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Natasha Sass im Interview: „Schlager ist einzigartig!“

Schlager aus Malaysia

Natasha Sass ist in Malaysien ein echter Star und versucht sich nun am deutschen Schlager. Wir sprachen mit der jungen Sängerin über den Schritt in das Heimatland ihres Vaters.

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Natasha Sass will mit ihrer Musik nun auch im deutschen Schlager durchstarten.
Natasha Sass hat mit „Wenn ich schlaf“  eine Single auf Deutsch veröffentlicht.

Natasha Sass ist in ihrem Heimatland Malaysien ein echter Pop-Star und das mit gerade einmal 18 Jahren. Nun versucht sich die junge Sängerin am deutschen Schlager und kehrt damit in das Land ihres Vaters zurück, der einst aus Liebe zu Natashas Mutter nach Südostasien auswanderte. Hilfe bekommt die Sängerin bei ihrem Sprung in die Schlager-Welt vom musikalischen Schwergewicht Tobas Reitz, der schon als Texter für Stars wie Helene Fischer, KLUBBB3 oder Vanessa Mai geschrieben hat. SchlagerPlanet sprach mit Natasha Sass über ihren mutigen Schritt und ihre Single „Wenn ich schlaf“ und hatte dabei auch die Gelegenheit einige Fragen an Tobias Reitz zu stellen.

SchlagerPlanet: Du bist in Malaysia ein Star. Wie kommt es, dass Du jetzt auch in Deutschland durchstartest?

Natasha Sass: Mein Vater kommt aus Deutschland. Ich bin also halb-deutsch. Ich hab 2015 zweimal die Möglichkeit bekommen im ZDF-Fernsehgarten aufzutreten. Das waren meine ersten Shows in Deutschland. Ich habe danach viele deutsche Songs für mich entdeckt, wie „Lieblingsmensch“ von Namika und „Wie schön du bist“ von Sarah Connor. Das hat mich neugierig gemacht deutsch zu singen.

Ich bin in Kuala Lumpur und Singapur in deutsche Schulen gegangen und deshalb sowieso mit der deutschen Sprache vertraut. Nach dem Fernsehgarten hatte ich Glück und habe Tobias Reitz kennengelernt. Er hat mit mir die ersten Songs aufgenommen und ist heute mein Produzent. Jetzt haben wir meine erste Single veröffentlicht: „Wenn ich schlaf“.

SchlagerPlanet: Welchen Unterschied gibt es zwischen der malaysischen und der deutschen Musik?

Natasha Sass: In Malysia sind die meisten erfolgreichen Songs dramatische Balladen. In Deutschland ist die Musik – zumindest im Schlager – sehr viel fröhlicher. Englische Songs werden in beiden Ländern viel gehört.

SchlagerPlanet: Machst Du weiterhin in Malaysia Musik?

Natasha Sass: Ja, schon. Wir planen auch da neue Songs auf Englisch und Malaiisch zu veröffentlichen. Im Herbst hab ich noch einige Shows und Konzerte dort. Der Fokus liegt aber im Moment auf dem deutschsprachigen Repertoire. Ich freue mich!

SchlagerPlanet: Deine Single „Wenn ich schlaf“ ist auch als „Schlager Mix" heraus gekommen. Was ist bei der Version anders?

Natasha Sass: Die originale Single-Version ist etwas balladenhafter, vielleicht eher eine Mischung aus Pop und Schlager. Der „Schlager Mix“ ist Schlager pur – ganz zeitgemäß und so wie ihn die Leute lieben. Was die zwei Versionen aber gemeinsam haben: Ich finde beide richtig gut! 

SchlagerPlanet: Was fasziniert Dich so am Schlager?

Natasha Sass: Dass er seine eigene Identität hat. Für mich war Schlager vor ein paar Jahren noch etwas Neues, und keiner konnte ihn mir wirklich richtig erklären. Schlager ist „unique“, wie man im Englischen sagt: Einzigartig! Schlager hat Einflüsse aus allen musikalischen Richtungen. So wie ein Gericht, das über viele Jahre gekocht wird, und mit jeder neuen Zeit kommen neue Gewürze dazu, die diese Musik immer leckerer machen.

