„Frauen denken ein bisschen anders als Männer“

Mit den Augen einer Frau

Fans vom Nockalm Quintett aufgepasst! Am 10.5. erscheint das neue Album „Mit den Augen einer Frau“. SchlagerPlanet hatte Sänger Gottfried Würcher am Telefon und stellte ihm interessante Fragen…

Nockalm Quintett
Die Nockis überraschen mit ihrem neuen Album „Mit den Augen einer Frau“

Gottfried Würcher: „Das ist ja schon die 38. CD. Für mich ist die Arbeit nichts Neues. Es ist eigentlich immer dasselbe. Neu sind die Ideen und die Umsetzung. Doch es gibt keine großen Unterschiede.“

  • SP: „Inwiefern unterscheidet sich das neue Album von Ihren anderen CDs?“

GW: „Die Lieder sind natürlich neu. (lacht…) Wir versuchen beim Produzieren immer neue Ideen umzusetzen. Man braucht das Rad natürlich nicht neu erfinden, das wollen wir auch nicht. Wir versuchen einfach unsere Ideen umzusetzen. Zum Beispiel mit dem Duett mit Rosanna Rocci! Dann gibt es erstmals ein Duett, das ich mit meinem Bandkollegen Sigi singe. Es ist mir wichtig, dass wir immer wieder etwas Neues bringen.“

  • SP: „Welcher Song auf dem Album spiegelt die leichte Veränderung am besten wider?“

GW: „Wir haben uns eigentlich nicht verändert. Wir wollen gute Musik machen und die versuchen wir einfach umzusetzen. Ich bin glücklich, nicht neue Wege gehen zu müssen, um interessant zu bleiben. Wir haben gute Titel und müssen die gut umzusetzen – und das machen wir.“

  • SP: „Was bedeutet der Album-Titel ‚Mit den Augen einer Frau‘ für Sie persönlich?“

GW: „Frauen denken ein bisschen anders als Männer. Frauen fühlen ein bisschen anders. Wir versuchen einfach mit einem Lied auszudrücken, dass Frauen einfach ein bisschen anders sind, als wir Männer. Männer neigen vielleicht doch ab und an dazu, oberflächlich oder gestresst zu handeln. Doch eine Frau erwartet sich etwas mehr. Sie ist gefühlvoll und hat Herz. Männer lieben doch etwas oberflächlicher. Wenn eine Frau verliebt ist, dann ist sie das bis über beide Ohren. Männern geht es da bestimmt auch so, nur spielen Ausnahmen doch manchmal auch eine Rolle. Mit den Augen einer Frau sieht die Welt ganz anders aus. Eine Frau will das ‚Danach‘, sie will das Kuscheln, sie will das Händchenhalten, eine Frau möchte liebe Worte und ein Essen bei Kerzenschein. Dem Mann ist es oftmals wichtig, dass was auf dem Tisch ist. Da gibt es schon Unterschiede. Ich glaube, wir werden aus vielen Frauenherzen sprechen!“

  • SP: „In Ihrem neuen Album thematisieren Sie die unterschiedliche Herangehensweise und Auffassung zwischen Mann und Frau vor allem in Sachen Liebe. Was war der Beweggrund, mehr auf die weibliche Intuition zu achten?“

GW: „Es werden uns immer Texte angeboten, wir gehen dann die Texte durch und entscheiden dann gemeinsam, ob sie zu uns passen. Zeilen wie ‚Mit den Augen einer Frau‘ sprechen nicht nur uns an, sondern viele Menschen. Wir wollen damit nicht sagen: Ab heute sind die Nockis die ganz großen ‚Frauen-Versteher‘. Den ‚Schwarzen Sand von Santa Cruz‘ haben wir besungen. Doch diesen gibt es so oft auf der Welt, aber wir meinten einen ganz bestimmten. ‚Mit den Augen einer Frau‘ ist das ähnlich. Wir versuchen darzustellen, wie es in der Realität ja auch ist. Viele Frauen denken: ‚Ach, das wäre schön, wenn er ein bisschen mehr Zeit mit mir verbringen könnte. Die Zeit, die wir zu zweit erleben konnten, war zwar schön, aber dann musste er leider wieder gehen.‘ Eine Frau möchte auch mal Zeit zum Kuscheln oder für ein schönes Gespräch finden. Das sind eben die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen. Das wollen wir eben mit dem Lied ausdrücken. Das ist das schönste Kompliment, das wir bekommen können.“

  • SP: „Den textlichen Inhalt haben Sie auch optisch umgesetzt. Wie kam es zu der außergewöhnlichen Idee für das Album-Cover?“

GW: „Wir wollten einfach ausdrücken, dass ein Mann die Welt so und eine Frau die Welt aber mit anderen Augen sieht. Diese Frau ist also vertretend für alle Frauen, die sagen: ‚Wir sehen die Welt ein bisschen anders‘. Bisher habe ich auch nur gute Reaktionen erlebt, die meisten finden das Cover originell.“

  • SP: „Auf dem neuen Album ist das Duett ‚Volare‘ mit Rosanna Rocci zu hören. Warum Rosanna Rocci und wie kam es zu diesem Duett?“

GW: „Der Song hatte schon im Demo etwas ‚Italienisches‘ und mir ist keine andere Partnerin eingefallen, als Rosanna Rocci - die ist da einfach perfekt! Sie hat eben diesen leicht italienischen Touch in ihrer Stimme und auch in der Aussprache. Da war mir klar, dass sie super passen würde und die Plattenfirma hat das dann auch möglich gemacht. Auch sie ist glücklich darüber, so viel mir bekannt ist! Ich würde mir sehr wünschen, dass dieser Titel auch unserem Publikum so gut gefällt wie uns. Damit die Leute sagen: ‚Das ist endlich mal wieder was Frisches und die Kombination Rosanna Rocci und die Nockis – das gefällt mir.‘“

