Der SWR hat sich erstmals dazu geäußert, wie es mit „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ weitergeht. Programmdirektor Clemens Bratzler stellt eine Fortsetzung in Aussicht – knüpft sie aber an zwei Bedingungen. Für Fans, die nach dem Aus von „Immer wieder sonntags“ um das letzte große Schlager-Format des Senders bangen, ist das nur auf den ersten Blick eine Entwarnung.
Der SWR-Programmdirektor äußert sich zur Zukunft der Show
Gegenüber dem Radiosender „RadioBW Schlager 1″ wurde Clemens Bratzler, Programmdirektor des Südwestrundfunks, direkt auf die Zukunft der Samstagabend-Show angesprochen. Seine Antwort fiel freundlich aus – und ließ dennoch eine Tür offen:
„Das führen wir weiter, solange Andy das machen will. Solange wir es uns auch leisten können.“
Clemens Bratzler, SWR-Programmdirektor, gegenüber „RadioBW Schlager 1″
Zuerst berichtete das Schlager-Portal „Schlagerpuls“ über die Aussage, anschließend griffen unter anderem „t-online“ und „Promipool“ das Zitat auf. Bratzler betonte in dem Gespräch demnach auch, welchen Wert er dem Format beimisst: Der „Schlager-Spaß“ biete Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne – und den Zuschauern ein „Wohnzimmer“.
Zwei Bedingungen, ein Vorbehalt
Bemerkenswert ist die Konstruktion des Satzes. Bratzler nennt keinen Zeitraum und keine Staffelzahl, sondern zwei Voraussetzungen:
- Andy Borg muss weitermachen wollen. Der 65-Jährige führt seit 2018 durch die Sendung und hat bislang keine Rückzugsabsichten erkennen lassen.
- Der SWR muss sich die Produktion leisten können. Genau dieser Punkt steht bei den öffentlich-rechtlichen Sendern derzeit unter Druck.
Die zweite Bedingung ist die entscheidende. Denn sie liegt nicht in der Hand des Moderators, sondern in der Haushaltsplanung eines Senders, der seit Monaten spart.
Ab 2027 entsteht der „Schlager-Spaß“ außerhalb des SWR
Wie sehr der Sparkurs die Sendung schon jetzt betrifft, zeigt eine Entscheidung aus dem Sommer: Ab 2027 wird „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ nicht mehr vom SWR selbst in Baden-Baden produziert, sondern von der externen Produktionsfirma Kimmig Entertainment in einem externen Studio. Der Sender begründet den Schritt mit seiner Neuausrichtung, dem Abbau eigener Studioflächen und einem flexibleren Einsatz von Ressourcen. Am Konzept der Show soll sich nach Angaben des SWR nichts ändern – die Zuschauer sollen möglichst wenig davon merken.
Mehr zu diesem Schritt haben wir hier zusammengefasst: „Schlager-Spaß mit Andy Borg“: Diese Wende sorgt für Aufsehen.
Das Aus von „Immer wieder sonntags“ wirkt nach
Die Sorge der Fans hat einen konkreten Anlass. Am 6. September 2026 lief die letzte Ausgabe von „Immer wieder sonntags“ – nach mehr als drei Jahrzehnten. Der SWR hatte das Ende der Sonntagsshow im März angekündigt und mit strategischen und finanziellen Überlegungen begründet. Moderator Stefan Mross, der die Sendung seit 2005 präsentierte, war von der Entscheidung überrascht worden. Im Interview mit „t-online“ sagte er im Mai über den Moment, in dem er davon erfuhr: „Ich war schockiert.“
Damit ist der „Schlager-Spaß“ das letzte verbliebene große Schlager-Format im SWR-Programm – und rückt damit automatisch stärker in den Fokus, wenn über Einsparungen gesprochen wird. Wie Andy Borg selbst auf das Aus der Kollegen-Sendung reagiert hat, lesen Sie hier: Andy Borg: Diese Worte zum Sonntags-Aus rühren Fans.
„Schlager-Spaß mit Andy Borg“ – die Fakten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Sender | SWR |
| Moderator | Andy Borg (seit 2018) |
| Sendeplatz | Samstagabend, 20:15 Uhr |
| Produktion bis Ende 2026 | SWR, Studio Baden-Baden |
| Produktion ab 2027 | Kimmig Entertainment, externes Studio |
| Nächste Ausgabe | 26. September 2026 („Das Beste“) |
Was die Ansage für Fans bedeutet
Unterm Strich bleibt eine Zusage mit Verfallsdatum: Die Show läuft weiter, aber ohne Garantie über das Jahr 2027 hinaus. Wer den „Schlager-Spaß“ also für gesetzt hielt, muss umdenken – der Haken steckt nicht in Andy Borgs Lust am Moderieren, sondern im Etat des Senders. Die nächste Gelegenheit, das Format zu sehen, ist der 26. September 2026 mit einer Best-of-Ausgabe. Und solange die Quoten stimmen, dürfte auch der zweite Teil von Bratzlers Satz für den SWR leichter zu erfüllen sein.
Auch andere Schlagerstars äußerten sich zum Rückzug der ARD aus dem Sonntagsprogramm: Anna-Carina Woitschack: Dieses ARD-Aus bedauert sie sehr.