Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer

Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer

Nur wenige Menschen können von sich behaupten, etwas geschaffen zu haben, das nicht nur vorher noch nicht da gewesen war. Das kann nämlich praktisch jeder und jede. Doch etwas zu schaffen, das Nachahmer auf der ganzen Welt findet, ein Genre begründen, das können nur die wenigsten. Das mag auch daran liegen, dass die wenigsten Genres von einzelnen Menschen erfunden werden, der Steckbrief der Oberkrainer Musik aber kann genau hierauf verweisen. Laut dem Oberkrainer Wiki war es Slavko Avsenik, der nach seiner Zeit beim jugoslawischen Militär und als erfolgreicher Skispringer, genaugenommen als Mitglied der jugoslawischen Nationalmannschaft, eine Band gründete und mit dieser begann musikmachend durch Jugoslawien und die Nachbarstaaten zu ziehen. Während seiner Zeit beim Militär, so das Wiki Avseniks, hatte er sich das Akkordeonpiano- und Steirische-Harmonikaspielen selber beigebracht. Diese Band, die er mit seinem Bruder gründete, sollte als „Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer“ in die Geschichte eingehen. Natürlich ist der Oberkrainer Sound, als was die neuartige Musik bald bekannt sein sollte, vielseitig, es ist schwer, den Finger darauf zu legen oder feste Definitionen dafür zu erfinden, zumal das ganze Genre noch so jung ist. Laut ihres Steckbriefs wurden die Oberkrainer erst 1953 gegründet, doch Instrumente, die klassischer Weise dazugehören, sind Akkordeon, Baritonhorn oder Kontrabass, Gitarre, Klarinette und Trompete. Und natürlich der engelsgleiche Gesang der Jungs. Dennoch sind der Kreativität beim Oberkrainer Sound eigentlich keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist, was gut klingt.

1954 bereits wurde der womöglich größte Erfolg der Oberkrainer Teil ihrer Biographie: Das „Trompeten-Echo“ ist bis heute ein wohlbekannter Klang in den Ohren der Volkstumsmusikfans. Eine der prominentesten Aufnahmen des Lieds entstand allerdings erst ein Jahr später, und der endgültige Durchbruch als Teil der Schlager-Popkultur erfolgte ebenfalls erst in den Siebzigern, als das „Trompten-Echo“ zur Titelmelodie einer ZDF Show wurde. Auch für den Deutschlandfunk sowie das ORF stand das „Trompeten-Echo“ als Titelmelodie Modell. Ein ganz besonders hübsches Modell, darf hier angemerkt werden. Weitere Klassiker der Discographie der Oberkrainer sind zum Beispiel „Auf der Autobahn“ oder „Es ist so schön ein Musikant zu sein“. Dass die Oberkrainer in der Besetzung von damals die Besten, die Originale, die Klassiker waren, verraten uns auch die Verkaufszahlen: Über 30.000 verkaufte Platten. Für ein gerade neu entstandenes Genre keine schlechte Leistung, nimmt man doch gemeinhin an, dass diese neuen Genres erst aus ihrer jeweiligen Nische herauswachsen müssen. Nicht so die Oberkrainer. Bis zum Ende der Oberkrainer Biographie, blieben die Jungs erfolgreich, auch wenn sich Zusammensetzung und auch Stil im Laufe der Zeit stark veränderten. Und so richtig korrekt ist es auch gar nicht, vom Ende der Oberkrainer Biographie zu sprechen, weil Avsenik nicht nur seinem Sohn das Oberkrainer Erbe offiziell vermacht hat, sondern auch, weil Oberkrainer eben nicht nur eine Band ist. Oberkrainer ist eine eigene Musikrichtung.

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