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Detlef Soost: Dieser eine Tag veränderte sein Leben

18.08.2026, 08:52 Uhr

Detlef Soost gilt heute als Musterbeispiel für Disziplin: Choreograf, Fitness-Unternehmer, Motivationscoach. Doch in Barbara Schönebergers Podcast „Mit den Waffeln einer Frau“ hat der 55-Jährige nun ein Kapitel aufgeschlagen, das so gar nicht zu diesem Bild passen will – und das mit einem einzigen Tag endete, der alles veränderte.

In Folge 403 des barba-radio-Podcasts, die am 15. August 2026 erschienen ist, spricht Soost ungewohnt offen über seine Jahre nach dem Mauerfall. Der Tänzer wurde 1970 in Ost-Berlin geboren und war gerade 18 Jahre alt, als die Mauer fiel. Die neue Freiheit habe ihn nicht beflügelt, sondern überfordert: „verängstigt und ohne Plan“ sei er damals gewesen, sagt er im Gespräch mit der Moderatorin.

Die „Drei-Affen-Taktik“: Wie aus Rechnungen ein Berg wurde

Rechnungen, Mahnungen und schließlich Briefe vom Gerichtsvollzieher landeten ungeöffnet im Stapel. Soost beschreibt sein damaliges Verhalten mit einem eigenen Begriff: der „Drei-Affen-Taktik: nichts sagen, nichts hören, nichts sehen“. Wer nicht hinschaut, muss sich nicht kümmern – so die Logik, die ihn immer tiefer hineinzog.

Parallel dazu leistete er sich Dinge, die er sich schlicht nicht leisten konnte. Ein gemietetes Audi Cabrio für 1.500 Mark im Monat stand vor einer Wohnung, in der es weder Licht noch warmes Wasser gab. Ein Vertreter schwatzte ihm ein Bertelsmann-Lexikon für 3.400 Mark auf – weil er, wie er selbst sagt, nicht Nein sagen konnte. Und bei einem Fernseher achtete er nur auf die Monatsrate von 99 Mark, ohne zu bemerken, dass am Ende 2.500 Mark fällig würden.

Posten Betrag
Mietschulden 14.000 Mark
Fernseher (Ratenkauf) 2.500 Mark
Bertelsmann-Lexikon 3.400 Mark
Audi Cabrio (Miete) 1.500 Mark pro Monat
Schuldenberg gesamt rund 65.000 Mark (etwa 33.000 Euro)

Unterm Strich standen rund 65.000 Mark – nach heutiger Rechnung etwa 33.000 Euro. Für einen jungen Mann ohne festes Einkommen eine Summe, die kaum noch abzutragen war.

Detlef D! Soost spricht in einer Talkshow über seine Vergangenheit
Choreograf Detlef D! Soost beim WDR Kölner Treff, Köln, 05.06.2025. Foto: IMAGO / Panama Pictures (Christoph Hardt)

Zigaretten aus Polen – und ein Fehler zu viel

Um an Geld zu kommen, nutzte Soost ausgerechnet das teure Cabrio: Gemeinsam mit einem Freund schmuggelte er Zigaretten aus Polen nach Deutschland, versteckt im Wagen. Zweimal ging die Sache gut. Beim dritten Mal nicht mehr.

„Das ging zweimal gut, dann wurden wir schlampig.“

Detlef Soost im Podcast „Mit den Waffeln einer Frau“

Was folgte, war eine Verurteilung – und damit jener Punkt, an dem aus Leichtsinn Ernst wurde.

33 Tage – und doch nur einer

Detlef Soost sollte 33 Tage ins Gefängnis. Die Berliner Justizvollzugsanstalten Moabit und Plötzensee lernte er von innen kennen. Doch die Haft dauerte am Ende nur einen einzigen Tag: Eine Freundin nahm einen Kredit auf und löste ihn aus.

Dieser eine Tag hinter Gittern wurde für ihn zum Wendepunkt. Im Podcast fasst er ihn in zwei kurze Sätze:

„Das war der Tiefpunkt. […] Jetzt musst du was ändern. Das war der Gamechanger.“

Detlef Soost über seinen Tag in Haft

Der Mann, der ihm den Weg zurück ebnete

Allein hätte Soost den Schuldenberg kaum abgetragen. Hilfe kam von Martin Strube, einem frühen Weggefährten aus der Berliner Szene. Er handelte für Soost erträgliche Konditionen mit den Gläubigern aus und gab ihm Arbeit, sodass der junge Tänzer seine Schulden Stück für Stück zurückzahlen konnte. Die beiden sind bis heute befreundet.

Rückblickend liest sich Soosts Weg wie eine Kette von Entscheidungen, die erst nach dem Tiefpunkt in die richtige Richtung zeigten:

  • 1970 in Ost-Berlin geboren, mit 18 erlebt er den Mauerfall
  • Schulden von rund 65.000 Mark, Briefe werden ignoriert
  • Zigarettenschmuggel aus Polen – beim dritten Versuch erwischt
  • Verurteilung, 33 Tage Haft angesetzt, nach einem Tag ausgelöst
  • Neustart mit Unterstützung von Martin Strube, Rückzahlung der Schulden
  • Später bundesweit bekannt als Choreograf, Coach und TV-Gesicht

Dass er diese Geschichte heute erzählen kann, ohne sie zu beschönigen, gehört bei Soost zum Programm. Aus dem jungen Mann, der Briefe nicht öffnete, ist einer geworden, der anderen beibringt, genau das nicht mehr zu tun.

Quellen: barba radio, Podcast „Mit den Waffeln einer Frau“, Folge 403 vom 15.08.2026; t-online; Abendzeitung München.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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