Jetzt steht fest, wann Norwegen von Prinzessin Astrid Abschied nimmt: Das Königshaus in Oslo hat den Termin für die Trauerfeier bekannt gegeben. Die Schwester von König Harald V. war am 11. September im Alter von 94 Jahren gestorben – nur zwei Tage nach der Beisetzung ihres Bruders.
Es ist die zweite Trauerfeier für das norwegische Königshaus innerhalb weniger Wochen. Am 15. September teilte der Hof in einer Pressemitteilung mit, wann und wo sich Familie, Weggefährten und Öffentlichkeit von Prinzessin Astrid verabschieden werden. Der Ort ist mit Bedacht gewählt – und hat mit ihrem Leben mehr zu tun, als es auf den ersten Blick scheint.
Trauerfeier am 23. September in der Ris-Kirche
Die Trauerfeier für Prinzessin Astrid findet am Mittwoch, dem 23. September 2026, um 13 Uhr in der Ris-Kirche im Westen von Oslo statt. Das teilte das norwegische Königshaus auf seiner offiziellen Website mit. Die Zeremonie wird live übertragen und norwegischen Medien zur Verfügung gestellt, sodass auch alle, die nicht vor Ort dabei sein können, Anteil nehmen können.
Für die Berichterstattung gelten klare Regeln: Die Nachrichtenagentur NTB und der öffentlich-rechtliche Sender NRK bilden einen Fotopool im Inneren der Kirche. Alle übrigen Medienvertreter bleiben in einem eigens eingerichteten Pressebereich vor dem Gebäude – die Trauergemeinde soll nicht gestört werden. Akkreditierungen nimmt der Hof bis Montag, 21. September, 15 Uhr entgegen.
| Trauerfeier Prinzessin Astrid | Details |
|---|---|
| Datum | Mittwoch, 23. September 2026 |
| Uhrzeit | 13:00 Uhr |
| Ort | Ris-Kirche (Ris kirke), Oslo |
| Übertragung | Live, für norwegische Medien verfügbar |
| Fotopool in der Kirche | NTB und NRK |
| Akkreditierungsschluss | Montag, 21. September, 15:00 Uhr |
Ris-Kirche: ein Ort mit persönlicher Bedeutung
Die Wahl der Ris-Kirche ist kein Zufall. Das Gotteshaus wurde 1932 eingeweiht – in genau dem Jahr, in dem Astrid geboren wurde. 94 Jahre später wird dieselbe Kirche zum Schauplatz ihres letzten Abschieds.
Hinzu kommt eine persönliche Verbindung: Auf dem Friedhof der Ris-Kirche wurde bereits ihr Ehemann Johan Martin Ferner beigesetzt, der 2015 starb. Das Paar hatte am 12. Januar 1961 geheiratet – für damalige Verhältnisse ungewöhnlich, denn Astrid entschied sich für einen Geschäftsmann ohne adelige Herkunft. Seit der Hochzeit führte sie den Titel „Prinsesse Astrid, fru Ferner“ – Prinzessin Astrid, Frau Ferner.

Diese Royals nehmen Abschied
Nach Informationen der norwegischen Zeitung „VG“ wird die engste Familie geschlossen an der Trauerfeier teilnehmen. Erwartet werden unter anderem:
- König Haakon – ihr Neffe, seit dem Tod Haralds am 28. August Staatsoberhaupt Norwegens
- Königin Mette-Marit
- Kronprinzessin Ingrid Alexandra
- Prinz Sverre Magnus
- Königin Sonja, die Witwe von König Harald
Dazu kommen die fünf Kinder der Prinzessin, ihre Enkel sowie zahlreiche Weggefährten. Ob auch Royals aus dem Ausland anreisen, hat der Hof bislang nicht mitgeteilt. „VG“ berichtet zudem, dass die Trauerfeier auf Kosten des Staates ausgerichtet wird – eine Geste, die Astrids jahrzehntelange Arbeit für das Königshaus würdigt.

Zwei Todesfälle innerhalb von zwei Wochen
Für die norwegische Königsfamilie ist es ein Spätsommer der Verluste. Am 28. August starb König Harald V. im Alter von 89 Jahren, am 9. September fand seine Trauerfeier statt. Prinzessin Astrid nahm daran im Rollstuhl teil – begleitet von drei Porträtnadeln, Ehrenzeichen ihrer königlichen Vorfahren. Zwei Tage später starb sie selbst. Der Palast teilte mit, sie sei friedlich eingeschlafen.
König Haakon würdigte seine Tante mit persönlichen Worten:
„Durch ein langes Leben hat Prinzessin Astrid das Königshaus auf warmherzige und pflichtbewusste Weise repräsentiert.“
König Haakon in der Mitteilung des norwegischen Königshauses
Wie es ihr in den Monaten zuvor gesundheitlich ergangen war, hatte der Hof offen kommuniziert: Im März 2026 war Astrid mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt worden, im Mai folgte ein Eingriff am Universitätsklinikum Oslo. Öffentliche Termine nahm sie danach kaum noch wahr.
Ein Leben im Dienst des Königshauses
Astrid wurde am 12. Februar 1932 in der Villa Solbakken in Oslo geboren, als mittleres Kind des späteren Königs Olav V. und seiner Frau Märtha von Schweden. Die Kriegsjahre verbrachte die Familie im Exil, zunächst in Schweden, später in den USA; 1945 kehrte sie nach Norwegen zurück.
Nach dem frühen Tod ihrer Mutter im Jahr 1954 übernahm die damals 22-Jährige eine Rolle, für die sie nie vorgesehen war: Sie wurde zur First Lady Norwegens – zunächst an der Seite ihres Großvaters König Haakon VII., später ihres Vaters Olav V. Erst als ihr Bruder Harald 1968 Sonja heiratete, gab sie diese Aufgabe ab. Repräsentative Pflichten übernahm sie danach noch über Jahrzehnte, bis ins hohe Alter.
| Steckbrief | Prinzessin Astrid, fru Ferner |
|---|---|
| Geboren | 12. Februar 1932 in Oslo |
| Gestorben | 11. September 2026 im Alter von 94 Jahren |
| Eltern | König Olav V. und Kronprinzessin Märtha |
| Geschwister | Prinzessin Ragnhild (1930–2012), König Harald V. (1937–2026) |
| Ehemann | Johan Martin Ferner (Heirat 1961, gestorben 2015) |
| Kinder | Cathrine, Benedikte, Alexander, Elisabeth, Carl-Christian |
| Besondere Rolle | First Lady Norwegens von 1954 bis 1968 |
Mit Prinzessin Astrid verliert Norwegen die letzte enge Vertraute aus der Generation von König Olav V. – und eine Frau, die für ihren geraden Ton bekannt war. Am 23. September wird sich zeigen, wie groß der Kreis derer ist, die ihr in der Ris-Kirche das letzte Geleit geben.
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