Am 5. Oktober 2026 zieht Axel Schulz in den „Promi Big Brother“-Container – als einziger Bewohner, der schon einmal vor mehr als 18 Millionen Fernsehzuschauern im Ring stand. Wer der frühere Schwergewichtsboxer aus Brandenburg ist, was ihn trotz verlorener Titelkämpfe zum Volkshelden machte und warum ihn ausgerechnet der Morgenkaffee umtreibt.
Steckbrief: Axel Schulz auf einen Blick
Axel Schulz gehört zu den bekanntesten Sportlern, die Ostdeutschland hervorgebracht hat. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
| Angabe | Details |
|---|---|
| Name | Axel Schulz |
| Geboren | 9. November 1968 in Bad Saarow-Pieskow (Brandenburg) |
| Alter | 57 Jahre |
| Wohnort | Frankfurt (Oder) |
| Beruf | ehemaliger Schwergewichtsboxer, Unternehmer, TV-Persönlichkeit |
| Profi-Bilanz | 26 Siege (11 durch K. o.), 5 Niederlagen, 1 Unentschieden, 1 Kampf ohne Wertung |
| Größte Kämpfe | George Foreman (1995), Francois Botha (1995), Michael Moorer (1996) |
| Familie | zwei Töchter (geboren 2006 und 2010) |
| TV-Auftritte | „The Masked Dancer“ (2022), „Das Traumschiff“ (2023), „Die Höhle der Löwen“ |
| Bei „Promi Big Brother“ | Staffel 14, ab 5. Oktober 2026 in SAT.1 |
Vom ASK Vorwärts zum Volkshelden: die Box-Karriere
Die Amateurjahre in der DDR
Schulz begann 1979 mit dem Boxsport und wechselte 1982 in die Boxabteilung des ASK Vorwärts Frankfurt (Oder). Trainiert wurde er dort zunächst von Ulli Wegner, ab 1988 von Manfred Wolke – zwei Namen, die das deutsche Boxen über Jahrzehnte geprägt haben. In 98 Amateurkämpfen blieb Schulz 78 Mal siegreich. Seine wichtigsten Erfolge:
- 1986: Junioren-Europameister im Halbschwergewicht in Kopenhagen
- 1988: DDR-Meister im Schwergewicht in Gera
- 1989: Sieger des Chemiepokals in Halle an der Saale
- 1989: Vize-Europameister im Schwergewicht in Athen
- 1989: WM-Bronze in Moskau – im Halbfinale konnte er verletzungsbedingt nicht antreten
Nach dem Mauerfall folgte Schulz seinem Trainer Manfred Wolke ins Profilager. Sein Debüt gab er am 5. Oktober 1990 in Düsseldorf mit einem Punktsieg gegen den Ugander George Ajio.
Las Vegas 1995: das Urteil, das ganz Deutschland empörte
Der Kampf, der Axel Schulz unsterblich machte, endete mit einer Niederlage. Am 22. April 1995 stand er in Las Vegas dem IBF-Weltmeister George Foreman gegenüber. Nach Einschätzung zahlreicher Experten dominierte der Herausforderer aus Brandenburg weite Strecken des Kampfes – die Punktrichter sprachen den Sieg dennoch Foreman zu. Das Urteil gilt bis heute als eines der umstrittensten der Boxgeschichte.

Ausgerechnet diese Niederlage machte Schulz zum Publikumsliebling. Der „Spiegel“ brachte das Phänomen 2018 auf den Punkt:
„Alle großen Kämpfe hat er verloren. Trotzdem wurde Axel Schulz zum beliebtesten deutschen Schwergewichtsboxer seit Max Schmeling.“
Spiegel Online über Axel Schulz, 2018
Botha, Moorer, Klitschko: die weiteren Titelkämpfe
Nur wenige Monate später folgte der zweite Anlauf: Am 9. Dezember 1995 boxte Schulz in Stuttgart gegen Francois Botha um den vakanten IBF-Titel. Er verlor nach einer Mehrheitsentscheidung – das Urteil wurde später annulliert, weil Botha des Dopings überführt wurde. Der Kampf erreichte nach Angaben von Joyn 18,03 Millionen Fernsehzuschauer und ist damit bis heute Rekordhalter im deutschen Boxsport.
