Die Ahnenhalle des „Musikantenstadls“

„Stadl“-Geschichte

Karl Moik ist die Vergangenheit, Andy Borg die Gegenwart und Francine Jordi sowie Alexander Mazza die Zukunft. Der „Musikantenstadl“ sattelt in Kürze um. SchlagerPlanet unternimmt einen Streifzug durch die verschiedenen Moderationen der Sendung.

Andy Borg Karl Moik
Andy Borg folgte 2006 auf Karl Moik.

Andy Borg ist beim „Musikantenstadl“ schon bald Vergangenheit. In Kroatien erweisen ihm Gäste wie Andreas Gabalier oder die Amigos die letzte musikalische Ehre. Mit der Zeit tritt der 54-Jährige nun in die Ahnenhalle der Eurovisionssendung ein – als angeblich alternde aber sicherlich schöne Erinnerung. Aber es gab auch ein „Stadl“-Leben vor dem sympathischen Wiener. Ein kleiner Hund, der lustige Hias und der unvergessene Karl Moik formten den Einstand der Sendung im Jahre 1981, als sie vorerst nur in Österreich lief.

Karl Moik

Karl Moik gilt als Begründer des „Musikantenstadls“, dem Format, wo Schunkeln zum guten Ton gehört. Gezielt war zu Beginn der 80er nach einer solchen Sendung gesucht worden. 1981 lief die erste Folge in Österreich, ab 1983 wurde die Schunkelshow auch in Deutschland ausgestrahlt. Viele Jahre stand ihm der Bauernbursche Hias zur Seite, der mit Sketchen und Witzen die Moderation bereicherte. Auch der Dackel Wastl war dem Österreicher stets bei Fuß. 2005 schlug für den damals 67-Jährigen die letzte „Stadl“-Stunde, sein Vertrag wurde nicht verlängert und auch das 25-jährige Jubiläum der Show wollte er nicht als Moderator beschreiten. Am 26. März verstarb Karl Moik in einem Krankenhaus in Salzburg im Alter von 76 Jahren. Im anschließenden „Musikantenstadl“ aus dem Burgenland wurde seiner gedacht.

Andy Borg

Das Erbe von Karl Moik trat der Entertainer Andy Borg im Jahr 2006 an. Der Wiener hatte bereits in den ersten Jahren des „Stadls“ Erfolge als Schlagersänger feiern können. Mit der Moderation von „Schlager Paraden“ im Fernsehen baute er sich ein Standbein als Moderator in der volkstümlichen Szene auf. Beim Publikum und in der Branche erfreute sich der heute 54-Jährige einiger Beliebtheit. Jedoch verordneten die Macher dem Format eine Verjüngungskur, Teil der Behandlung: eine Entledigung von Andy Borg. Der Moderator hatte sich im Vorfeld für eine Fortsetzung der gefährdeten Sendung stark gemacht, umso mehr schmerzte es ihn, dass die Verjüngung der Show ohne ihn stattfinden soll.

Francine Jordi und Alexander Mazza

Der „Stadl 2.0“, wie er in einer Pressemitteilung heißt, hat zwei neue Gesichter, die mit 42 und 38 Jahren immerhin etwas jünger sind als Vorgänger Andy Borg. Francine Jordi ist seit vielen Jahren als Sängerin oder Moderatorin in der Volksmusikwelt erfolgreich. Alexander Mazza hingegen hat keine Berührungspunkte mit der volkstümlichen Szene, was ihm von vielen „Stadl“-Anhängern zur Last gelegt wird. Mit den beiden hat das Format zudem zum ersten Mal keinen Österreicher am Mikrofon. Insgesamt sorgte das Moderatoren-Duo für keine großen Sprünge der Begeisterung. Sowohl die Zuschauer als auch viele Musiker halten weiterhin an ihrem Andy Borg fest. Die Feuertaufe für Francine und Alexander gibt es am 12. September in Offenburg.

So einiges soll sich ändern beim „Musikantenstadl“, der über vier Jahrzehnte eine Oase der volkstümlichen Klänge war! Während über die ganzen Änderungen noch Stillschweigen bewahrt wird, fragt sich mit Sicherheit bereits der ein oder andere, „Was soll der ‚Stadl‘ jemals anderes sein, als ein Format, wo mit Stolz geschunkelt wird?“.

Melanie Gladbach
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