Wolfgang Petrys Sohn über die eigene Karriere und Papas Comeback

Exklusiv-Interview

Bei Familie Petry ist gerade so einiges los. Was Achim über seine Karriere und das Comeback von seinem Vater Wolfgang Petry zu sagen hat, das erzählte er SchlagerPlanet im exklusiven Interview.

Achim Petry
Achim Petry sprach mit SchlagerPlanet im exklusiven Interview.

Längere Zeit war es still um die Petrys. 2006 hatte Wolfgang Petry seinen Rückzug von der Bühne bekannt gegeben und auch Sohn Achim war schon zwei Jahre nicht mehr auf Tour. Doch jetzt lassen beide Schlagergrößen wieder von sich hören. Was es neues von Achim Petry gibt, wie er die Platte „Einmal noch!“ von Vater Wolfgang Petry findet und was die Zukunftspläne der beiden sind, darüber hat SchlagerPlanet exklusiv mit Achim gesprochen.

SchlagerPlanet: Ich habe auf Ihrer Facebook-Seite gelesen, dass sie einen neuen Song aufgenommen haben. Was hat es denn damit auf sich und dürfen wir uns auch bald auf ein neues Album von Ihnen freuen?

Achim Petry: „Im Prinzip ist das das neue Album – wir sitzen dran. Und es sind inzwischen auch schon vier oder fünf neue Lieder aufgenommen worden. Wir sitzen also an einem neuen Album, aber es wird noch ein bisschen dauern. Wir sind noch am Suchen, welche Nummern auf das Album sollen und auch noch am Schreiben, aber ich gehe mal davon aus, dass das neue Album im Sommer erscheinen wird. Nochmal fünfeinhalb Jahre warten, vom ersten bis zum zweiten Album, war ja doch ein bisschen lange. Und da mein Vater sich da auch ein bisschen damit beschäftigt, weil von den ersten Alben war mein Vater ja auch Co-Produzent bzw. Produzent, sitzt er mir quasi ein bisschen im Nacken und sagt 'So lange lässt Du Dir nicht noch einmal Zeit'. Die letzten fünfeinhalb Jahre waren auch sehr umfangreich mit Auftritten und ich war viel unterwegs. Da habe ich nie so richtig die Zeit dafür gefunden, ein neues Album zu machen. Ich habe zwar eines gemacht, nur es entsprach dann nicht dem, was ich von mir selbst erwartet hatte und habe es dann nicht auf den Markt gebracht. Das Ergebnis entsprach einfach nicht dem, was ich mir gedacht hatte und dann habe ich einfach quasi noch einmal bei null angefangen.“

SP: Hat Ihr Vater bei diesem Album auch wieder mitproduziert?

AP: Er hält natürlich die Hand darüber und hat auch wieder ein paar Nummern geschrieben. Jetzt hat er aber mich und meine Kollegen erst einmal machen lassen. Er bekommt aber immer die Ergebnisse und sagt dann, was eventuell geändert werden muss. Ich höre auch gerne auf meinen Vater, er hat ja Ahnung – keine Frage. Es wäre ja Blödsinn, wenn ich das nicht tun würde. Ich arbeite auch gerne mit ihm zusammen. Es ist zwar manchmal ein bisschen anstrengend, aber ich finde das vollkommen in Ordnung – so kommt man auf bessere Ergebnisse.“

SP: Ist es schwierig, mit dem eigenen Vater zusammenzuarbeiten?

AP: „Ja klar! Wer etwas anderes behauptet, der lügt. Es gibt keinen größeren Kritiker, als den eigenen Vater und man selbst. Und das führt dann letztlich zum besten Ergebnis. Auch dieses Gefühl 'Papa ist stolz auf mich', das sollte in jeder normalen familiären Beziehung da sein. Auch die Erwartungshaltung, die man sich selbst gegenüber hat, die ist natürlich dementsprechend hoch.“

SP: Und hat Wolfgang Petry auch immer hohe Erwartungen an Sie?