| Datum | Gegner | Ort | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 22.04.1995 | George Foreman (IBF-Weltmeister) | Las Vegas | Punktniederlage, umstrittenes Urteil |
| 09.12.1995 | Francois Botha (vakanter IBF-Titel) | Stuttgart | Niederlage nach Mehrheitsentscheidung, später annulliert |
| 22.06.1996 | Michael Moorer (IBF-Titel) | Dortmund | Punktniederlage |
| 25.09.1999 | Wladimir Klitschko (Europameisterschaft) | Köln | technischer K. o. in Runde 8 |
| 25.11.2006 | Brian Minto (Comeback) | Halle (Westfalen) | technischer K. o. in Runde 6 |
Nach der Niederlage gegen den jungen Wladimir Klitschko im September 1999 verkündete Schulz seinen Rücktritt noch im Ring. Ein Comeback im November 2006 gegen Brian Minto endete ebenfalls vorzeitig – danach hängte er die Handschuhe endgültig an den Nagel.
Schlaganfall und Ehe-Aus: die Schattenseiten
Kurz nach dem gescheiterten Comeback erlitt Schulz im Februar 2007 einen Schlaganfall. Nach Darstellung von Joyn handelte es sich um einen leichten Schlaganfall ohne bleibende Schäden.
2021 wurde auch sein Privatleben zum Thema. Schulz und seine Frau Patricia, die er 2005 kennengelernt und im März 2006 geheiratet hatte, gaben ihre Trennung öffentlich bekannt – nach rund 15 Ehejahren und zwei gemeinsamen Töchtern. Einen öffentlichen Rosenkrieg gab es nicht: Schulz betonte stets den freundschaftlichen Umgang und die gemeinsame Verantwortung für die Kinder. Gegenüber dem Magazin „Bunte“ sprach er im Sommer 2021 offen über seine Suche nach einer neuen Beziehung:
„Wir sind in der Kennenlernphase, aber es ist nicht total fest. Ich suche eine feste Verbindung. Rumludern ist nicht mein Ding“
Axel Schulz im Interview mit „Bunte“, 2021
Ein drittes Kapitel betrifft seine Jugend in der DDR: 1986 wurde der damals 17-Jährige vom Ministerium für Staatssicherheit unter dem Decknamen „Markus“ als inoffizieller Mitarbeiter angeworben; die Zusammenarbeit wurde später beendet. Seinem Ansehen hat die Enthüllung kaum geschadet.
Schaf, Schaschlik und „Höhle der Löwen“: Axel Schulz heute
Nach dem Ende der Sportkarriere erfand sich Schulz als TV-Gesicht neu – mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Er arbeitete als Box-Kommentator und Sportmoderator, war regelmäßig in Talkshows zu Gast und übernahm kleinere Rollen, etwa 2023 in „Das Traumschiff“. Unvergessen bleibt sein Auftritt als „Das Schaf“ bei „The Masked Dancer“ im Januar 2022, wo er Platz sechs belegte und sein eingeschränktes Tanztalent selbst am lautesten bekicherte.
Als Unternehmer setzt Schulz auf Genuss statt auf Schläge: Er ist an der Grillmarke „Iss doch Schaschlik“ beteiligt und trat laut Joyn 2026 als Investoren-Pate bei „Die Höhle der Löwen“ in Erscheinung. Daneben engagiert er sich ehrenamtlich – seit 2018 als Schirmherr des Kinderhospiz-Vereins „Grasbeißerbande e. V.“, außerdem als Botschafter der Ernst-Prost-Stiftung und Unterstützer der Stiftung KinderHerz.
Dem Boxsport bleibt er verbunden: Im August 2026 zeigte er sich auf seinem verifizierten Instagram-Kanal beim Training.
