Olaf der Flipper: „Ich bin glücklich, dass ich 70 werde“

Olaf Malolepski im Interview zum 70. Geburtstag

Geburtstags-Interview

Olaf Malolepski, der letzte singende Flipper, feiert am 27. März seinen 70. Geburtstag. 70 Jahre voller beruflicher Erfolge und familiärem Rückhalt. Der Schlagersänger zieht Bilanz.

Olaf Malolepski Interview
Olaf der Flipper beim Interview in der Redaktion.

Über 40 Millionen verkaufte Tonträger, 46 Jahre Chart-Erfolge, 64 Gold- und Platin-Awards, 23x Top10-DVD/CD-Charts, ausverkaufte Konzerthallen und Arenen – Olaf der Flipper hat in seiner Karriere so einiges erreicht. Ende des Monats wird der Schlagersänger 70. Grund genug für den Sänger, nicht nur eine CD zum Jubiläum zu veröffentlichen, sondern auch Bilanz zu ziehen.

70 ist auch nur eine Zahl

„Altern ist scheiße“, so die klare Meinung von Jürgen Drews, der im vergangenen Jahr selbst seinen 70. Geburtstag feierte. Ganz so krass wie sein Kollege sieht Olaf Malolepski das aber nicht, sondern eher nüchtern: „Korrekt, das ist eine Zahl. Ich bin glücklich, dass ich einfach 70 werde. Ich freu mich, sonst wäre ich tot.“ Dennoch denkt Olaf natürlich über das Älterwerden nach: „Ein paar Freunde sind ja schon gegangen. Und da denkt man etwas mehr dran.“

Seine Familie ist dem Schlagersänger sehr wichtig: „Familie, das soziale Umfeld, da schöpft man Kraft raus. Man braucht jemanden, der mit dabei ist. Wenn man mal abhebt, der einen wieder beruhigt.“ Seine Frau Sonja ist immer mit dabei, seit 45 Jahren sind die beiden schon verheiratet und glücklich: „Wichtig in einer Beziehung? Nummer 1 ist: man muss sich lieben. Nummer 2: man muss tolerant sein. Man muss auch mal lange Leine lassen. Und das Wichtigste: die vermeintlichen Fehler des Partners einfach gar nicht sehen, ignorieren.“ Auch seine Kinder, Pia und Sven, hat der 69-Jährige immer an seiner Seite. Tochter Pia ist selbst Sängerin und die beiden haben bereits viele gemeinsame Auftritte gefeiert.

„Ich glaube, dass ich jetzt intensiver lebe“

Diese Kraft hat ihn in all den Jahren geprägt und ihn trotz großer musikalischer Erfolge, auch genau den Olaf bleiben lassen, der er heute noch ist.“ Ich hab mich in meiner Lebensfreude, in meinem positiven Verhalten, nicht verändert. Ich glaube, dass ich jetzt intensiver lebe. Das heißt, dass ich jetzt in dem Moment besser lebe als früher. Früher war ich so oberflächlich, aber jetzt bin ich so einer, der das genießt. Wenn ich jetzt ein Viertel Wein trinke, genieße ich das vielleicht mehr als vor 40 Jahren.“

Bei all der positiven Bilanz, gibt es doch aber bestimmt etwas, was man vielleicht rückblickend anders machen würde, in seinem Leben? „Man lernt aus der Vergangenheit und versucht die Fehler, die man damals gemacht hat, einfach nicht mehr zu machen. Aber man macht immer wieder das Gleiche. Ich glaube, ich würde das alles wieder so machen wie es war, so der Flipper.

Der große Erfolg, den er viele Jahrzehnte mit den Flippers feiern konnte, ist dem Sänger durchaus bewusst. Noch immer sieht er das nicht als selbstverständlich an, sondern weiß genau um das glückliche Schicksal, das ihn auf seinem Weg begleitet hat. „Dass ich da mal stehe, da hatte ich natürlich viel Glück. In unserem Beruf ist das das Wichtigste. Viele können phantastisch singen, Mädels wie Buben, aber man braucht Glück, die richtigen Menschen um sich. Die Mosaiksteinchen müssen alle so zusammenkommen, dass es klappt. Man kann es nicht zu oft wiederholen: da brauchst du Glück. Dann klappt es vielleicht.“

Zum Geburtstag gibt Olaf „richtig Gas“

Seinen Geburtstag am 27. März feiert Olaf der Flipper „nicht so groß“, wie er sagt. „Wir sind so 200 Leute. Weggefährtinnen und Weggefährten, Menschen, die mein Leben begleitet haben. Über jeden könnte ich eine Story erzählen und das wird richtig Hammer. Wir geben richtig Gas. Bis morgens um Sechs.“ Auch sonst sind seine Wünsche zum 70. eher bescheiden. Mit der Familie, den Freunden und den Fans seinen 70. Geburtstag zu feiern, sei ihm das größte Geschenk in der heutigen Zeit, schreibt er auf dem Cover seines Albums „Du bist wie Champagner“, das diesen Freitag, am 25. März erscheint und mit dem er sich gleich selbst ein Geschenk gemacht hat. Und 70 ist ja eh „nur eine Zahl“

Stefanie Rigling
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