Marius Borg Høiby, der 29 Jahre alte Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, verbüßt seine Untersuchungshaft derzeit nicht in einer klassischen Gefängniszelle. Stattdessen wohnt er mit elektronischer Fußfessel auf dem Gelände von Schloss Skaugum – und genießt dort einige ungewöhnliche Freiheiten.
Vom Gefängnis aufs Schlossgelände
Seit dem 14. Juli 2026 sitzt Marius Borg Høiby seine Untersuchungshaft nicht mehr in einer Gefängniszelle ab, sondern auf dem Gelände von Schloss Skaugum. Kronprinz Haakon stellt ihm dort ein Haus zur Verfügung, die norwegische Polizei zog einen elektronischen Zaun um das Anwesen. Überschreitet der 29-Jährige dessen Grenzen, löst das bei der Polizei einen Alarm aus. Der Zaun ist allerdings großzügig gezogen, wie das norwegische Magazin „Se og Hør“ berichtet.
Hofsprecherin Guri Varpe erklärte bereits am 14. Juli 2026 gegenüber norwegischen Medien, warum dem Sohn der Kronprinzessin diese besondere Unterbringung ermöglicht wird:
„Das Kronprinzenpaar will ihn in dieser Lebensphase unterstützen.“
Guri Varpe, Hofsprecherin des norwegischen Königshauses
Pool, Grillabende und Besuche bei Mette-Marit
Auf dem Schlossgelände darf Marius Borg Høiby im Park spazieren gehen, den Pool hinter dem Schloss nutzen und seine Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit, im Hauptgebäude besuchen. Laut „Se og Hør“ hat er seit seiner Rückkehr auf das Gelände bereits mehrere Partys mit Freunden veranstaltet: An lauen Abenden wurde auf der Terrasse seines Hauses gegrillt und Musik gespielt.
Für Aufsehen sorgt dabei ein Detail am Rande: Den Grill soll Marius Borg Høiby von ungewöhnlicher Seite bekommen haben. Polizeibeamte sollen ihn eigenhändig zusammengeschraubt haben, weil er mit dem Aufbau überfordert gewesen sei, berichtet das Magazin weiter.
Was hinter dem Urteil steckt
Am 2. Februar 2026 kam Marius Borg Høiby in Untersuchungshaft, weil er trotz eines Kontaktverbots bei einer Freundin gewesen sein und sie mit einem Messer bedroht haben soll. Einen Tag später begann ein rund siebenwöchiger Prozess gegen ihn vor dem Osloer Bezirksgericht. Angeklagt war er in rund 40 Fällen, darunter vier Vergewaltigungsvorwürfe, häusliche Gewalt, Drohungen, ein Marihuana-Transport und Verkehrsdelikte. Im Juni 2026 verurteilte ihn das Gericht in 34 Fällen zu vier Jahren Haft – bei zwei der vier Vergewaltigungsvorwürfe sprach es ihn dagegen frei. Høiby geht gegen das Urteil in Berufung.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Angeklagt in | rund 40 Fällen, u. a. 4 Vergewaltigungsvorwürfe |
| Verurteilt in | 34 Fällen |
| Freispruch | 2 der 4 Vergewaltigungsvorwürfe |
| Strafmaß | 4 Jahre Haft (nicht rechtskräftig) |
| In Untersuchungshaft seit | 2. Februar 2026 |
| Berufungsverhandlung | voraussichtlich Frühjahr 2027 |
Diese Auflagen gelten auf Skaugum
- Elektronischer Zaun um das Anwesen, der bei Grenzüberschreitung Alarm auslöst
- Spaziergänge im Schlosspark erlaubt
- Nutzung des Pools hinter dem Schloss gestattet
- Besuche bei Mette-Marit im Hauptgebäude möglich
- Empfang von Freunden und private Feiern auf der Terrasse zulässig
Wie geht es für Marius Borg Høiby weiter?
Wird die Strafe im Berufungsverfahren im Frühjahr 2027 bestätigt, müsste Marius Borg Høiby nur noch rund drei Jahre absitzen, da ihm die bisherige Untersuchungshaft angerechnet wird. In Norwegen werden Häftlinge häufig bereits nach zwei Dritteln der Strafe entlassen, was einer Gesamtdauer von etwa 32 Monaten entspräche. Zieht man die bereits verbrachte Zeit ab, blieben Høiby noch rund 20 Monate hinter Gittern.
Der norwegische Rechtsexperte Jonas Jørstad ordnete die ungewöhnliche Haftsituation gegenüber „Se og Hør“ so ein:
„Jeder Tag auf Skaugum ist ein Tag weniger im Gefängnis. Rein juristisch gesehen ist er ja immer noch in Haft, aber natürlich wirkt diese Form von Haft sehr privilegiert.“
Jonas Jørstad, Rechtsexperte
Bis zur Berufungsverhandlung bleibt Marius Borg Høiby damit vorerst auf dem Gelände von Schloss Skaugum untergebracht.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI