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Tim Curry ist tot: Ein Brief bewegt jetzt ganz Hollywood

27.08.2026, 08:10 Uhr

Hollywood verliert eine seiner unverwechselbarsten Figuren: Tim Curry ist tot. Der britische Schauspieler und Sänger, der als Dr. Frank-N-Furter in „The Rocky Horror Picture Show“ Kultstatus erlangte und als Horrorclown Pennywise eine ganze Generation das Fürchten lehrte, starb im Alter von 80 Jahren. Unter den zahllosen Nachrufen sticht einer besonders heraus – ein Brief, den ein Kollege nur wenige Wochen vor Currys Tod abgeschickt hatte.

Tim Curry ist tot: Das ist über seinen Tod bekannt

Tim Curry starb nach übereinstimmenden Medienberichten am späten Abend des 25. August 2026 in seinem Haus in Los Angeles. Seine langjährige Managerin Marcia Hurwitz bestätigte den Tod gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Eine Todesursache wurde bislang nicht veröffentlicht. Die Polizei von Los Angeles fand nach Angaben mehrerer US-Medien keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

Curry hatte seit Jahren mit den Folgen eines schweren Schlaganfalls zu kämpfen, den er 2012 erlitt. Der Eingriff am Gehirn und die anschließende Reha veränderten sein Leben grundlegend – öffentlich zeigte sich der Schauspieler seither fast ausschließlich im Rollstuhl.

Vom Royal Court Theatre zur Kult-Ikone

Geboren wurde er als Timothy James Curry am 19. April 1946 im englischen Grappenhall in der Grafschaft Cheshire. Sein Vater, ein Marineseelsorger der Royal Navy, starb 1958 – Curry war damals elf Jahre alt. An der University of Birmingham studierte er Englisch und Theaterwissenschaft und schloss 1968 ab.

Der Durchbruch kam 1973: Am Londoner Royal Court Theatre schlüpfte Curry erstmals in Strapse und High Heels und spielte in der Musical-Groteske „The Rocky Horror Show“ den außerirdischen Wissenschaftler Dr. Frank-N-Furter. Zwei Jahre später übernahm er die Rolle in der Verfilmung „The Rocky Horror Picture Show“ (1975). Der Film floppte zunächst an den Kinokassen – und wurde erst über Mitternachtsvorstellungen, Mitsing-Aktionen und Verkleidungspartys zum vielleicht langlebigsten Kultfilm der Geschichte.

Steckbrief Tim Curry
Vollständiger Name Timothy James Curry
Geboren 19. April 1946 in Grappenhall, Cheshire (England)
Gestorben 25. August 2026 in Los Angeles (USA), im Alter von 80 Jahren
Ausbildung Englisch und Theaterwissenschaft, University of Birmingham (Abschluss 1968)
Durchbruch Dr. Frank-N-Furter in „The Rocky Horror Show“ (Bühne ab 1973, Film 1975)
Auszeichnungen Drei Tony-Nominierungen, zwei Nominierungen für den Laurence Olivier Award
Musik Drei Studioalben: „Read My Lips“ (1978), „Fearless“ (1979), „Simplicity“ (1981)
Privates War nie verheiratet, hatte keine Kinder

Diese Rollen machten Tim Curry unsterblich

Curry war ein Verwandlungskünstler, der sich nie auf ein Genre festlegen ließ. Seine bekanntesten Auftritte:

  • Dr. Frank-N-Furter in „The Rocky Horror Picture Show“ (1975) – die Rolle seines Lebens.
  • Pennywise in der Stephen-King-Verfilmung „Es“ (1990) – ein Clown, der bis heute Clown-Phobien auslöst.
  • Wadsworth in der Krimikomödie „Clue“ (1985), die inzwischen selbst Kultstatus genießt.
  • Darkness in Ridley Scotts Fantasy-Epos „Legend“ (1985).
  • Hotelmanager in „Kevin – Allein in New York“ (1992).
  • Long John Silver in „Die Schatzinsel“ mit den Muppets (1996).
  • König Artus im Broadway-Musical „Spamalot“ (ab 2005) und Mozart in „Amadeus“ (1980).

Dazu kam eine zweite, oft unterschätzte Karriere als Synchron- und Sprecherstimme: In unzähligen Zeichentrickserien und Videospielen lieh Curry Schurken seinen samtigen, süffisanten Tonfall.

Der Sänger Tim Curry: Drei Alben zwischen Rock und Bühne

Weniger bekannt ist, dass Curry Ende der 1970er-Jahre ernsthaft eine Musikkarriere verfolgte. Zwischen 1978 und 1981 veröffentlichte er drei Studioalben – „Read My Lips“, „Fearless“ und „Simplicity“ –, auf denen er Rock mit theatralischer Bühnenpräsenz mischte. Sein Song „I Do the Rock“ schaffte es in die Billboard Hot 100. Der ganz große kommerzielle Erfolg blieb aus, doch die Platten gelten bis heute als Geheimtipp für Fans exzentrischer Rockmusik.

