Thorsten Legat war 18 Jahre lang eines der lautesten Gesichter des deutschen Reality-Fernsehens. Jetzt zieht der 57-Jährige einen Schlussstrich – und begründet ihn mit einem Fußballverein auf Mallorca, den es vor wenigen Monaten noch gar nicht gab.
Im Interview mit RTL formuliert der frühere Bundesliga-Profi es so knapp, wie man es von ihm kennt: Seine Zeit als Reality-Darsteller ist vorbei. Nicht wegen eines Streits, nicht wegen einer Gage – sondern wegen eines Trainerjobs, den er selbst zunächst für einen Scherz hielt.
„In der Reality-Szene bin ich weg.“
Thorsten Legat im Interview mit RTL
Warum Thorsten Legat dem Reality-TV den Rücken kehrt
Legat trainiert seit einigen Wochen den FC Germania Mallorca – und diese Aufgabe lässt sich nach seiner Darstellung nicht mit wochenlangen TV-Drehs vereinbaren. „Ich habe eine Verantwortung über meine Jungs“, sagt der Ex-Profi bei RTL. Der Fußball sei wieder sein „Hauptfokus“.
Ganz verschlossen ist die Fernsehkamera-Tür damit nicht: Einzelne Drehtage schließt Legat nicht aus. Mehrwöchige Produktionen, wie sie das Reality-Genre prägen, kommen für ihn aber nicht mehr infrage. Als sein voraussichtlich letztes Format dieser Art gilt das RTL+-Spin-off „Prominent verwandt“, bei dem er gemeinsam mit Sohn Nico Legat antritt.

Angekündigt hatte sich der Rundumschlag schon im August. Gegenüber Promiflash wurde Legat damals deutlich: „Mich sieht im Reality-TV kein Mensch mehr, nie im Leben“, sagte er dort und schob nach: „Das war das letzte Format dieser Art. Damit ist Schluss.“ Der Branche warf er in demselben Gespräch Manipulation vor und kritisierte, dass TikToker zu niedrigen Gagen verpflichtet würden.
Der Anruf, den Legat zuerst für einen Scherz hielt
Dass der Ruhrpott-Fußballer ausgerechnet auf den Balearen landet, war nicht geplant. Laut t-online rief ihn Reality-Kollege Aleks Petrovic an und trug ihm den Trainerposten an. Legats erste Reaktion, so berichtet das Portal: „Will der mich verarschen?“ Noch in derselben Nacht entschied er sich dafür, zuzusagen.
Inzwischen lebt Legat auf der Insel und führt eine Fernbeziehung mit Ehefrau Alexandra, mit der er seit rund 30 Jahren zusammen ist. Sie besucht ihn nach seinen Angaben etwa einmal im Monat. Seine Begründung für das Modell klingt nach demselben Prinzip, das auch hinter dem TV-Aus steht:
„Wenn ich hier meine Arbeit habe, kann ich nur hundertprozentig geben, wenn ich alleine bin.“
Thorsten Legat über seine Fernbeziehung
FC Germania Mallorca: achte Liga, große Pläne
Der Klub wurde im Sommer 2026 gegründet und gilt als erster deutscher Fußballverein auf Mallorca. Gestartet wird ganz unten – in der achten spanischen Liga. Das Motto steht trotzdem auf der Vereins-Website und auf den Trikots: „From Zero to La Liga“.
| FC Germania Mallorca | Angaben |
|---|---|
| Gegründet | Sommer 2026 |
| Präsident | Amir Aziz |
| Vizepräsident | Nick Pinior |
| Sportdirektor | Bastian Müller |
| Cheftrainer | Thorsten Legat |
| Spielklasse | 8. spanische Liga |
| Motto | „From Zero to La Liga“ |
| Mitgliedschaft | ab 90 Euro pro Jahr |
Vereinspräsident Amir Aziz formuliert das Ziel offensiv: „In den ersten fünf Jahren wollen wir mindestens drei Aufstiege feiern.“ Rund 2.000 Spieler sollen sich beworben haben; im Kader stehen neben Deutschen auch Kolumbianer, Portugiesen und Spanier. Finanziert wird das Projekt über Sponsoren und ein gestaffeltes Mitglieder-Modell – einen einzelnen Großinvestor lehnte die Führung bewusst ab.
Reich werden die Spieler dabei nicht: Berichten des „Mallorca Magazin“ zufolge erhalten sie vor allem Unterstützung bei Wohnung und Job, teilweise nur rund 100 Euro Taschengeld.
Vom Bundesliga-Kämpfer zum Dschungel-Star
Dass Legat den Fußball über das Fernsehen stellt, passt zu seiner Biografie. Geboren am 7. November 1968 in Bochum, spielte er für den VfL Bochum, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, den VfB Stuttgart und den FC Schalke 04. In 243 Bundesliga-Partien erzielte er 15 Tore.
Seine größten Erfolge feierte er mit Werder Bremen: 1992 den Europapokal der Pokalsieger, 1993 die deutsche Meisterschaft. Den DFB-Pokal gewann er mit drei verschiedenen Vereinen. 2001 beendete er seine Profikarriere nach zwei Achillessehnen-Operationen.
Erst danach begann die zweite, lautere Karriere. Die bekanntesten Stationen im Reality-TV:
- 2016: „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ – dritter Platz und der Kult-Ausruf „Kasalla“
- 2016: „Das Sommerhaus der Stars“ gemeinsam mit Ehefrau Alexandra
- 2026: „Villa der Versuchung“ (Sat.1)
- 2026: „Prominent verwandt“ (RTL+) mit Sohn Nico Legat
Was von Thorsten Legats TV-Karriere bleibt
Legats Rückzug ist damit kein leiser Abgang, sondern ein Rollentausch: Der Mann, der im Dschungel und im Sommerhaus zur Marke wurde, will künftig an der Seitenlinie einer achtklassigen spanischen Mannschaft stehen und dort dieselbe Härte einfordern, die ihn im Fernsehen berühmt gemacht hat. Gegenüber RTL beschrieb er seinen Umgangston mit den Spielern knapp: „Siezen. Wer mich duzt, geht.“
Ob es beim endgültigen Aus bleibt, wird sich zeigen – einzelne Drehtage hält sich Legat schließlich offen. Der Unterschied zu früheren Ankündigungen: Diesmal hat er einen Job, der ihn täglich bindet. Und der beginnt für Germania Mallorca gerade erst.
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Von: Julian Weber bearbeitet mit KI