„Promi Big Brother“ 2026: die Staffel und ihre Bewohner
Die 14. Staffel von „Promi Big Brother“ startet am Montag, dem 5. Oktober 2026, um 20:15 Uhr in SAT.1. Bis zum 19. Oktober sind 15 Folgen geplant, auf Joyn läuft zusätzlich ein Livestream. Durch die Sendung führen wie gewohnt Marlene Lufen und Jochen Schropp, es geht um ein Preisgeld von 100.000 Euro. Die Staffel steht unter einem Garten-Motto – t-online zitiert es mit „Nur die Harten kommen in den Garten“.

Zehn Bewohnerinnen und Bewohner wurden bislang bestätigt – die Altersangaben stammen von den „Ruhr Nachrichten“:
| Name | Alter | Bekannt als |
|---|---|---|
| Axel Schulz | 57 | Box-Legende |
| Christian Lell | 42 | Ex-Profifußballer (Bayern München, Hertha BSC) |
| Francesca Morgese | 28 | Reality-Darstellerin |
| Gedeon Burkhard | 57 | Schauspieler („Kommissar Rex“) |
| Georgina „Gia“ Stumpf | 37 | Podcasterin |
| Godfrey Egbon | 35 | GNTM-Finalist |
| Maurice Dziwak | 28 | Reality-Star |
| Nadja Benaissa | 44 | Sängerin (No Angels) |
| Nina Bridney | 23 | Streamerin |
| René „Redo“ Dost | 57 | Gastronom und Social-Media-Star |
Das nimmt sich Axel Schulz im Container vor
Warum tut sich ein 57-Jähriger das Containerleben überhaupt an? Schulz selbst gibt darauf eine unaufgeregte Antwort. Im Gespräch mit Promiflash erklärte er Anfang September 2026, er sei eben schon „ein bisschen gesetzteren Alters“ – und sieht in der Show auch eine Chance für seine alte Sportart:
„Vielleicht rückt sogar der Boxsport wieder ein bisschen in den Vordergrund, dass die jungen Leute googeln: Was hat der alte Mann denn mal gemacht?“
Axel Schulz gegenüber Promiflash, 5. September 2026
Sein erklärtes Ziel für die Staffel klingt entsprechend bodenständig. Auf die Frage, was er mitbringe, antwortete er auf der „Promi Big Brother“-Kandidatenseite bei Joyn:
„Ich will gute Laune verbreiten, für gute Stimmung und gute Laune vor Ort sorgen. Es wird für mich eine völlig neue Herausforderung und dann werden wir sehen, was kommt.“
Axel Schulz auf joyn.de
Vor dem Schlafen auf engstem Raum hat der frühere Boxer keine Angst – im Gegenteil, es erinnert ihn an früher: „Ich werde mich richtig in meine Kindheit und Jugend zurückversetzen. Früher habe ich im Trainingslager immer mit 20 bis 25 Leuten in einem großen Raum oder in Sporthallen geschlafen“, sagte er Joyn. Auch beim Essen und beim Schlafen erwartet er nach eigener Aussage keine Probleme.
Bleibt genau ein Punkt, der ihm wirklich Sorgen bereitet – und damit ist die Frage nach seiner größten Schwachstelle im Container beantwortet. Es ist weder Hunger noch Schlafmangel noch die Konkurrenz, sondern eine kleine Morgenroutine, auf die Schulz seit Jahrzehnten nicht verzichtet: sein Kaffee, allein und in Ruhe, ohne Gespräch. Gegenüber Promiflash brachte er es mit typischem Understatement auf den Punkt:
„Morgens keinen Kaffee zu kriegen. Aber das hätte ich jetzt nicht sagen dürfen – jetzt kriege ich keinen.“
Axel Schulz gegenüber Promiflash, 8. September 2026
Wer den Mann kennt, der drei WM-Kämpfe und einen Schlaganfall überstanden hat, wird vermuten: Auch ohne Morgenkaffee dürfte Axel Schulz der Ruhepol dieser Staffel werden. Ob das reicht, um bis zum Finale am 19. Oktober 2026 im Haus zu bleiben, entscheiden am Ende die Zuschauer.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI