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Andrea Ballschuh: 230.000 Euro Schulden – „Das war ein Fehler“

16.09.2026, 11:05 Uhr

Über zwei Jahrzehnte gehört Andrea Ballschuh zu den vertrauten Gesichtern im ZDF. Jetzt hat die Moderatorin öffentlich gemacht, was sie lange für sich behielt: 230.000 Euro Schulden und eine Privatinsolvenz, die sie an den Rand ihrer Kräfte brachte.

Andrea Ballschuh, geboren am 12. Juli 1972 in Dresden, steht seit ihrer Kindheit vor der Kamera – erst beim Fernsehen der DDR, später bei Sat.1, MDR und ZDF. Bekannt wurde sie vor allem als Moderatorin des ZDF-Servicemagazins „Volle Kanne“. Im Gespräch mit dem Magazin „Bunte“ (Ausgabe 39/2026) hat die 54-Jährige nun erzählt, dass sie Privatinsolvenz anmelden musste. Die Schuldensumme beträgt nach diesen Angaben 230.000 Euro, wie t-online unter Berufung auf das Interview berichtet.

„Ich kannte niemanden, dem es mit einer Insolvenz gut ging“

Lange habe sie den Schritt vor sich hergeschoben, so Ballschuh. Sie habe „unfassbare Angst vor dem Imageverlust“ gehabt – eine Belastung, die sie nach eigener Schilderung an die Grenze brachte: „Es hätte mich fast in den Burn-out gebracht.“ Vorbilder gab es für sie keine. „Ich kannte niemanden, dem es mit einer Insolvenz gut ging“, wird sie zitiert. Stattdessen habe sie vor allem Horrorgeschichten von Betroffenen gehört.

Dazu kam die Sorge, was andere über sie denken könnten. Wer nach so vielen Berufsjahren im Fernsehen insolvent gehe, müsse sich Fragen gefallen lassen, vermutet die Moderatorin: „Ist die spielsüchtig? Nimmt die Drogen?“

Wie es zu den 230.000 Euro Schulden kam

Der Weg in die Schulden begann mit einem beruflichen Neustart. 2019 machte sich Ballschuh als Videocoach selbstständig und war damit zunächst erfolgreich. 2022 eröffnete sie dann ein großes Videostudio – rückblickend der entscheidende Fehltritt. „Das war ein Fehler“, sagt sie heute über diese Entscheidung.

  • 2019: Start in die Selbstständigkeit als Online-Videocoach
  • 2022: Eröffnung eines großen Videostudios – wenige Tage zuvor trennte sie sich von ihrer Geschäftspartnerin
  • Die Folge: laufende Kosten, die trotz hoher Arbeitsbelastung nicht mehr gedeckt waren
  • Das Fazit der Moderatorin: „Das reicht nicht.“
Andrea Ballschuh im Abendkleid bei einer Gala in Dresden
Andrea Ballschuh bei der 16. HOPE Gala im Schauspielhaus Dresden, 26.10.2024. Foto: IMAGO / Andreas Weihs

Leben mit 1.500 Euro im Monat

Während des Verfahrens blieben ihr nach eigenen Angaben rund 1.500 Euro im Monat, alles darüber hinaus ging an den Insolvenzverwalter. Ihre Wohnung gab sie auf: „Meine Miete betrug aber schon 1.600 Euro“, erklärt Ballschuh. Auch die private Krankenversicherung war nicht mehr zu halten: „Auch meine private Krankenversicherung konnte ich mir nicht mehr leisten.“

Angabe Wert
Schuldensumme 230.000 Euro
Monatlich verfügbar während der Insolvenz rund 1.500 Euro
Bisherige Kaltmiete der aufgegebenen Wohnung 1.600 Euro
Dauer des Insolvenzverfahrens drei Jahre
Quelle der Angaben Interview mit „Bunte“ (39/2026)

Halt im Glauben

In der schwersten Phase fand die Moderatorin nach eigener Aussage Halt im Glauben.

„Als die Ängste besonders groß waren, habe ich zu Gott gefunden.“

Andrea Ballschuh im Interview mit „Bunte“ (39/2026)

Dass sich ihr Leben in dieser Zeit grundlegend verändert hat, hatte Ballschuh schon früher angedeutet. In der Podcast-Folge „CAMP and WORK“ vom 21. Oktober 2025 sprach sie über einen Neuanfang, den Glauben und ihren Camper, den sie als „Safe Space“ beschreibt: „Es ist mein Zuhause. Und es ist mein Rückzugsort.“ Über ihre finanzielle Lage sagte sie damals: „Ich habe so wenig Geld wie noch nie – und es geht mir so gut wie noch nie.“

Was Andrea Ballschuh heute macht

Ihrem Stammsender ist sie trotz allem treu geblieben. Hauptmoderatorin von „Volle Kanne“ war Ballschuh von 2003 bis 2009 und von 2011 bis 2016; inzwischen steht sie für das Format laut t-online nur noch rund vier Wochen im Jahr vor der Kamera. Das Insolvenzverfahren ist nach ihren Angaben inzwischen abgeschlossen – es dauerte drei Jahre.

Ihre Botschaft an andere Betroffene

Mit dem Gang an die Öffentlichkeit will die Moderatorin vor allem Menschen erreichen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden und sich dafür schämen.

„Sie sollen wissen, dass in so einer Situation auch Chancen für einen Neuanfang stecken.“

Andrea Ballschuh im Interview mit „Bunte“ (39/2026)

Mit diesem Schritt reiht sie sich ein in eine Reihe prominenter Fälle: Auch DSDS-Siegerin Marie Wegener sprach offen über ihre Geldprobleme, und Schlagerstar Nino de Angelo redete öffentlich über seine Schulden. Gemeinsam ist den Geschichten eine Erfahrung, die Ballschuh nun zu ihrer eigenen macht: Der Bruch ist selten das Ende – manchmal ist er der Anfang.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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