Nachgehakt bei Wiesn-Stars

Oktoberfest-Interview

Was wäre das Oktoberfest ohne die legendären Bands, die in den Zelten für Stimmung sorgen? Im Hacker-Festzelt heizen die „Cagey Strings“ so richtig ein. Frontmann Schorsch Angerer besuchte die SchlagerPlanet-Redaktion zum Exklusiv-Interview.

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Schorsch Angerer Cagey Strings
Der Mann hat gute Laune: Eine Grundvoraussetzung für Wiesn-Bandmitglieder!

Die Münchner Partyband „Cagey Strings“ spielt schon seit 1996 erfolgreich im Hacker-Festzelt auf dem Oktoberfest. Alle Jahre wieder bringen sie dort die feierwütigen Wiesn-Gäste zum Toben. Letztes Jahr sogar mit ihrer ersten eigenen Wiesn-Single. „Oamoi Wiesn – Imma Wiesn“ ist ein eingängiger Partykracher mit schnellem Beat, damit die Zeltbesucher auch schnell mitsingen und mitklatschen können.

Der Wiesn-Hit wurde von Dieter Holesch, welcher auch schon für den „Schuh des Manitu“ die Musik geschrieben hat, geschrieben und war ursprünglich ein Fußball-Song. Das Lied hat den „Cagey String“-Mitgliedern auf Anhieb gefallen und auch bei ihren Zuhörern kommt der Wiesn-Hit super an.

Die Resonanz sei sofort da gewesen, erzählte uns Schorsch Angerer im Interview letztes Jahr: „Die Leute singen schon beim zweiten Refrain richtig mit, obwohl sie den Song nicht kennen und der kommt echt richtig gut an,“

SchlagerPlanet interviewte im vergangenen Jahr den Frontmann der Cagey Strings exklusiv und hat dabei schöne und lustige Dinge über seine Person, die Band und die Wiesn herausgefunden.

SchlagerPlanet: Wie kam es dazu als Band auf dem Oktoberfest spielen zu dürfen?

Schorsch Angerer: Das ist eine lange Geschichte. Damals als der Toni Roiderer das Zelt übernommen hatte, war es noch nicht so gut besucht wie man es heute kennt und deshalb wollte er mehr Schwung in seine Bude bringen. Toni hatte die Idee die Spider Murphy Gang zu engagieren. Allerdings macht die Spider Murphy Gang solche ‚Jobs‘ im Bierzelt nicht und die Agentur meinte: „‚Die Spiders‘, das geht nicht. Aber warum nehmt ihr nicht die ‚Cageys‘? Die wären ja ohnehin für das Oktoberfest viel besser geeignet.“ Das war im Jahr 1996 und seitdem haben wir den Job auf der Wiesn.

SP: Warum gerade das Hacker-Festzelt?

SA: Das Hacker-Zelt ist super! Ich bin auch stolz, dass es jetzt mitunter eines der angesagtesten und beliebtesten Zelte ist und das wir auch sehr viele junge Leute haben, obwohl wir ja selber nicht mehr die Jüngsten sind. Das find ich ganz toll. Das Hacker ist mittlerweile ein Insider- und Geheimtipp, alle wollen rein. Was ich auch toll finde ist, dass sehr viele Leute aus Oberbayern und Bayern im Hacker-Zelt sind. Nicht ganz so viele Touristen, wie vielleicht in einigen anderen Zelten. Das empfinde ich persönlich als sehr angenehm.

SP: Was tun Sie, um die gesamte Wiesn-Zeit durchzuhalten? Wenn man jeden Abend auf der Bühne steht, geht das ja schon an die Substanz.

SA: Naja, also unser Auftritt ist ja nicht so lange, mit eineinhalb Stunden schon eher relativ kurz. Allerdings ist es natürlich schon so, dass wir schweißgebadet von der Bühne gehen. In meinem Fall heißt durchhalten: nichts trinken, ich trinke ja eh immer nichts, und einfach sich ein bisschen dran halten, dass man es während der Wiesn-Zeit nicht übertreibt und dann geht das schon. Wenn man dann auf die Bühne kommt, ist da sowieso wieder diese Euphorie, diese Atmosphäre im Zelt, die reißt einen so mit, da wird man automatisch gepuscht.

