Vorsicht, Werwolf-Attacke!

EAV: Neues Album „Werwolf-Attacke“

Neues von der EAV

„Was ist los?“ denkt man sich, wenn man „Werwolf-Attacke“ hört – und dann liest man EAV und alles ist klar. Die Querdenker sind wieder da und schaffen ein furchterregendes Konzeptalbum – über das ganz normale Leben, den ganz normalen Wahnsinn.

1977 gründete sich eine Pioniertruppe: Die Erste Allgemeine Verunsicherung. Lieder von der EAV sind witzig, frech gereimt, poppig-rockig und mittlerweile echte Kultsongs auf Partys. Die meisten EAV-Songs sind aus der Feder des Gründungsmitglieds und Gitarristen Thomas Spitzer. Sein Kompagnon Klaus Eberhartinger ist als quirliger Sänger bekannt. Ihre berühmtesten Hits hatten sie Mitte der 80er-Jahre und jetzt wird nachgelegt. „Werwolf-Attacke“ ist das neueste Album und ist ab heute erhältlich. Ob sich ein Kauf lohnt erfahrt Ihr hier.

EAV: „Werwolf-Attacke“-Trackliste

Wenn Ihr nicht das ganze Album kaufen wollt, könnt Ihr hier bequem auch einzelne Songs downloaden – einfach anklicken.

  1. „Werwolf-Attacke!“
  2. „Bankrott“
  3. „Zeigefinger“
  4. „Pfeif Drauf“
  5. „Theater Um Die Kunst“
  6. „Dame Europa“
  7. „Hunger“
  8. „Scharia-Ho“
  9. „Babuschka“
  10. „Was Ist Los?“
  11. „La Loba“
  12. „Unscheinbarer Bua“
  13. „Maschine“
  14. „Miss Fuckushima“
  15. „Notkäppchen“
  16. „Sado Lilly“
  17. „Zugriff“
  18. „Monsters Of Trachtenball“
  19. „Lederhosen-Zombies“
  20. „Der Oide Wolf“

Unsere Kritik

Es gibt sie seit fast 40 Jahren und noch immer sind sie überaus aktiv. Während andere vielleicht mal ein Best-of-Album mit ein oder zwei neuen Songs veröffentlichen, haut die EAV gleich mal 20 neue Titel raus. Lieder wie „Monsters Of Trachtenball“, „Miss Fuckushima“ oder „Lederhosen-Zombies“ erklären sich textlich schon fast von selbst. Gerüchten zufolge soll letzterer Titel eine Abrechnung mit Andreas Gabalier sein – völliger Blödsinn übrigens. Wir wissen aus sicherer Quelle, dass sich die Band hier gegen das Tragen von Tracht bei „lustigen“ Besäufnissen äußert. Mit dem Grazer verstehen sie sich bestens.

Das Weltgeschehen, das Kleinbürgerliche – alles wird von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung mit spitzer Zunge analysiert. Mehr denn je bezieht die EAV auch politisch Stellung, wenn es um radikale Glaubenskämpfer geht, um Rechtsextremismus und die Kluft zwischen Arm und Reich. Im Booklet finden Fans EAV-typische Zeichnungen von Mastermind Thomas Spitzer – der Musiker hat sich mittlerweile auch einen respektablen Namen als Maler gemacht.

Fazit

Die EAV ist Kult und seit Jahrzehnten Garant für witzig-intelligente Leistung. Bei der Schwere mancher Texte könnte man langsam aber sicher die Umbenennung in „Ernste Allgemeine Verunsicherung“ andenken. Keine Frage, die EAV ist keine Blödlbardenband, sie hat den Sprung zur anspruchsvollen Satire längst geschafft. Weil sie die Messlatte aber in den 80er- und 90er-Jahren sehr hoch gehangen haben, ist es schwer, an die alten Erfolge direkt anzuschließen. Deswegen gibt’s von der SchlagerPlanet-Redaktion vier von fünf Sternen.

Jennifer Victoria Withelm
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