten Album „So schön anders“ bis auf Platz 1 der deutschen Charts kletterte. Mittlerweile hat die CD Platin-Status erreicht. Große Fußstapfen also, die Adel Tawils neues Album „Alles lebt“, das am 21. Juni 2019 erscheint, füllen muss. Angst braucht der Pop-Poet aus Berlin aber nicht zu haben. Das bewiesen schon die Single-Auskopplungen, die vorab erschienen sind.

Adel Tawil ist eine echte Deutsch-Pop-Marke

Mit seinem Song „Lieder“ hat Adel Tawil im Jahr 2013 einen Deutsch-Pop-Song für die Ewigkeit geliefert, der immer noch gerne von Radio DJs ins Programm genommen wird. Der Ich+Ich-Sänger legte damit den Grundstein für seine Solo-Karriere und hat sich längst als eigenständige Marke im deutschen Musikmarkt etabliert.

Mit dem neuen Album will Tawil nach eigener Aussage neue Wege gehen und einen Mix aus Pop und urbanem Sound kreieren. Er erklärt: „Irgendwie bin ich ja immer auf der Suche nach Identität und auf der Suche nach was Neuem. Ich will Neues erschaffen. Neue Songs und Sounds finden und erfinden. Ich will neue Sachen machen. Ich will experimentieren, ich will suchen. Der Anspruch an dieses Album war einen neuen Sound zu finden, der für mich eine Entwicklung, einfach das nächste Level darstellt.“ 

Adel Tawils „Alles lebt“ verbindet Rap-Sounds mit Melodie-Pop

Was denn nun urbaner Pop sein soll, erschließt sich gleich mit dem ersten Song auf „Alles lebt“ etwas besser: „Liebe to go“ ist ein Mix aus klassischem Tawil-Gesang und kürzer gehaltenen Strophen, die in Richtung Rap gehen. Dazu gibt es ein minimalistisch gehaltenes Soundbett mit kräftigem Synthi-Bett. Obenauf packt der Sänger viele kleine Sound-Details, wie kurze Backing-Vocal-Parts. Die musikalische Idee erinnert ein wenig an Produktionen von Justin Timberlake.

Den Einfluss, den der aktuell sehr erfolgreiche Deutsch-Rap auf Adel Tawils neues Album hatte, hört man in fast allen Liedern. Ein anderes Beispiel? Die diversen Markennamen, die genannt werden, sind im Rap längst zum Stilmittel geworden. Allein in „Katsching“ nennt Tawil, Polo, Boss, Lego und viele mehr. Das Duett mit Nummer-Eins-Rapper Bausa namens „Hawaii“ setzt der Idee von der musikalischen Pop-Rap-Verbindung auf „Alles lebt“ dann die Krone auf.

Macht Adel Tawil jetzt Rap? Nein!

Bei allen Rap-Einflüssen, textlich, wie musikalisch, ist „Alles lebt“ aber keinesfalls ein Hip-Hop-Album. Adel Tawil holt sich zwar ordentlich Einflüsse aus dem Urban-Genre, liefert dazu aber auch genug von dem Tawil-Stil, für den ihn die Fans bislang so feierten. Selbst in den Rap-lastigeren Songs, kombiniert er diese mit langgezogenen und teils hymnischen Refrain-Parts. Und dann gibt es auch noch reichlich „echte“ Pop-Songs, wie der Titel-Song „Alles lebt“, „Unter dem selben Himmel“ oder „Neonfarben“ und einige schöne Balladen („DNA“ oder „Denkmal aus Eis“).

Adel Tawil/youtube

Fazit

Mit „Alles lebt“ liefert Adel Tawil einen sehr gelungenen Mix aus seinem ganz eigenen Pop-Sound, der auch immer schon von Balladen und tiefgründigen Texten geprägt war, und urbanem Rap-Sound, der aktuell die Charts regiert. Die CD wirkt allgemein sehr durchdacht und das Konzept geht in diesem Fall definitiv auf!

Song-Tipp der Redaktion: „1000 gute Gründe“

Hier kommen alle Songs auf Adel Tawils neuem Album „Alles lebt“ im Überblick:

  1. Liebe to go
  2. Katsching
  3. Tu m'appelles (feat. PEACHY)
  4. Neues Ich
  5. Hawaii
  6. DNA
  7. Alles lebt
  8. Sie rennt
  9. Unter dem selben Himmel
  10. 1000 gute Gründe
  11. Neonfarben
  12. Atombombe
  13. Wohin soll ich gehen
  14. Denkmal aus Eis
So sieht das Cover von Adel Tawils neuem Album „Alles lebt“ aus.
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Richard Strobl
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