AP: „Ja, auf jeden Fall. Ich denke auch mehr als bei anderen Leuten. Er hat bei anderen Leuten ja auch schon mitproduziert und mitgearbeitet und ich glaube, bei mir ist er immer etwas kleinlicher. Wenn es nicht absolut fehlerfrei ist, dann würde er auch nicht dahinter stehen. Aber das ist auch ok, ich finde das gut. Weil andererseits zeigt er mir damit auch, was er von mir hält und dass er mich immer wieder zu Höchstleistungen anspornt. Ich finde sowas unheimlich wichtig. Denn wenn er jetzt nur so eine 'Schulter-Klopfer-Position' einnehmen und alles für gut befinden würde, dann fände ich das nicht so toll. Er sagt mir klipp und klar, wenn etwas nicht passt und das schätze ich sehr. Wir haben ein super Verhältnis und er sagt mir auch ehrlich, wenn er etwas scheiße findet. Aber genau das finde ich gut!“

SP: Wie ist es in so große Fußstapfen zu treten – Wolfgang Petry hat ja eine Karriere sondergleichen hingelegt?

AP: „Die Fußstapfen, die er hinterlassen hat, sind ja in diesem Sinne nicht hinterlassen, er setzt ja gerade wieder neue Fußstapfen. Man muss sich von einer Sache lösen und ich habe das schon vor langer Zeit gemacht: Mein Vater zu überholen ist nicht drin. Das ist auch nicht mein Ziel. Mein Anreiz, warum ich diese Art von Musik gemacht habe und auch den Namen übernommen habe, war, dass ich diese Karriere habe fortführen wollen. Ich wollte den Leuten die Musik noch zur Verfügung stellen, auch wenn mein Vater nicht mehr auftrat. Dass da dann noch eine Platte dazu kam, das war eigentlich mehr so ein Bei-Produkt. Also ich wollte eigentlich nur die Nummern von meinem Vater weiterspielen. Ich wollte eigentlich nie in irgendwelche Charts kommen oder auch Platten verkaufen, das lag mir wirklich fern. Es kamen Andere auf die Idee und haben mich daher überzeugt und letzten Endes war es ja auch eine gute Entscheidung. Nur eine Sache habe ich mir wirklich abgeschminkt: Mein Vater zu überholen ist so gut wie unmöglich. Weder für mich, noch für irgendjemand anderes. Die Zeiten sind auch ganz andere geworden, es werden bei Weitem nicht mehr so viele Platten verkauft. Und so wie es aussieht, geht ja die Erfolgswelle von meinem Vater mit seinem neuen Album auch wieder weiter.
Mein Vater hat nie irgendwelche Leichen hinterlassen, und das ist mit ein Grund, warum er so erfolgreich war und auch ist. Und für mich ist das auch sehr gut, da ich meistens sehr positiv empfangen werde und die Veranstalter mir kleine Anekdoten von Wolfgang Petry erzählen.“

SP: Singen Sie jetzt immer noch die Songs von ihrem Vater? Auch wenn Wolfgang Petry bald sein neues Album „Einmal Noch!“ auf den Markt bringt?

AP: „Ja klar! Das werde ich auch wahrscheinlich noch sehr sehr lange weiter tun. Soweit ich das weiß, wird er auch nicht mehr auftreten und da macht das natürlich Sinn, dass ich auch weiterhin seine Lieder singe. Die Nummern von meinem Vater machen es mir natürlich auch relativ einfach, den Zugang zu den Leuten zu finden. Es freut mich sehr, dass mittlerweile viele Zuschauer meine Konzerte besuchen.“

SP: Die Lieder sind ja auch bekannt.

AP: „Eben, man kennt sie halt. Und es gibt auch viele jüngere Leute, die dadurch noch an diese Lieder herangeführt werden können. Ich habe sehr viele 16-Jährige auf meinen Konzerten, die damals einfach viel zu jung waren, um bei meinen Vater auf den Live-Konzerten gewesen sein zu können. Die sagen dann auch meistens: 'Damals waren wir zu klein, da durften wir nicht mit. Aber ich bin mit der Musik Deines Vaters groß geworden und ich finde es toll, dass es noch einmal von Dir live hörbar gemacht wird.' Und da muss ich ganz ehrlich sagen, das freut mich natürlich immer sehr, wenn dann auch jüngere Leute dazukommen. Die kriegen das meistens ja von ihren Eltern mit, weil diese die Lieder auf einer Party oder so laufen ließen und dann rücken die Jungen meistens nach.“

SP: Was denken Sie persönlich über das neue Album von Wolfgang Petry „Einmal Noch!“?