SP: Was ist Ihr persönliches Lieblingszelt?

SA: Natürlich das Hacker-Festzelt! (grinst) Ist aber auch wirklich so. Wenn ich persönlich auf die Wiesn gehe, mag ich eher die ganz kleinen Zelte, wo es vielleicht ein bisschen ruhiger ist. Ich bin eigentlich nicht so der Trubel-Mensch. Ganz gerne geh ich auch ins Café Mohrenkopf. Da spielt eine befreundete Band, die „Flat Outs“. Das ist immer ganz nett dort.

SP: Welches Bier mögen Sie am liebsten?

SA: Ich trinke generell keinen Alkohol, und auf der Wiesn eigentlich auch nicht. Aber wenn ich jetzt antworten müsste, dann natürlich Hacker-Pschorr, unsere Brauerei, das ist doch ganz klar. (grinst wieder)

SP: Was gefällt Ihnen am Besten auf der Wiesn?

SA: Am besten gefällt mir, dass mittlerweile die ganze Welt in Tracht kommt. Die Trachten-Mode hat sich in den letzten Jahren total etabliert. Das heißt, Jung und Alt, alle tragen heute Tracht. Zu meiner Jugend, als ich auf die Wiesn gegangen bin, da ist jeder ganz normal hingegangen – mit Jeans und so. Und heute ist es so gewachsen, dass alle im schönen Dirndl oder in Lederhosen hingehen. Ich finde es sehr schön, dass man in der fünften Jahreszeit auch mal diese traditionellen Kleider sieht.

SP: Was war Ihr schönstes Wiesn-Erlebnis?

SA: Eines der schönsten Erlebnisse war, als vor ein paar Jahren Thomas Gottschalk zu uns auf die Bühne gekommen ist und mit uns gesungen hat. Das fand ich schon ein tolles Erlebnis. Zusammen haben wir „Highway to Hell“ performt.

SP: Welche Promis haben Sie schon beim Feiern auf der Wiesn entdeckt?

SA: Es sind ja meistens viele da. Letztes Jahr war zum Beispiel Campino von den „Toten Hosen“ und, wie schön erwähnt, Thomas Gottschalk da. Die Münchner Freiheit, die „Spider Murphy Gang“, alle kommen oft im Hacker-Zelt vorbei und treffen sich. Campino hat zum Beispiel bei unseren Kollegen auch auf der Bühne „An Tagen wie diesen“ gesungen. Allerdings war er schon sehr betrunken. Er ist mehr oder weniger von der Bühne gefallen, aber es hat ihm sichtlichen Spaß gemacht. Er fand es super und auch die Leute im Zelt haben getobt.

SP: Gibt es ein jährliches Wiesn-Highlight?

SA: Das Highlight der Wiesn ist für mich der letzte Tag. Das ist für mich der beeindruckendste Augenblick der gesamten Wiesn-Zeit. Wenn wir da im Zelt stehen vor 8.000 Leuten und 8.000 Sternwerfer bei der letzten Nummer oben sind, das finde ich immer total ergreifend. Da denkt man „Oh, jetzt ist es schon aus. Schade irgendwie…“ und dann ist man schon etwas traurig. Das ganze Zelt steht und hat Sternwerfer in den Händen, das ist so ein schönes Bild.

SP: Wissen Sie schon welches Ihr Abschlusslied dieses Jahr sein wird?

SA: Das ist mittlerweile traditionsgemäß. Wir spielen am Schluss zusammen mit der Blaskapelle, und es hat sich so eingebürgert, dass wir seit Jahren traditionell „Sierra Madre“ spielen. Das ist dann der Sternwerfer-Song am Schluss.

SP: Welches Lied spielen Sie am liebsten?

SA: Unseren Wiesn-Hit „Oamoi Wiesn - Imma Wiesn“ natürlich (grinst). Wobei ich sagen muss, dass es immer viele Lieder gibt, die wir gerne spielen. Gerade auf der Wiesn macht es natürlich total Spaß, wenn die Leute einfach total abgehen. Das ist bei den alten Wiesn-Klassikern immer der Fall. Es ist unglaublich, aber nach 30 Jahren „Fürstenfeld“ ist das immer noch der Burner schlechthin. Oder „Skandal im Sperrbezirk“, oder AC/DCs „Highway to Hell“, da ist immer die Hölle los.

