Im Fernsehen gab er den Mann, für den Geld nur eine Randnotiz war. Nur wenige Monate später muss Roland Ludomirska (57) zusehen, wie sein Lebenswerk Stück für Stück unter den Hammer kommt – und findet dafür erstaunlich gelassene Worte.
Wer die SAT.1-Show „Villa der Versuchung“ verfolgt hat, dürfte den österreichischen Unternehmer nicht so schnell vergessen haben. Ludomirska trat dort als selbst ernannter Käse-Millionär auf, protzte mit seinem Vermögen und ließ keinen Zweifel daran, wie wenig ihm Geld angeblich bedeutet. Ein Satz aus der Show wirkt heute wie aus einem anderen Leben.
„Weißt du, was Geld ist? Eine Serviette, mit der wische ich mir das […] ab und schmeiße es weg.“
Roland Ludomirska in „Villa der Versuchung“
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Das Aus für die Luxus-Käsemarke
Hinter dem TV-Auftritt stand ein reales Unternehmen: die Marke Crazy Cheese mit Zentrale in Hart bei Graz, auffällig in Gold und Schwarz eingerichtet. Im Juli 2026 beantragten die Crazy Cheese Manufacture Holding GmbH und die Tochtergesellschaft MRL Crazy Cheese Manufacture W GmbH beim Landesgericht Graz selbst das Konkursverfahren. Sämtliche Geschäfte wurden geschlossen, eine Fortführung des Betriebs ist nicht geplant.
Als wesentliche Ursache für die finanzielle Schieflage gelten laut „Der Standard“ die Folgen der Coronapandemie.
| Die Pleite im Überblick | Fakten |
|---|---|
| Unternehmen | Crazy Cheese Manufacture Holding GmbH, MRL Crazy Cheese Manufacture W GmbH |
| Firmensitz | Hart bei Graz (Österreich) |
| Konkursantrag | Juli 2026, Landesgericht Graz |
| Genannter Grund | Folgen der Coronapandemie |
| Fortführung | nicht geplant, alle Geschäfte geschlossen |
| Versteigerung | seit 24. August 2026 über das Auktionshaus Aurena |
Mehr als 660 Objekte kommen unter den Hammer
Seit dem 24. August 2026 wird das Inventar der Firmenzentrale über das Auktionshaus Aurena versteigert. Wie „Focus“ berichtet, stehen mehr als 660 Gegenstände zum Verkauf – ein Querschnitt durch die Inszenierung, mit der Ludomirska seine Marke jahrelang bekannt gemacht hatte:
- Champagnergläser und ein handgefertigter Champagnersäbel
- Kronleuchter aus der gold-schwarzen Zentrale
- eine Discokugel
- Sammlerstücke aus dem „Star Wars“-Universum
Seine Follower auf Instagram lud der Unternehmer selbst dazu ein, sich bei der Auktion „ein Stück Crazy-Cheese-Geschichte“ zu sichern.
„Jetzt steh‘ ich vor dem Nichts“
Wie es ihm mit dem Ausverkauf geht, machte Ludomirska gegenüber „Treffpunkt Österreich“ deutlich. Von der Angeberei aus der TV-Show ist dort wenig übrig.
„Jetzt steh‘ ich vor dem Nichts und hab eigentlich gar nichts.“
Roland Ludomirska gegenüber „Treffpunkt Österreich“
Ärger über Schadenfreude im Netz
Besonders zu schaffen macht dem 57-Jährigen offenbar die Reaktion in den sozialen Medien. Dass sich Fremde über seine Pleite freuen, kann er nicht nachvollziehen: „Und jetzt, wo es mir finanziell nicht so gut geht, da freuen sie sich“, sagte er demselben Portal – dabei gehe es diesen Menschen selbst nicht besser als vorher.
Wie es für ihn weitergehen soll
Aufgeben will Ludomirska trotzdem nicht. Statt dem verlorenen Luxus hinterherzutrauern, kündigte er an, künftig eben „ohne Geld weitergenießen“ zu wollen. Wie das konkret aussehen kann, beschrieb er mit einem Bild, das die Fallhöhe zwischen Champagnersäbel und Alltag kaum deutlicher machen könnte: Statt Delikatessen gebe es dann eben „Butterkartoffeln mit Salz“.
Privat hat der Unternehmer ohnehin einen Rückhalt, den keine Auktion versteigern kann: Seit 2009 ist er mit seiner Frau Manuela verheiratet, gemeinsam haben die beiden einen Sohn.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI