Ralph Siegel hat im Sommer Wochen im künstlichen Koma verbracht – jetzt nennt der 80-Jährige ein konkretes Datum für seine Rückkehr in die Öffentlichkeit. Und er kündigt an, dass er auch noch etwas anderes aus dem Krankenhaus mitgebracht hat.
Seit Mitte August ist Ralph Siegel aus der Klinik entlassen, seither erholt sich der Komponist bei einer Reha am Tegernsee. Wer ihn kennt, ahnte: lange still sitzen wird er nicht. Nun steht fest, wann Deutschlands bekanntester Schlagerkomponist wieder vor Publikum treten will – und der Termin liegt näher, als viele erwartet hätten.
Ralph Siegel plant seinen ersten Auftritt nach dem Koma
Am 22. Oktober 2026 will Siegel im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen dabei sein, wenn sein Musical „Zeppelin“ dort in die sechste Spielzeit startet. Ein Sprecher des Theaters bestätigte die Pläne gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Es wäre sein erster öffentlicher Auftritt seit der schweren Erkrankung im Sommer.
„Unser Zeppelin hat bisher schon 100.000 Menschen begeistert. […] Und so der liebe Gott es zulässt, bin ich selbstverständlich bei der ersten Aufführung persönlich dabei.“
Ralph Siegel gegenüber „Schlagerpuls“ (10.09.2026)
Dass die Rückkehr kein Selbstläufer wird, weiß Siegel selbst. Notfalls, so ließ er wissen, würde er auch im Rollstuhl kommen – am liebsten würde er ihn allerdings hinter der Bühne stehen lassen. Wie sehr ihm dieser Abend bedeutet, machte er zuletzt auch in den sozialen Medien deutlich: „Dieses Musical ist mein Lebenswerk. Ich habe alles investiert – Ideen, Gefühle, Zeit und mein Herzblut“, schrieb er laut „t-online“ auf Instagram.

„Zeppelin“: Das Lebenswerk kehrt nach Füssen zurück
Das Musical erzählt die Geschichte des Luftschiff-Pioniers Ferdinand Graf von Zeppelin – bis hin zum Absturz der „Hindenburg“ im Jahr 1937. Uraufgeführt wurde es im Oktober 2021 in Füssen, das Buch stammt von Hans Dieter Schreeb, Regie führt Benjamin Sahler. Für die neue Spielzeit sind laut „Musicalpuls“ 25 Vorstellungen geplant, die letzte am 15. November.
| Eckdaten | „Zeppelin – Das Musical“ |
|---|---|
| Spielzeit 2026 | 22. Oktober bis 15. November (sechste Spielzeit) |
| Spielort | Festspielhaus Neuschwanstein, Füssen |
| Uraufführung | 16. Oktober 2021 |
| Musik | Ralph Siegel |
| Buch / Regie | Hans Dieter Schreeb / Benjamin Sahler |
| Dauer | rund 3 Stunden plus 30 Minuten Pause |
Was seit Anfang Juli geschah
Anfang Juli hatte sich Siegel eine schwere Lungenentzündung zugezogen. Nach Angaben von „Schlagerpuls“ lag er 18 Tage im künstlichen Koma, „t-online“ spricht von fast drei Wochen. Die Stationen seiner Genesung im Überblick:
- Anfang Juli 2026: schwere Lungenentzündung, künstliches Koma auf der Intensivstation
- Ende Juli 2026: Siegel ist wach und macht erste Schritte mit einer Gehhilfe
- Mitte August 2026: Entlassung aus der Klinik (wir berichteten)
- September 2026: Reha am Tegernsee
- 22. Oktober 2026: geplante Rückkehr in die Öffentlichkeit in Füssen
Wie belastend die Wochen waren, hatte Siegel Anfang August geschildert. Seine Worte damals ließen viele Fans aufhorchen:
„Das war das Schrecklichste, was ich jemals erlebt habe. Fürchterlich. Es war wie ein immerwährender Alptraum. Es war ein Gefühl, als ob ich gefangen und gefoltert wurde.“
Ralph Siegel über die Zeit im künstlichen Koma (dpa, 01.08.2026)
Ein Lied aus dem Koma: Siegel will zum ESC 2027
Neben dem Musical-Termin treibt den 80-Jährigen noch ein zweites Projekt an – und das hat seinen Ursprung ausgerechnet in der Zeit auf der Intensivstation. „Ich habe aus dem Koma ein fantastisches Lied mitgebracht. Es ist in meinem Kopf und ich weiß schon jetzt: Es ist unschlagbar“, sagte Siegel dem „Münchner Merkur“. Er habe dabei dasselbe Gefühl wie einst bei „Ein bisschen Frieden“ – jenem Titel, mit dem Nicole 1982 den ersten deutschen ESC-Sieg holte.
Einreichen will er den Song beim Eurovision Song Contest 2027, der im Mai im bulgarischen Burgas stattfindet. Die Uhr tickt allerdings: Die Bewerbungsfrist für den deutschen Vorentscheid, den der SWR verantwortet, endet am 21. September 2026 – also in wenigen Tagen. Der deutsche Vorentscheid ist für Februar 2027 geplant.
Wie es für Ralph Siegel weitergeht
Rund 3.000 veröffentlichte Lieder, zahlreiche ESC-Teilnahmen als Komponist, ein Sieg: Ralph Siegel hat der deutschen Unterhaltungsmusik ein Archiv hinterlassen, das kaum jemand überblickt. Dass er nach Koma und Klinik nicht ans Aufhören denkt, sondern an einen Musical-Abend im Allgäu und an einen neuen ESC-Beitrag, passt zu diesem Lebenslauf.
Ob es am 22. Oktober tatsächlich für die Reise nach Füssen reicht, hängt vom Verlauf seiner Reha ab – Siegel selbst stellt seinen Auftritt ausdrücklich unter Vorbehalt. Fest steht nur: Sein Comeback hat er sich fest vorgenommen. Und den Rollstuhl, falls er ihn braucht, will er möglichst dort lassen, wo ihn niemand sieht.