SchlagerPlanet: Welches sind Deine musikalischen Vorbilder?

Natasha Sass: Ich hab mehrere, und jeden aus einem anderen Grund. Michael Jackson, Selena Gomez und Helene Fischer – alles Leute mit unglaublichen Fähigkeiten! Ariana Grande und Beyoncé find ich auch stark. Meine Vorbilder außerhalb der Musik sind meine Eltern. Und alle Menschen, die sich bemühen zu wachsen und bessere Menschen zu werden.

SchlagerPlanet: Stimmt es, dass Du am 1.1.2000 geboren wurdest?

Natasha Sass: Ja, das stimmt. Ich bin, wie man sagt, ein Millennium-Baby.

SchlagerPlanet: Hat dir das Datum Glück gebracht?

Natasha Sass: Bis jetzt auf jeden Fall. Ich kann nur dankbar sein für das schöne Leben, das ich habe. Meine Eltern unterstützen mich; ich hab ein gutes Zuhause. Und dafür, dass ich 18 bin, ist auch musikalisch schon viel passiert.

SchlagerPlanet: Was sind Deine weiteren Pläne in Deutschland?

Natasha Sass: Am Freitag wird „Wenn ich schlaf“ als Premium Single in die Download-Shops und auf die Streaming-Plattformen kommen. Darauf sind sechs (!) Mixe des Songs: Single Version, Schlager Mix, Lobster Mix, Candlelight Mix, Tropical Sunrise Mix und auch die Playback-Version des Schlager Mix. Für alle, die den Song selbst nachsingen wollen. Außerdem ist auch ein neuer Song als Bonustrack mit dabei: „Gold“. Im Herbst erscheint dann meine zweite Single „Seelenverwandt“, die wir gerade vorbereiten. Dann darf ich den lieben Jonathan Zelter wieder bei ein paar Konzerten unterstützen. Er hat mir schon zu meinem ersten Auftritt mit „Wenn ich schlaf“ verholfen und auch den wunderschönen Song „Mein Kopf, mein Bauch, mein Herz“ für mich geschrieben. 2019 erscheint dann mein erstes Album. Da wird der Song auch drauf sein.

Darum unterstützt Tobias Reitz Natasha

Unterstützung bekommt Natasha Sass von keinem geringeren als Tobias Reitz. Der 38-Jährige Liedtexter steuerte schon Strophen und Refrains für Lieder von Helene Fischer, KLUBBB3, Vanessa Mai und Semino Rossi bei. Für Natasha Sass gründete er mit einigen Kollegen sogar ein eigenes Label. Uns hat er erklärt wie es dazu kam und warum er sich so ins Zeug legt für die junge Sängerin.

SchlagerPlanet: Du hast schon für alle großen Namen des Schlagers geschrieben. Jetzt produzierst Du Natasha Sass. Was fasziniert Dich so an dieser jungen Künstlerin?

Tobias Reitz: Ihre Aura, ihre Stimme, ihr ganzes Wesen und natürlich auch ihre Geschichte. Dass ein junges Mädchen ihre Heimat und eine laufende Karriere als Popsängerin zurücklässt um am anderen Ende der Welt mit Schlagern in der Sprache ihres Vaters und ihrer Großeltern durchzustarten, berührt mich. Und es macht mich auch stolz mit so einer Künstlerin zu arbeiten.

 

SchlagerPlanet: Du hast mit „Taxi 28 Musik“ sogar ein eigenes Label für Natasha gegründet. Warum habt ihr euch dazu entschlossen?

