Swansea hat Abschied genommen: Am Montag, dem 17. August 2026, wurde Bonnie Tyler in der St Mary’s Church, dem Swansea Minster, in einem Trauergottesdienst verabschiedet – gut fünf Wochen nach ihrem Tod im Alter von 75 Jahren. Rund tausend Menschen standen vor der Kirche, viele von ihnen weinten. Und ein Detail an ihrem letzten Weg ließ selbst gefasste Trauergäste kurz innehalten.
Bonnie Tyler war am 8. Juli 2026 in einem portugiesischen Krankenhaus gestorben. Vorausgegangen war eine Notoperation am Darm im Mai, nach der die Sängerin wochenlang im künstlichen Koma lag. Ihre Familie sprach von einem Tod, der sie unvorbereitet traf. Wer die Bilder dieser Woche aus Wales gesehen hat, versteht, was die Frau, die als Gaynor Hopkins geboren wurde, ihrer Heimat bedeutet hat.
Ein ganzes Land nimmt Abschied
Schon am Samstag, dem 15. August, war der Sarg in einem Trauerzug durch Mumbles bei Swansea gefahren worden – jenen Küstenort, in dem Tyler zuletzt gelebt hatte. Tausende säumten die Straßen, applaudierten, warfen Blumen auf den Wagen und sangen gemeinsam „Total Eclipse of the Heart“. Der Sarg war mit der walisischen Flagge bedeckt, daneben stand ein gerahmtes Foto der Sängerin.
Unter den Wartenden waren auch viele, die extra angereist waren – aus Deutschland, aus Österreich, aus halb Europa. Eine der Trauernden, die 18-jährige Carys Edwards, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Ihre Musik hat viele Menschen berührt. Ich bin wirklich überrascht, wie viele Menschen heute hierher gekommen sind.“
| Datum | Station |
|---|---|
| 8. Juli 2026 | Bonnie Tyler stirbt mit 75 Jahren in einem Krankenhaus in Portugal |
| 15. August 2026 | Trauerzug durch Mumbles, Tausende säumen die Straßen |
| 17. August 2026, 12 Uhr | Trauergottesdienst im Swansea Minster (St Mary’s Church) |
| 17. August 2026, danach | Letzte Fahrt durch ihren Geburtsort Skewen, anschließend Beisetzung im engsten Kreis |
Die Trauerfeier im Swansea Minster
Der Gottesdienst am Montagmittag war nur für geladene Gäste. Damit trotzdem alle teilnehmen konnten, übertrug die Gemeinde die Feier auf eine Großleinwand am nahegelegenen St David’s Square und zusätzlich im Livestream. Draußen saßen Fans auf Campingstühlen, hielten Liedblätter in den Händen und applaudierten, als der Sarg eintraf.
Geleitet wurde die Feier von Reverend Canon Justin Davies, der das Leben der Sängerin in mehreren Abschnitten nachzeichnete – von der Geburt 1951 in Skewen über die Entdeckung in einem Club in Swansea bis zur Weltkarriere. Ihr Ehemann Robert Sullivan, mit dem sie seit 1973 verheiratet war, und ihr Bruder Paul Hopkins gehörten zu den Trauergästen.
Musikalisch war der Gottesdienst ein Querschnitt durch ihr Leben:
- „If I Sing You A Love Song“ und „It’s A Heartache“ erklangen, während der Sarg hereingetragen wurde – gesungen von ihr selbst.
- Der walisische Männerchor Only Men Aloud, mit dem Tyler zu Lebzeiten zusammengearbeitet hatte, sang „Total Eclipse of the Heart“ und „Bridge Over Troubled Water“.
- Ein Chor stimmte das walisische Kirchenlied „Calon Lân“ an, die Gemeinde sang Hymnen mit.

„Immer ein Star, nie eine Diva“
Zwei Weggefährten sprachen bei der Feier. Roger Bell, der Talentsucher, der Tyler einst in einem Club in Swansea entdeckt hatte, nannte sie schlicht einzigartig – ihre Stimme habe ihm nach mehr als 50 Jahren noch immer eine Gänsehaut beschert. Über ihren Umgang mit Fans sagte er: „Da war eine Wärme und Aufrichtigkeit, die durchschien, und sie hat nie Nein gesagt, wenn jemand ein Foto wollte.“
Ihr langjähriger Manager Matthew Davis, der fast 40 Jahre mit ihr gearbeitet hat, fand die Worte, die viele Trauergäste anschließend zitierten.
„Sie war immer ein Star und nie eine Diva. Sie hat sich weiterhin einfach als Mädchen aus Skewen gefühlt und ihre Wurzeln nie vergessen.“
Matthew Davis, Manager von Bonnie Tyler, bei der Trauerfeier im Swansea Minster
Der weiße Sarg – und das Detail, das alle sahen
Genau dieses Bodenständige zog sich bis in die Gestaltung des Abschieds. Tylers Sarg war weiß und auf beiden Seiten mit einem eingravierten Mikrofon und einem Notenschlüssel verziert. Am Kopfende befand sich ein Kreuz, angefertigt vom Juwelier Spencer Morgan, am Fußende Flügel – ein Motiv, das von der Stickerei ihrer Bühnenjacke übernommen worden war. Weiße Rosen und Lilien lagen obenauf.
Das Detail aber, das den Fans vor der Kirche die Tränen in die Augen trieb, war der Leichenwagen selbst: Der weiße Wagen trug seitlich ihren Namen – „Bonnie“, Buchstabe für Buchstabe aus weißen Blüten gesteckt. Kein Künstlername auf einem Plakat, kein Schriftzug auf einer Bühne. Nur ihr Vorname, in Blumen, auf dem letzten Weg durch die Stadt, in der alles angefangen hatte.
Die letzte Fahrt nach Skewen
Nach dem Gottesdienst führte der Trauerzug noch einmal durch Skewen, den Ort bei Neath, in dem Gaynor Hopkins am 8. Juni 1951 geboren wurde. Auch dort standen die Menschen am Straßenrand. Die Beisetzung selbst fand anschließend im engsten Familienkreis statt.
Statt Blumen bat die Familie um Spenden für zwei walisische Einrichtungen: das Kinderkrankenhaus Noah’s Ark Children’s Hospital for Wales und die Organisation Cerebral Palsy Cymru. Es ist ein Wunsch, der zu dem passt, was an diesem Montag in Swansea immer wieder über sie gesagt wurde – dass die Frau mit einer der bekanntesten Stimmen der Popgeschichte vor allem eines geblieben war: ein Mädchen aus Wales, das nie vergessen hat, wo es herkam.
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Von: Julian Weber bearbeitet mit KI