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Aus für „Immer wieder sonntags“: Stefan Mross rechnet mit der ARD ab

Stefan Mross schildert das Aus von „Immer wieder sonntags": Im SWR-Meeting witzelte er noch – dann kam der Schock. Im Interview rechnet er mit der ARD ab.

21.05.2026, 14:35 Uhr

Es sollte ein routiniertes Planungstreffen werden – stattdessen wurde es zur Zäsur in Stefan Mross’ Karriere. Der Moderator (50) erfuhr in einem kurzen Sender-Meeting, dass die ARD seine Erfolgsshow „Immer wieder sonntags“ nach 31 Jahren beendet. Im Gespräch mit „t-online“ schildert Mross den Moment der Kündigung – und übt deutliche Kritik am Vorgehen des Senders.

„Da sind wir schon beim Thema“ – die Kündigung in fünf Minuten

Mross war nach eigenen Angaben zu einem Strategiegespräch in den SWR gereist, im Gepäck neue Konzepte für die kommende Staffel. Doch in der Besprechung saßen ungewöhnlich wenige Menschen am Tisch – und die Stimmung kippte sofort. „Als ich in den Raum kam, habe ich die Gesichter gesehen und mir schon gedacht: Oh, das sieht nicht gut aus. Aus Spaß habe ich dann gesagt: ‚Das sieht ja aus, als ob ihr eine Kündigung aussprechen wollt.‘ Da meinten sie: ‚Da sind wir schon beim Thema‘“, erinnert sich der 50-Jährige im Interview mit „t-online“.

„Ich war schockiert. Dass man sich nach 22 Jahren so trennt, ist nicht fair. So etwas macht man nicht.“

Stefan Mross gegenüber „t-online“ über das Aus seiner Sendung

Der Schock habe ihn nach eigenen Worten sprachlos gemacht – er habe den Raum verlassen müssen, „um Luft zu holen“. Später am Tag seien Tränen geflossen, auch bei seiner Partnerin und im Team. Gegenüber „Bild“ ergänzte Mross, dass ihm der Sender zusätzlich ein vorformuliertes Statement zur Freigabe vorgelegt habe, das die Trennung als „beiderseitiges Einvernehmen“ darstellen sollte.

Stefan Mross mit Florian Silbereisen und Andy Borg bei „Immer wieder sonntags“ im Europa-Park Rust am 08.09.2024
Florian Silbereisen, Andy Borg und Stefan Mross bei „Immer wieder sonntags“ im Europa-Park Rust, 08.09.2024. Foto: IMAGO / STAR-MEDIA

31 Jahre Sonntagstradition – das Ende einer ARD-Institution

„Immer wieder sonntags“ läuft seit 1995 im Ersten und ist eine der dienstältesten Live-Unterhaltungsshows der ARD. Moderiert wurde das Format zunächst von Max Schautzer, später ein Jahr lang von Sebastian Deyle – seit der Saison 2005 steht Stefan Mross in der Studiokulisse im Europa-Park Rust vor der Kamera. Im März 2026 hatte der federführende SWR mitgeteilt, dass die laufende Staffel die letzte sein wird.

Die letzte Ausgabe ist auf den 13. September 2026 datiert, ein „Best-of“ rundet die Reihe ab. Den Schritt begründet der Sender mit Sparzwängen und einer strategischen Neuausrichtung – das frei werdende Budget soll in digitale Unterhaltungsformate für ein jüngeres Publikum fließen.

„Immer wieder sonntags“ in Zahlen

Kennzahl Wert
Sendestart 1995
Moderator seit 2005 (Stefan Mross)
Drehort Europa-Park Rust
Zuschauerschnitt zuletzt rund 1,27 Mio.
Marktanteil 17 Prozent
Letzte Live-Folge 6. September 2026
Best-of-Finale 13. September 2026

Für Mross sind die Zahlen ein Argument gegen die Absetzung: „Die Entscheidung kann ich absolut nicht nachvollziehen, zumal wir tolle Quoten hatten – über 1,27 Millionen Zuschauer und starke 17 Prozent Marktanteil“, betont der Moderator gegenüber „t-online“. Als Begründung für das Aus nennt er selbst drei Stichworte: „Verjüngung, kommerzwirtschaftliche Gründe und Digitalisierung“.

Mross’ Kritik am Umgang mit dem Stammpublikum

Im Interview zeigt der gebürtige Bayer vor allem Unverständnis dafür, dass die ARD ein etabliertes Schlager-Format zugunsten jüngerer Formate aufgibt. Gerade die treuen Sonntagszuschauer dürften nicht aus der ARD-Unterhaltung herausfallen, betont Mross sinngemäß gegenüber „Bild“.

Auch das Vorgehen wirkt nach: Die Kündigung sei aus seiner Sicht überhastet und ohne Vorgespräch über Alternativen erfolgt – bei einem Format, das seit 31 Jahren zum festen Sommerprogramm gehört. Begleitet wurde der Wechsel von einem PR-Statement, das Mross innerhalb weniger Minuten freigeben sollte.

Tour, Privatsender und ein offenes Studio

Trotz des Bruchs gibt sich Mross kämpferisch. Die Studiokulisse im Europa-Park bleibt vorerst stehen, mit potenziellen Nachfolge-Partnern wird offenbar bereits gesprochen. „Wir sind derzeit in Gesprächen mit Privatsendern. Ich bin zuversichtlich, dass da was klappt. Ob die Sendung dann ‚Immer wieder sonntags‘ heißt, wie das Konzept aussieht etc., kann ich noch nicht sagen, aber wir bleiben dran“, so der Moderator zu „t-online“.

Auch finanziell will Mross gegensteuern. Für seine geplante „Immer wieder Stefan“-Tour im kommenden Jahr kündigt er reduzierte Ticketpreise an – möglich gemacht durch geringere Gagen, auf die seine Künstlerkolleginnen und -kollegen freiwillig verzichten:

  • Reduzierte Ticketpreise für die Tour-Termine 2027
  • Solidarische Gagen-Reduktion auf Seiten der Gäste
  • Erhalt der Studiokulisse im Europa-Park als Verhandlungsbasis
  • Verhandlungen mit Privatsendern über eine Fortführung des Formats

„Aus Niederlagen gehe ich immer stark hervor. Das hat mir mein Papa beigebracht. Steuern zahlen, Verträge ernst nehmen, arbeiten, ehrlich sein und immer wieder aufstehen, auch wenn man mal auf die Schnauze fällt“, sagt Mross.

Wie es jetzt weitergeht

Bis zum Best-of-Finale am 13. September 2026 wird Mross die Show wie gewohnt im Europa-Park präsentieren – mit prominenten Gästen wie Beatrice Egli, Andy Borg, Linda Hesse, Michael Holm und Ramon Roselly. Was danach kommt, ist offen. Sicher ist nur: Der Moderator will Schlager auch nach dem ARD-Ende weiter in eine Live-Sendung bringen – auch ohne das blaue „Das Erste“-Logo im Vorspann.

Quellen: Eigenes Interview mit Stefan Mross via t-online (20.05.2026); zusätzliche Aussagen Mross’ in „Bild“, zitiert nach Blick.ch (20.05.2026); SWR-Pressemitteilung März 2026.

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