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Let’s Dance 2026: KI-Klausel in den Star-Verträgen aufgetaucht

Kurz vor dem „Let's Dance"-Finale 2026 sorgt ein Bericht der „Bild" für Aufsehen: Die RTL-Verträge sollen eine weitreichende KI-Klausel enthalten – ohne Extragage.

26.05.2026, 10:06 Uhr

Wenige Tage vor dem großen Finale am Freitag rückt bei „Let’s Dance“ plötzlich nicht der Tanzboden, sondern das Kleingedruckte in den Mittelpunkt. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, soll in den Verträgen der RTL-Tanzshow eine ungewöhnlich weitreichende Klausel zum Einsatz Künstlicher Intelligenz stehen. Was die Promis bei ihrer Unterschrift offenbar in Kauf nehmen – und wer am Freitag noch um den Pokal tanzt.

Was die KI-Klausel laut „Bild“-Bericht regelt

Im Mittelpunkt steht ein Vertrag, der der „Bild“-Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt und über den auch t-online berichtet. Demnach sichert sich die Produktion das Recht, sämtliches Material rund um den Show-Tag für Anwendungen Künstlicher Intelligenz zu verwenden. Erfasst werden sollen dem Bericht zufolge nicht nur die fertigen Auftritte auf dem Parkett, sondern auch Trainingsausschnitte, Interviews und Momente abseits der Kamera.

Konkret nennt der Bericht folgende Punkte, die in der Klausel geregelt sein sollen:

  • Mimik, Stimme und Körpersprache der Teilnehmenden dürfen erfasst werden
  • Auch emotionale Momente vor der Kamera sowie private Spannungen und Konflikte abseits des Drehs fallen unter die Nutzung
  • Selbst unveröffentlichtes Material darf gespeichert und zur Weiterentwicklung von KI-Systemen oder zur Datenanalyse herangezogen werden
  • Die Nutzung gilt laut Bericht weltweit und zeitlich unbegrenzt
  • Eine Extravergütung für die Unterschrift unter dem KI-Vertrag ist offenbar nicht vorgesehen

Die Formulierungen seien so weit gefasst, dass damit auch künftige Technologien automatisch eingeschlossen würden, schreibt die „Bild“. Deepfakes werden in dem Vertrag laut Bericht aber nicht explizit erwähnt.

Brancheninsider: „Reality-TV wird zum großen Datenpool“

Wie weitreichend die Klausel ist, ordnet ein anonymer Brancheninsider gegenüber der „Bild“-Zeitung ein. Sein Zitat, das auch t-online wiedergibt, fasst die Stoßrichtung der Debatte zusammen:

„Genau hier verändert sich gerade die gesamte Unterhaltungsbranche. Reality-TV wird zum großen Datenpool.“

Brancheninsider gegenüber der „Bild“-Zeitung, zitiert nach t-online (26.05.2026)

Die Klauseln sollen es der Produktion erlauben, Bild, Ton und Sprache der Prominenten mithilfe von KI zu bearbeiten. Beobachter werten das als deutlichen Schritt weg vom klassischen Sendeformat hin zu einem Modell, in dem die einmal aufgenommene Performance der Stars zur dauerhaft nutzbaren Trainingsgrundlage werden kann.

Moderator Daniel Hartwich spricht im Halbfinale der 19. „Let's Dance
„Let’s Dance“-Halbfinale, Coloneum Köln, 22.05.2026: Daniel Hartwich interviewt Anna-Carina Woitschack und Profitanzpartner Evgeny Vinokurov. Foto: IMAGO / pictureteam

Auch das Publikum wird ausgewertet

Laut dem Bericht sind von der Datennutzung nicht nur die Promis und ihre Profitanzpartner betroffen. Die Produktion dürfe vertraglich auch auswerten, welche Emotionen beim Publikum besonders gut ankommen – mit dem Ziel, den Fans künftig schneller liefern zu können, was sie sehen wollen. Welche Daten dafür konkret herangezogen werden und in welcher Form Zuschauerinnen und Zuschauer einbezogen sind, bleibt im veröffentlichten Auszug offen.

Was die Klausel laut Bericht abdeckt – im Überblick

Bereich Was darf laut „Bild“-Bericht genutzt werden?
Auftritte & Tanzshows Komplettes Bild- und Tonmaterial der Liveshows
Trainings & Interviews Material aus Probenraum und Backstage-Bereich
Privates Verhalten Spannungen und Konflikte abseits des eigentlichen Drehs
Unveröffentlichtes Material Speicherung und spätere Nutzung für KI- und Datenanalyse
Personenbezogene Merkmale Mimik, Stimme und Körpersprache der Stars
Publikum Auswertung, welche Emotionen am besten ankommen
Geltungsbereich Weltweit und zeitlich unbegrenzt
Vergütung Keine Extravergütung für die KI-Klausel

Die Reaktion von RTL

RTL bestätigte den „Bild“-Bericht nicht. Auf Anfrage hieß es vom Sender lediglich: „Vertragliche Details kommentieren wir nicht.“ Eine inhaltliche Einordnung der einzelnen Klauseln durch RTL oder die Produktionsfirma steht damit weiterhin aus.

Das große Finale am Freitag – wer noch im Rennen ist

Während über die Verträge diskutiert wird, geht der sportliche Teil der RTL-Tanzshow in den Endspurt. Am Freitagabend, dem 29. Mai 2026, kämpfen ab 20.15 Uhr drei Paare um den Sieg der 19. Staffel von „Let’s Dance“. Im Halbfinale musste Entertainer Ross Antony die Show verlassen. Moderiert wird das Finale auch in diesem Jahr von Victoria Swarovski und Daniel Hartwich.

Diese drei Paare tanzen im Finale:

  • Anna-Carina Woitschack mit Profitänzer Evgeny Vinokurov – die Schlagersängerin gilt nach starken Halbfinal-Auftritten als Mitfavoritin
  • Milano mit Profitänzerin Marta Arndt – der Rapper überzeugte die Jury Woche für Woche
  • Joel Mattli mit Profitänzerin Malika Dzumaev – der Sportler komplettiert die Top drei

Welcher der drei Promis am Ende den „Dancing Star 2026″ holt, entscheidet sich am Freitagabend live im Coloneum in Köln. Klar ist aber schon jetzt: Über das Tanzparkett hinaus hat „Let’s Dance“ in diesem Jahr eine Debatte ausgelöst, die weit über die Show hinaus reichen dürfte – und die jeden treffen könnte, der sich künftig auf einen Reality-Vertrag einlässt.

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