  • SP: „Sie dürfen sich inzwischen über 30 Jahre Bühnenerfahrung freuen. Wie würden Sie das Gefühl beschreiben, nach so vielen Jahren auf die Bühne zu gehen und für Fans zu singen?“

GW: „Es ist einfach nur schön, nach 30 Jahren immer noch auf der Bühne zu stehen, es gibt nicht viele Gruppen, die seit 30 Jahre auf der Bühne stehen durften. Ich bin sehr stolz, dass wir es geschafft haben. Das ist wirklich eine lange Zeit, nicht jede Ehe hält so lang. Wenn man dann 30 Jahre schafft, muss man doch Einiges richtig gemacht haben. Es ist nicht nur, dass man gute Musik macht und gute Ideen umsetzt – es ist viel mehr. Es geht ja auch um den Charakter. Man ist ja mit den Kollegen 30 Jahre ständig unterwegs und zusammen. Da muss man auch ein bisschen Herz, Gefühl und Nachsicht zeigen und die Stärken und die Schwächen des anderen kennen. Die Konstellation muss einfach passen, um über drei Jahrzehnte zusammen bleiben zu können. Wir haben die 30 Jahre auch nicht ganz erfolglos verbracht und durften viele Erfolge verbuchen. Ich bin auch nicht der Chef, sondern auch ich lass mir was sagen und wir entscheiden gemeinsam. Das ist wichtig, denn wenn das nicht funktioniert, funktionieren auch keine 30 Jahre.“

  • SP: „Haben Sie manchmal noch Lampenfieber?“

GW: „Es gibt gewisse Anlässe, wo man ein bisschen Lampenfieber hat. Z.B. wenn ein neues Tourneeprogramm beginnt, dann hat man natürlich Respekt, weil man das Programm noch nicht so gut kennt. Wenn man viele neue Texte singt und neue Effekte einführt, deswegen ist die erste Zeit von ein wenig Lampenfieber beeinträchtigt. Aber das ist wichtig, dann ist man nämlich mit Herz und Liebe dabei und es ist nicht selbstverständlich. Es ist wichtig, dass keine Fehler passieren, damit das Publikum anschließend sagen kann: ‚Das war eine super Show!‘“

  • SP: „Würden Sie Ihr Leben genauso wieder leben?“

GW: „Ich würde mein Leben eigentlich genauso wieder leben. Ich würde alles genauso wieder machen. Vielleicht gibt es kleine Dinge, die ich ändern würde. Musikalisch würde ich nichts ändern, ich würde immer wieder gerne auf der Bühne stehen. Die Bühne ist mein Leben und das wird sie, so lange es noch geht, auch bleiben.“

  • SP: „Welchen Song würden Sie als ‚Song Ihres Lebens‘ bezeichnen? Und warum genau dieser Song?“

GW: „‚Schwarzer Sand von Santa Cruz‘. Ich habe viele Lieder komponieren dürfen, die teilweise sogar sehr erfolgreich waren. ‚Der schwarze Sand von Santa Cruz‘ ist ein Titel, mit dem das Nockalm Quintett immer wieder identifiziert wird und der von den Leuten auch sehr gefragt ist. Dieser Titel hält sich jetzt über 20 Jahre und es ist eine Ehre für mich, diesen Titel mit Irma Holder gemacht zu haben. Es ist so, als wäre man Formel 1-Fahrer und gewinnt dann die Weltmeisterschaft.“

  • SP: „Welcher Star ist Ihr Vorbild?“

GW: „Ich habe keine Vorbilder, ich versuche selbst ein Vorbild zu sein. Ich akzeptiere viele Musik-Kollegen und Kolleginnen, nicht nur im Schlagerbereich. Aber ein Vorbild habe ich nicht.“

  • SP: „Ist Ihnen schon mal etwas Peinliches bei einem Ihrer Auftritte passiert?“

GW: „Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt. Nein, es ist mir nie etwas Peinliches auf der Bühne passiert. Ich habe immer versucht, mich vernünftig und anständig auf der Bühne zu präsentieren. Was wirklich Peinliches ist mir, ehrlich gesagt, nicht in Erinnerung.“

  • SP: „Wer oder was darf auf Ihrer Tour auf keinen Fall fehlen?“

GW: „Auf keinen Fall dürfen meine Kollegen und die Technik fehlen. Würde ich meine Bühnenkleidung vergessen, könnte man die irgendwie ersetzen, aber Kollegen und Technik müssen immer dabei sein. (lacht)“

  • SP: „Auf SchlagerPlanet gibt es knapp 200.000 Fans. Möchten Sie Ihnen einen Gruß hinterlassen?“

GW: „Das mache ich gerne: Ich darf natürlich allen Fans alles Liebe und alles Gute wünschen. Ich freue mich, dass Sie Schlager hören und ich freue mich mit meinen Kollegen, dass wir Schlager spielen dürfen. Und wenn ein Lied von uns dabei ist, das den Fans auf SchlagerPlanet.com gefällt, freuen wir uns natürlich doppelt. Alles Liebe, viel Gesundheit – vielleicht treffen wir uns mal auf einem unserer Konzerte, das würde uns sehr freuen.“

Erika Klepp
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