TV Shows

Joelina Drews: Dieses ARD-Aus nennt sie einen großen Fehler

10.09.2026, 12:49 Uhr

Das Aus von „Immer wieder sonntags“ beschäftigt die Schlagerszene auch Tage nach der letzten Sendung. Joelina Drews stand im Finale selbst auf der Bühne – und findet jetzt deutliche Worte für die Entscheidung von ARD und SWR.

Am 6. September 2026 lief die ARD-Kultshow nach 31 Jahren zum letzten Mal. Gesendet wurde, wie immer, aus dem Europa-Park in Rust. Für Moderator Stefan Mross endete damit eine Ära, die 2005 begonnen hatte. Und für viele Kolleginnen und Kollegen endete eine Bühne, die im Sommer verlässlich Publikum brachte.

Joelina Drews, Tochter von Schlager-Legende Jürgen Drews, war Teil dieses Abschieds. Am Rande der Angermaier Trachtennacht in München sprach die 30-Jährige jetzt über den Abend – und über die Entscheidung, die dahintersteht.

Joelina Drews über das Show-Aus: „Ich glaube, das ist ein großer Fehler“

Die Sängerin macht kein Geheimnis daraus, was sie von der Absetzung hält. Gegenüber t-online sagte sie:

„Ich glaube, das ist ein großer Fehler.“

Joelina Drews über das Aus von „Immer wieder sonntags“

Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen die Begründung. Der SWR hatte das Ende der Sendung unter anderem mit Sparzwang, dem Ausbau digitaler Formate und dem Wunsch nach jüngeren Zuschauern erklärt. Genau dieses Argument hält Drews für nicht tragfähig: „Ich glaube, das Argument, dass sie jünger werden wollen … das wird nicht passieren.“

Ihre Begründung ist einfach: Wer jung ist, schaue ohnehin kaum noch lineares Fernsehen, sondern streame. Der Sonntagvormittag im Ersten sei nie das Format gewesen, mit dem man diese Zielgruppe gewinnt.

Warum sie vor allem an die Stammzuschauer denkt

Was die Sängerin an der Entscheidung besonders stört, ist die andere Seite der Rechnung. Die Show habe eine feste Gruppe von Zuschauern gehabt, für die der Sonntagvormittag ein Ritual war – und dieses Ritual fällt jetzt weg, ohne Ersatz.

  • Junge Zuschauer seien über das lineare TV kaum noch erreichbar.
  • Die Stammzuschauer verlieren ein Format, das für sie zum Wochenrhythmus gehörte.
  • Auch für Künstler fällt eine der letzten großen Sommer-Bühnen im Ersten weg.

Damit steht Joelina Drews nicht allein. Auch Andy Borg fand zum Sonntags-Aus bewegende Worte, und Anna-Carina Woitschack bedauerte die ARD-Entscheidung öffentlich.

Ihr Auftritt im Finale: ein Abschiedslied für Stefan Mross

In der letzten Sendung stand Joelina Drews gemeinsam mit Achim Petry auf der Bühne. Lucas Cordalis, mit dem die beiden sonst als Trio auftreten, fehlte – er war für Dreharbeiten in New York. Die beiden sangen ein Abschiedslied, das sie für Stefan Mross geschrieben hatten. Der Moderator kämpfte danach mit den Tränen.

Joelina Drews, Lucas Cordalis und Achim Petry gemeinsam auf der Bühne
Joelina Drews, Lucas Cordalis und Achim Petry beim Silvester-Schlagerboom, München, 31.12.2025. Foto: IMAGO / Bildagentur Monn (Ervin Monn)

Wie sie den Abend erlebt hat, beschreibt die Sängerin zwiegespalten: „Es lag auf jeden Fall Melancholie in der Luft, aber es war auch etwas ganz Besonderes.“ Auch ihr Vater war präsent – Jürgen Drews schickte eine Videobotschaft, in der er Stefan Mross‘ Arbeit als Moderator würdigte.

Joelina Drews gemeinsam mit ihrem Vater Jürgen Drews auf der Bühne
Joelina Drews mit Vater Jürgen Drews beim SchlagerHammer, Oranienburg, 06.07.2024. Foto: IMAGO / Jan Huebner (Daniel Lakomski)

Das sagt der SWR zur Absetzung

SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler verwies auf sinkende Reichweiten im linearen Fernsehen, schwächere Quoten als noch vor zehn Jahren sowie auf Budgetdruck und gestiegene Lizenzkosten. Es sei eine Entscheidung gewesen, an der mehrere Verantwortliche in SWR und ARD beteiligt waren – und die schwerste seit seinem Amtsantritt. „Auch wenn ich die Verantwortung für die Entscheidung trage, bin ich auch traurig“, sagte er im Interview mit RadioBWSchlager1.

„Immer wieder sonntags“ – die Fakten Angabe
Start 1995 im Ersten (ARD/SWR)
Moderatoren Max Schautzer (1995–2003), Stefan Mross (seit 2005)
Sendeort Europa-Park, Rust
Letzte Sendung 6. September 2026
Laufzeit insgesamt 31 Jahre
Offizielle Begründung Sparzwang, digitaler Umbau, jüngere Zielgruppen

Auch Stefan Mross ringt weiter mit dem Abschied

Der Moderator selbst hat den Schlussstrich bis heute nicht verarbeitet. Auf der Aftershow-Party sorgte er mit deutlichen Sätzen für Aufsehen und warf dem Sender vor, ihn öffentlich für das Aus verantwortlich gemacht zu haben. Details dazu und die Reaktion des Senders stehen in unserem Artikel „Ich wurde vorgeführt!“ – SWR antwortet.

Was am Ende bleibt

Joelina Drews‘ Fazit läuft auf einen Punkt zu, der über die Show hinausgeht. Aus ihrer Sicht hat der Sender mit der Absetzung keine neue Zielgruppe gewonnen, sondern einer bestehenden etwas genommen: „Stattdessen hat man der älteren Generation etwas weggenommen, das essenziell war.“

Genau das ist der Kern ihrer Kritik – und der Grund, warum sie von einem großen Fehler spricht. Ob der SWR mit den geplanten digitalen Formaten tatsächlich jüngere Zuschauer erreicht, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Der Sonntagvormittag im Ersten sieht ab dem Sommer 2027 jedenfalls anders aus. Für Joelina Drews selbst geht es unterdessen weiter – und sie hat klare Vorstellungen davon, wo sie hinwill: Dieses TV-Format wäre ihr größter Traum.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

Neueste Meldungen