Kerstin Ott hat sich die Brüste vollständig entfernen lassen – und spricht jetzt erstmals ausführlich über die Gründe. Am Rande der „Goldenen Henne“ in Leipzig stellte die Schlagersängerin klar, dass es dabei nicht um Ästhetik ging.
Kerstin Ott (44) gehört seit ihrem Durchbruch mit „Die immer lacht“ zu den bekanntesten Stimmen des deutschen Schlagers – und zu den offensten. Bei der 32. Verleihung der „Goldenen Henne“ am 4. September 2026 in Leipzig, bei der sie in der Kategorie Musik nominiert war, sprach sie gegenüber der „Bunte“ über einen Eingriff, der Jahre zurückliegt und über den sie lange geschwiegen hatte.
„Keine Verkleinerung, sondern eine ganze Mastektomie“
Wichtig ist der Sängerin vor allem eine Klarstellung: Es habe sich nicht um eine kosmetische Brustverkleinerung gehandelt, sondern um die vollständige Entfernung des Brustgewebes. Den Eingriff ließ Ott nach eigenen Angaben vornehmen, als sie noch in ihren Dreißigern war.
„Ich finde es auch wichtig, das ist keine Verkleinerung, sondern eine ganze Mastektomie gewesen. Einfach aus der Tatsache, weil in meiner Familie auch Brustkrebs ist und mich die sowieso immer gestört haben.“
Kerstin Ott gegenüber „Bunte“
Damit nennt die Sängerin zwei Beweggründe nebeneinander: die familiäre Vorgeschichte mit Brustkrebs und ihr eigenes Körpergefühl. Eine spontane Entscheidung sei die Operation nicht gewesen, sondern das Ergebnis eines längeren Prozesses.

Kritik von außen lässt sie nicht gelten
Dass ihre Entscheidung nicht überall auf Verständnis stößt, weiß Ott. Reaktionen wie Unverständnis oder Nachfragen kennt sie – sie hat darauf eine klare Antwort.
„Es stößt immer so ein bisschen auf: ‚Oh, wie kann man denn so etwas machen?‘ Aber letztendlich ist meine Antwort darauf, dass es mein Körper ist. Und dass es einfach völlig egal ist, was andere dazu zu sagen haben.“
Kerstin Ott gegenüber „Bunte“
Öffentlich thematisiert hatte die Sängerin den Eingriff erstmals im April 2026 im Podcast „Zwischen den Zeilen“ von Moderatorin Bettina Böttinger. Dort formulierte sie es noch grundsätzlicher:
„Es ist dein Körper. Du bist der Mensch, der darüber entscheidet. Nicht dein Ehepartner und nicht die Menschen, die von außen draufgucken.“
Kerstin Ott im Podcast „Zwischen den Zeilen“ (April 2026)
Rückhalt von Ehefrau Karolina
Rückendeckung bekam Ott dabei aus dem engsten Umfeld: Ihre Ehefrau Karolina Köppen, mit der die Sängerin seit 2017 verheiratet ist, habe die Entscheidung mitgetragen. Ein anderes Bild könne sie sich heute gar nicht mehr vorstellen, berichtet t-online unter Berufung auf die Sängerin. Das verbesserte Körpergefühl beschreibt Ott selbst als willkommenen Nebeneffekt – im Vordergrund stand die Risikominderung.

Was hinter dem Eingriff medizinisch steht
Eine Mastektomie unterscheidet sich grundlegend von einer Brustverkleinerung – genau darauf legt Ott im Interview Wert:
- Brustverkleinerung: Es wird Gewebe reduziert, die Brust bleibt erhalten.
- Mastektomie: Das Brustdrüsengewebe wird vollständig entfernt.
- Anlass bei Ott: Brustkrebsfälle in der eigenen Familie – plus persönliches Körperempfinden.
Über medizinische Details ihres eigenen Falls, etwa Befunde oder Gentests, hat sich die Sängerin öffentlich nicht geäußert.
Kerstin Ott im Steckbrief
| Angabe | Detail |
|---|---|
| Geboren | 17. Januar 1982 in Berlin |
| Durchbruch | „Die immer lacht“ (Stereoact-Remix, 2016) |
| Bekannte Alben | „Herzbewohner“ (2016), „Mut zur Katastrophe“ (2018), „Ich muss dir was sagen“ (2019) |
| Duett-Erfolg | „Regenbogenfarben“ mit Helene Fischer (2018) |
| Privat | Seit 2017 mit Karolina Köppen verheiratet |
| Aktuell | Nominiert bei der „Goldenen Henne“ 2026 in der Kategorie Musik |
Warum sie jetzt darüber spricht
Ott inszeniert den Eingriff nicht als Enthüllung, sondern als Selbstverständlichkeit – und genau darin liegt die Botschaft. Statt einer Erklärung liefert sie eine Abgrenzung: Über den eigenen Körper entscheidet niemand mit. Dass sie diese Haltung öffentlich formuliert, passt zu einer Künstlerin, die sich auch bei anderen Themen nicht wegduckt – zuletzt etwa mit ihrer klaren Ansage nach dem CSD-Anschlag in Berlin.
Wer die Sängerin länger verfolgt, kennt diese Offenheit: Erst im Juli erzählte sie, welches Ritual hinter einem ihrer Tattoos steckt, kurz zuvor sorgte ein Geständnis für Überraschung bei ihren Fans. Der Unterschied diesmal: Es geht um ihren Körper – und um die Frage, wer darüber zu urteilen hat. Ihre Antwort darauf fällt kurz aus: niemand außer ihr selbst.
Quellen: „Bunte“; Podcast „Zwischen den Zeilen“ (April 2026); t-online.