Tobias Reitz: „Ihr“ ist genau richtig: Taxi28 Musik sind Alexander „Xandi“ Dimitrov und ich. Xandi war Promo-Chef und Marketing-Manager bei der Ariola, wo wir uns auch kennengelernt haben. Ich mag und schätze diesen Mann ohne Ende! Wir wollten schon lange zusammen arbeiten. Mit Natasha schien uns das eigene Label der richtige Weg um sie mit der nötigen Ruhe, Geduld und mit langem Atem aufzubauen.

SchlagerPlanet: Was läuft mit dem eigenen Label besser?

Tobias Reitz: In einer Zeit, die so stark von Digitalisierung, Überangebot und medialem Umbruch geprägt ist, werden Major-Labels immer vorsichtiger, wenn es darum geht jungen Künstlern eine Chance zu geben. Aber diejenigen Newcomer, die eine Chance bekommen, müssen dann auch schnell funktionieren und die hohen Erwartungen erfüllen. Ich kann das verstehen, aber ich betrachte es auch kritisch.

Tobias Reitz: Bei Natasha jedenfalls hatte ich das Gefühl, dass sie einen hervorragenden Weg vor sich haben könnte. Sie singt großartig, ist in ihrer Art und ihrem Aussehen absolut bezaubernd und einzigartig. Jetzt gilt es den Weg mit ihr zu gehen und nichts an ihr durch Eile kaputtzumachen. 

SchlagerPlanet: Wo wird Natasha in fünf Jahren in Deutschland sein? Hat sie das Potenzial zu einer neuen Helene Fischer oder Vanessa Mai?

Tobias Reitz: Sie hat das Potential für einen festen Platz im Musikgeschehen. Und sie hat auch das Potential große Hallen zu füllen. Ob das in fünf Jahren schon passiert, weiß niemand.

SchlagerPlanet: Was macht einen guten Songtext aus?

Tobias Reitz: Ein guter Songtext verschmilzt mit der Musik und wird mit ihr zu einer Einheit. Ein guter Songtext bringt außerdem poetisch etwas zum Ausdruck, das in seinen Hörern schon vorhanden ist, das man aber selbst nicht so ausdrücken könnte. Er artikuliert also eine Sehnsucht – und gibt ihr ein gutes Bild.

SchlagerPlanet: Was war in Deinen Augen der schönste und schlimmste Songtext, den Du jemals geschrieben hast? Und warum?

Tobias Reitz: Jetzt muss ich lachen! Der schlimmste Songtext wurde natürlich nie veröffentlicht! Und warum auch?! Die Leute sind ja schließlich nicht doof.

Zu meinen schönsten Songtexten gehört sicherlich „Du fängst mich auf und lässt mich fliegen“ von Helene Fischer. Mit dem Song ging 2007 meine Karriere als hauptberuflicher Schlagertexter los. Außerdem ist er autobiographisch. Er beschreibt meine eigene Beziehung. Von Helene liebe ich außerdem die Texte zu „Wär heut mein letzter Tag“ und „Wenn du lachst“. Aber auch „Das Leben tanzt Sirtaki“ von KLUBBB3 ist uns, glaube ich, gut gelungen oder „Du hast mir Glück gebracht“ von Angelika Milster oder „Am Anfang der besten Geschichten“ von Mary Roos.

SchlagerPlanet: Wie sieht die Zukunft des Schlagers aus?

Tobias Reitz: Ich hoffe gut. Die Menschen lieben ihn. Im Fernsehen funktioniert er nach wie vor; ebenso live. Sorgen machen uns in erster Linie das Radio und die Verkaufszahlen.

SchlagerPlanet: Was sind Deine nächsten Projekte?

Tobias Reitz: Erholung! Ich arbeite ein bisschen zu viel. Das ist mit einer Aufbau-Künstlerin und einem eigenen Label natürlich auch nicht weniger geworden. Und ich schreibe in der Tat viele Texte – was manche Künstler und Kollegen schon als „zu viele“ kritisiert haben. Aber was soll ich machen, ich schreibe nun mal gerne viel. Ich glaube, nur wenn ich textdichten kann, bin ich zu 100% ich.

Richard Strobl
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