AP: „Ganz ehrlich? Ich habe zu wenig davon gehört. Mein Vater hat mir nur zwei Nummern gezeigt, aber auch nur angespielt. Die neue Single habe ich jetzt schon gehört, allerdings auch nur auf YouTube. Was ich weiß ist, dass es etwas flippiger und poppiger geworden ist, aber allzu viel kann ich darüber, wie gesagt, selbst noch nicht sagen. Das was ich gehört habe, fand ich gut – es gibt den Songs noch einmal ein ganz anderes Gesicht. Und das moderner zu machen, diese Idee fand ich ganz gut. Anscheinend hat es ihn noch einmal gereizt. Ich habe das auch erst mitbekommen, als es schon entschieden war und war selbst etwas überrascht. Mir ist da die Kinnlade nach unten gefallen, als er mir so ganz beiläufig erzählt hat, dass er noch einmal eine neue Platte macht. Ich war wirklich ein bisschen positiv überrascht kann man sagen. Ich finde das super und es freut mich auch sehr. Und vor allem dass es funktioniert finde ich super und dass es von den Fans so gut aufgenommen wird.“

Hier könnt Ihr das Album „Einmal Noch!“ von Wolfgang Petry vorbestellen.

SP: Was sagen Sie denn zu den Vorwürfen mancher Kritiker, dass Wolfgang Petry auf „Einmal Noch!“ nur alte Lieder wieder aufwärmt, um damit Geld zu verdienen?

AP: Wenn er wirklich damit nur Geld machen wollen würde, dann würde er glaube ich auftreten. Weil heutzutage macht man mit den Auftritten mehr Geld als alleine durch Plattenverkäufe. Und von einer Tour habe ich bis jetzt noch nichts gehört, da wird auch wahrscheinlich nichts kommen.“

SP: Also Sie wissen da auch nicht mehr als wir? Ob vielleicht noch irgendwelche Wolfgang Petry Auftritte geplant sind?

AP: „Vor ein paar Monaten hätte ich noch zu 100 Prozent gesagt, dass keine Auftritte mehr kommen. Inzwischen hat mich mein Vater jetzt schon einmal drastisch überrascht. Deswegen kann ich natürlich nicht mehr mit absoluter Sicherheit sagen, ob da noch etwas kommt oder nicht. Ich kann diese Frage somit leider selbst nicht beantworten. Aber ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, dass er auf die Bühne zurückkehrt. Ich glaube, diese Platte ist einfach nur noch einmal als Dankeschön gedacht – und nicht mehr und nicht weniger.“

SP: Und wann sind Sie mal wieder unterwegs auf Tour?

AP: „Ich habe noch keine genauen Termine, die kommen jetzt erst noch. Ich bin jetzt im Februar wieder häufig unterwegs, aber um die genauen Termine zu sehen, einfach mal auf meiner Homepage nachschauen. Im Grunde genommen bin ich das ganze Jahr über auf Achse, aber es wird natürlich im Sommer oder Spätsommer auch eine Tour, passend zur neue Platte, geben.“

SP: Gibt es noch etwas, was Sie Ihren Fans, den SchlagerPlanet-Fans und auch den Wolfgang Petry-Fans zum Abschied mit auf den Weg geben möchten?

AP: Auf jeden Fall einen schönen Gruß an alle. Ich lade alle auch herzlich dazu ein, auf meine Facebook-Seite zu kommen. Ich schreibe da selbst und poste die wichtigsten Sachen. Ich, für meinen Teil hoffe, dass die neue Platte von meinem Vater allen gefällt und ich hoffe, dass meine Platte, wenn diese dann im Sommer auf dem Markt kommt, auch gewürdigt wird. Sonst gibt es eigentlich nichts mehr zu erzählen. Wie mein Vater so schön sagte: 'Was soll ich denn noch groß erzählen, ich erzähle ja immer den gleichen Mist.' Irgendwann wiederholt es sich halt. Letzten Endes kann ich nur noch sagen, dass ich auch gerne alle einladen würde, auch mal bei meinem Vater auf die Facebook-Seite zu gehen, weil man dort alle Informationen relativ schnell bekommt.“

SchlagerPlanet sagt danke für das nette und ausführliche Gespräch und wünscht Achim, wie auch Wolfgang Petry, für die Zukunft weiterhin viel Erfolg.

Nina Farr
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