SP: Gibt es ein Lied, welches Sie jedes Jahr spielen müssen, aber eigentlich überhaupt nicht mögen?

SA: „Ein Prosit der Gemütlichkeit!“ Wobei das auch Spaß macht. Wir haben eine eigene Version, die ziemlich rockig und ganz lustig ist und das ist dann schon ok. Aber irgendwie spielt man diesen Song schon echt oft am Abend. Unsere Wirte sind zwar sehr entspannt, aber sie wollen schon, dass es öfters gespielt wird. Der Roiderer sagt auch immer, wenn er nach seinem persönlichen Wiesn-Hit gefragt wird: „Ein Prosit der Gemütlichkeit!“, das ist seit 15 Jahren sein Wiesn-Hit! Also die Wirte mögen es schon und hochgerechnet lohnt sich das auch finanziell, wenn dabei jeder anstößt. Wenn wir Provision dafür bekommen würden, das wäre super. (grinst)

SP: Ist es ein Problem für Sie nur Lieder zu covern?

SA: Das macht trotzdem Spaß. Wir spielen sehr viele Covers und es sind ja tolle Lieder dabei. Dieses Jahr zum Beispiel „Applaus Applaus“ oder auch immer noch „An Tagen wie diesen“, das sind Nummern, die einfach Spaß machen. Da freut man sich darüber, wenn man solche Nummern spielen kann.

SP: Was ist Ihr Lieblingsessen auf dem Oktoberfest?

SA: Hm, jetzt muss ich nachdenken. Das ist echt schwierig, es schmeckt alles so gut. Speziell aber im Hacker-Zelt wird sich mit der Küche sehr viel Mühe gegeben. Ich sag jetzt einfach mal Schweinshaxn‘. Ess ich normal nie, aber während der Wiesn doch häufiger.

SP: Was darf Ihrer Meinung nach bei keinem Wiesn-Besuch fehlen?

SA: Ich würde sagen: ein paar gebrannte Mandeln, mit einem Karussell zu fahren, und natürlich auch ein Bier zu trinken. Das sind die Dinge, die müssen dazu gehören.

SP: Und für Sie persönlich eher die Achterbahnen oder gemütlichere Fahrgeschäfte?

SA: Für mich lieber die Geisterbahn.

SP: Sind Sie nächstes Jahr wieder auf der Wiesn dabei?

SA: Ich kann es noch nicht sagen, ich vermute mal ja. Es sei denn wir spielen so schlecht, dass uns der Wiesnwirt nicht mehr bucht. Aber davon gehe ich jetzt mal nicht aus. Normalerweise spielen wir wahrscheinlich bis zur Rente auf der Wiesn.

SP: Glauben Sie, dass sie so lange durchhalten?

SA: Ich hoffe es schwer. So lange es noch geht wären wir sehr gerne mit dabei.

SP: Fragen Freunde und Familie oft nach Tischen?

SA: Ja, da fragen wirklich viele, aber es total aussichtslos. Ich sitze an der Quelle, kenn die Wiesnleute aus dem Büro und es ist trotzdem nicht möglich einen Tisch zu bekommen. Es ist sogar so, dass ich kämpfen muss, wenn ich mal meine Eltern mit ins Zelt nehmen will. Das Hacker-Festzelt ist schon so stark frequentiert, alle wollen hinein und da ist echt unglaublich schwer einen Platz zu bekommen. Das kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Im November ist das Zelt bereits bis auf den letzten Platz fürs nächste Jahr ausgebucht.

Wer Glück hat und einen Platz im Zelt ergattert, der kann die stimmungsgeladene Band auch in diesem Jahr live erleben. Noch habt Ihr bis 5. Oktober Zeit dazu.

SchlagerPlanet sagt vielen Dank für das nette Gespräch und wünscht weiterhin viel Spaß auf der Wiesn!

Schorsch Angerer Cagey Strings
SchlagerPlanet-Redakteurin Nina Farr mit Schorsch Angerer von den Cagey Strings.
©SchlagerPlanet
Nina Farr
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