Annett Louisans Musikvideo geht unter die Haut

Annett Louisan: OMG!

Annett Louisan entfernt sich in ihrem neuen Album vom Chanson und versucht sich am Covern von Songs. Jetzt gibt es auch bereits das neue Annett Louisan Musikvideo zu dem Song „OMG!“ zu sehen…

Annett Louisan OMG Musikvideo Berlin, Kapstadt, Prag
Annett Louisan sucht in ihrem Musikvideo den Weg in den Himmel.

Chanson-Sängerin Annett Louisan hat bei „Sing meinen Song“ scheinbar auf musikalischer Ebene Blut geleckt und geht mit dem Covern von bekannten Songs noch einen Schritt weiter. Am 13.05. veröffentlicht sie ihr neues Album „Berlin, Kapstadt, Prag“ auf dem sie Songs, die ihr nahe gehen, neu interpretiert. Gestern veröffentlichte die Sängerin das erste offizielle Musikvideo zum anstehenden Album. Der veröffentlichte Song „OMG!“ stammt ursprünglich vom deutschen Rapper Marteria.

OMG!

Das Lied war die erste Single, die die Künstlerin für ihr neues Album im Studio aufgenommen hat. Annett Louisan möchte nun öfter Statements abgeben und kritischer sein, wie sie über ihr Plattenlabel Columbia Records bekanntgeben ließ. Dafür eignet sich „OMG!“ sehr gut, schließlich ist der Titel stark religiös angereichert. Von Anspielungen auf das Christentum, den Islam und den Buddhismus bis hin zur Auseinandersetzung mit unserer Popkultur findet sich in dem Marteria Song alles, wenn nach dem Einlass im Himmel gefragt wird: „Muss ich sein wie Mohammed, Buddha oder Kanye?“ Durch Louisans Version erlangt das Lied einen neuen Grad an Melancholie. Jedoch bewegt sie sich gleichzeitig von ihrem bisherigen deutsch-französischen-Chansons weg und geht einen neuen eigenen Weg.

Annett Louisan covert „OMG!“ von Marteria.
©YouTube

Die heilige Kirche und die sündige Stadt

In dem Musikvideo wird die Sängerin als Doppelcharakter dargestellt, der versucht einen Weg in den Himmel zu finden. Von sakralen Anspielungen, wie dem Schwenken von Weihrauch und Kreuzen, wird ebenso Gebrauch gemacht, wie von dem klassischen Gegensatz von Schwarz und Weiß. Mal in einer schwarzen Kutte durch die dunklen Straßen der Stadt ziehend, mal in einem weißen Hochzeitskleid und Schleier betend in der Kirche, sucht die Sängerin ihren Weg. Das Video unterstützt die tragische Melodie des Songs mit den passenden Bildern, die zum Nachdenken anregen.

Berlin, Kapstadt, Prag

Das neue Album „Berlin, Kapstadt, Prag“ scheint, mit Blick auf das erste veröffentlichte Musikvideo, vielversprechend zu sein und wartet mit noch weiteren Covern auf, beispielsweise von Udo Jürgens und der 80er Jahre Band Münchner Freiheit. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt die Sängerin: „Dieses Album ist für mich ein spannendes Abenteuer, mich einmal weg vom Chanson zu bewegen, gewohntes Terrain zu verlassen, um zu wissen, wo zuhause liegt. Ich habe mich entschieden in Prag aufzunehmen, da ich als Kind der festen Überzeugung war, wenn ich einmal erwachsen bin, würde ich in Prag leben, das Paris meiner Kindheit. Der ganze Prozess erinnert mich an meine Jugend – an die Zeit, in der man versucht, seine eigene Stimme zu finden.“

Viktoria Vokrri
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