Tim Curry bei den Tony Awards 2005 in der Radio City Music Hall in New York
Tim Curry bei den 59. Annual Tony Awards in der Radio City Music Hall, New York, 05.06.2005. Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire (Nancy Kaszerman)

Der Schlaganfall 2012 – und der Humor, der blieb

2012 traf Curry ein schwerer Schlaganfall, der eine Operation am Gehirn nötig machte. Er blieb auf der linken Körperseite beeinträchtigt und war fortan auf einen Rollstuhl angewiesen. Seinen Humor verlor er dabei nicht: In späteren Interviews scherzte er, er habe am Tag vor dem Schlaganfall drei Schachteln Zigaretten geraucht.

Ganz zurück zog er sich nicht. 2016 kehrte er für das Fernseh-Remake „The Rocky Horror Picture Show: Let’s Do the Time Warp Again“ als Erzähler auf den Bildschirm zurück – ein Auftritt, den Fans als stillen Triumph feierten. Im Oktober 2025 erschien seine Autobiografie „Vagabond“. Der notorisch zurückhaltende Curry, der nie verheiratet war und keine Kinder hatte, öffnete sich darin erstmals ausführlich – ausdrücklich für jene Fans, denen seine Arbeit etwas bedeutet hatte.

Hollywood nimmt Abschied

Nach Bekanntwerden der Todesnachricht meldeten sich zahlreiche Weggefährten zu Wort:

  • Carol Burnett, seine Kollegin aus „Annie“, schrieb auf Instagram: „Niemand konnte liebenswerte Bösewichte besser spielen als er. Er war ein lieber Freund.“
  • Michael McKean, sein „Clue“-Partner, erinnerte sich auf X: „Mein letztes Gespräch mit Tim Curry drehte sich um das Leben, die Liebe und das Lachen.“
  • Eric Idle würdigte ihn als „unseren ersten König Artus“ und als „feinen Mann, Sänger, Schauspieler, Gastgeber und Gärtner“.
  • Auch die Muppets meldeten sich: Kaum ein Mensch habe den Titel eines Ehren-Muppets mehr verdient als Tim Curry.
  • Weitere Nachrufe kamen unter anderem von Lesley Ann Warren, Rosie O’Donnell, Guillermo del Toro, Josh Gad und Christopher Lloyd.

Am Broadway wurde der Abschied zum gemeinsamen Moment: Der Cast von „The Rocky Horror Show“ im Studio 54 spielte am Mittwochabend nach der regulären Vorstellung eine Sonderversion des Schlussstücks „I’m Going Home“ – zu Ehren des Mannes, der die Rolle vor mehr als 50 Jahren erfunden hatte.

Anzeigetafel des IFC Center in New York kündigt eine Vorführung von Clue mit Tim Curry an
Das IFC Center in New York kündigt nach Tim Currys Tod eine Vorführung von „Clue“ an, New York, 26.08.2026. Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire (Billy Tompkins)

Der Brief, der Hollywood bewegt

Und dann ist da jener Brief, der die Nachrufe überstrahlt. Der walisische Schauspieler Luke Evans spielte in diesem Jahr bei seinem Broadway-Debüt im Studio 54 ebenjenen Dr. Frank-N-Furter – und wurde dafür für einen Tony nominiert. Wenige Wochen vor Currys Tod setzte er sich hin und schrieb dem Mann, der die Rolle erschaffen hatte, einen persönlichen Brief. Begegnet sind sich die beiden nie.

Am Mittwochabend veröffentlichte Evans den Text auf Instagram.

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„Es gibt und wird immer nur einen Tim Curry geben. Ich habe nie versucht, das nachzumachen, was du getan hast.“

Luke Evans in seinem Brief an Tim Curry, veröffentlicht auf Instagram (Original: „There is, and always will be, only one Tim Curry. I’ve never tried to recreate what you did.“)

Curry sei „eine Naturgewalt, eine helle, wilde Flamme“ gewesen, schrieb Evans weiter. Er dankte ihm für seine „furchtlose Darstellung“ und dafür, dass er „Generationen von Schauspielern dazu inspiriert hat, ein bisschen mutiger zu sein, als sie es sich zugetraut hätten“.

Genau darin liegt das Vermächtnis des Tim Curry: Ein Film, der bei seinem Start als Misserfolg galt, wurde zum Sicherheitsnetz für alle, die sich anders fühlten. Und ein Brief, der drei Wochen vor seinem Tod abgeschickt wurde, erzählt heute besser als jede Statistik, was dieser Schauspieler ausgelöst hat.

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Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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