Roger Cicero in Hamburg: Komm, sing mein Lied

Viel mehr als nur Swing

Mit neuem Album und alter Big Band ist Roger Cicero seit letzter Woche auf „Was immer auch kommt“-Tournee. Bei seinem Heimspiel in Hamburg zeigt er seine neue Vielseitigkeit und bringt Gregor Meyle als charmanten Support mit.

Roger Cicero live Tour Hamburg
Fulminantes Konzert von Roger Cicero und Band in Hamburg!

Wer nur wegen Roger Cicero gekommen ist, muss sich zunächst etwas gedulden. Wer einen charismatischen Sänger mit Hut wollte, hat trotzdem gleich allen Grund zur Freunde. Bei den siebzehn Konzerten der „Was immer auch kommt“-Tournee bringt Roger Cicero schließlich Gregor Meyle & Band als Support mit. Keine schlechte Entscheidung, wie sich schnell herausstellt. Meyle bringt das Publikum mit seiner entspannten und lockeren Art zwischen den Songs immer wieder zum Lachen. Aber auch seine Musik überzeugt. Nach „Du bist das Licht“ und „Hätt nix dagegen“ tobt der Saal. Besser kann man als Support kaum ankommen. Und dann ist die halbe Stunde Spielzeit für Meyle auch schon vorbei.

Als um 20:50 Uhr immer noch keine Spur von Roger Cicero zu sehen ist, wird das Publikum langsam unruhig. Um zwei Minuten vor Neun beginnen die ersten Pfiffe, doch dann geht das Licht aus und die Big Band betritt die Bühne. Zu den ersten Klängen der Musiker wandern Lichtkegel durchs Publikum. Die erwartungsvolle Spannung im Raum ist spürbar. Und dann kommt auch Cicero die Showtreppe hoch, verbeugt sich und eröffnet mit „Glück ist leicht“. Nach dem ersten Song erklärt der Wahlhamburger, dass sie heute alle etwas nervöser seien bei ihrem Heimspiel. Außerdem kündigt er sein bisher vielseitigstes Programm an und legt die Messlatte damit zu Beginn schon selber sehr hoch.

Schon beim zweiten Lied steht das Publikum

Allerdings gelingt Cicero dann auch mit dem zweiten Song, wofür manche Band einen ganzen Abend kämpfen muss. Fast der ganze Saal steht von den Sitzen auf und bewegt sich ab den ersten Tönen von „Seine Ruhe“. Weniger tanzbar aber unfassbar schnell wird es ein paar Lieder später bei „Wenn ich nicht den Blues hätt“. Laut Cicero spielt die Band in Tempo 300. Die Finger von Trompeter Benny Brown fliegen beim Solo beinah über sein Instrument und Drummer Matthias Meusel bekommt für seine wilden Trommelwirbel Szenenapplaus.

„Was immer auch kommt“-Tournee: Für Abwechslung ist gesorgt

Für die zu Beginn des Konzerts versprochene Abwechslung wird wirklich gesorgt. Bei „Was immer auch kommt“, dem Titeltrack seines aktuellen Albums, greift Cicero zur akustischen Gitarre und setzt sich auf die Showtreppe. Im Refrain von „Wenn du die Wahl hast“ fordert er die Menge wieder zum Tanzen auf. Als ihm die Zuschauer bei „So sieht man sich wieder“ zu wenig mitsingen, verlässt er einfach die Bühne und marschiert durch den Saal. Dazu stimmt er gemeinsam mit dem Publikum noch einmal den Refrain in Endlosschleife an: „So sieht man sich wieder, so lernt man sich kennen“ und schießt dabei ein paar Fotos mit Zuschauern. Roger Cicero wirkt ausgelassen an diesem Abend - mal fröhlich, mal nachdenklich und immer so, dass man ihm zuhören möchte. Bei dem ganz privaten „Frag nicht wohin“ wird es sehr ruhig im Saal, allerdings im positiven Sinne.

Die großen Hits als Highlights

Highlights auf die fast alle im CCH gewartet haben, sind natürlich auch die großen Hits. Nach „Zieh die Schuh aus“ verabschiedet sich Cicero scherzhaft von seinen Fans: „Danke, Hamburg. Tschüß, wie soll man das noch steigern?“ Zu „Frauen regier’n die Welt“ holt er sich noch einmal Gregor Meyle auf die Bühne und präsentiert das Lied als Duett. Die beiden hatten sich in diesem Jahr bei der Fernsehsendung „Sing mein Lied – Das Tauschkonzert“ in Südafrika kennengelernt. Gemeinsam Singen ist auch in Hamburg immer wieder gefragt. „Murphys Gesetz“ endet in einem ausgiebigen Gesangsspiel mit dem Publikum und damit dann auch fast das Konzert

Neue Single als tanzbarer Abschluss

Erst nach der zweiten Zugabe ist der Auftritt schließlich nach fast zwei Stunden vorbei. Seine aktuelle Single „Du bist mein Sommer“ ist der tanzbare Abschluss eines absolut abwechslungsreichen Abends, bei dem Roger Cicero und seiner Big Band kaum Nervosität anzumerken war - stattdessen aber viel ehrliche Freude beim Heimspiel.

Lenne Kaffka
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