Marie-Luise Marjan gehört zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens – doch bei ihren jüngsten öffentlichen Auftritten fiel Beobachtern etwas auf, das es früher nicht gab. Die Schauspielerin, die 35 Jahre lang als Helga Beimer in der ARD-Kultserie „Lindenstraße“ zu sehen war, geht heute anders durchs Leben als noch vor zwei Jahren. Jetzt hat die 86-Jährige selbst erklärt, warum.
Ein Auftritt in Aachen, der Fragen aufwarf
Mitte August 2026 zeigte sich Marie-Luise Marjan bei der Media Night der FEI World Championships in Aachen – gut gelaunt, im Kreis von Kolleginnen wie Liz Baffoe und Birgit Lechtermann. Dass die Schauspielerin überhaupt wieder auf großen Veranstaltungen auftaucht, ist nach den vergangenen zwei Jahren keine Selbstverständlichkeit. Denn Marjan hatte einen schweren gesundheitlichen Rückschlag zu verkraften.

Der Sturz, der alles veränderte
Am 7. Juni 2024 stürzte die Schauspielerin im Theater und zog sich dabei einen Oberschenkelhalsbruch zu – eine Verletzung, die im höheren Alter als besonders heikel gilt. Marjan wurde umgehend operiert, anschließend folgte eine Reha im ostwestfälischen Bad Driburg. Dort stand sie nach eigenen Angaben zum ersten Mal in ihrem Leben an Fitnessgeräten.
Trotz der Umstände blickte sie damals betont positiv auf den Vorfall zurück:
„Ich wurde sofort operiert. Das war Glück im Unglück. Meine Nerven und Blutverbindungen blieben so intakt.“
Marie-Luise Marjan über ihre Operation nach dem Sturz
Ihr Optimismus war schon 2024 ungebrochen: „In einem halben Jahr laufe ich wieder wie ein Reh“, kündigte sie kurz nach dem Unfall an. Ganz so schnell ging es dann allerdings nicht.
Das ist die Hilfe, die sie heute immer dabeihat
Denn seit dem Sturz verlässt Marie-Luise Marjan das Haus nicht mehr ohne Rollator. Das Hilfsmittel begleitet sie zu Terminen, Veranstaltungen und Lesungen – auch nach Aachen brachte sie es mit. Bei Fototerminen verzichtet sie nach Möglichkeit darauf, im Alltag ist es dagegen fester Bestandteil geworden. Gegenüber der Zeitschrift Bunte erklärte sie den Grund ganz nüchtern:
„Ich nehme den Rollator immer zur Vorsicht mit. Man darf nicht wieder hinfallen. Das ist ganz wichtig.“
Marie-Luise Marjan gegenüber der „Bunte“
Anfangs sei es ihr schwergefallen, sich mit dem Gehwagen in der Öffentlichkeit zu zeigen. Inzwischen überwiegt für die Schauspielerin ein anderer Gedanke: „Man möchte ja auch weiterhin am sozialen Leben teilnehmen und sich nicht nur zu Hause verstecken.“
Begleitung bei großen Auftritten
Zusätzlich zum Rollator setzt Marjan auf persönliche Unterstützung. „Ich habe immer eine Betreuung, wenn ich große Auftritte oder Lesungen habe“, so die Schauspielerin. Für sie ist das schlicht eine Frage der Vernunft – und sie formuliert es mit dem für sie typischen trockenen Humor: „Ich bin ja keine 50 mehr. Da muss man auf sich selber aufpassen.“
Was sich seit dem Sturz für die 86-Jährige konkret geändert hat:
- Rollator als ständiger Begleiter außerhalb der eigenen vier Wände
- Betreuung bei größeren Auftritten und Lesungen
- Mehr Geduld mit dem eigenen Heilungsprozess
- Keine Rückzugspläne – Termine und Lesereisen laufen weiter

Marie-Luise Marjan im Steckbrief
| Angabe | Detail |
|---|---|
| Geboren | 9. August 1940 in Essen (als Marlies Wienkötter) |
| Alter | 86 Jahre |
| Bekannt als | Helga Beimer in „Lindenstraße“ (1985–2020) |
| Weitere Rollen | Synchronstimme in den „Shrek“-Filmen, Gastauftritte u. a. bei „SOKO“ |
| Engagement | UNICEF und Plan International seit 1990, eigene Stiftung seit 2010 |
| Auszeichnungen | Bambi (1989), Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1998), Großes Bundesverdienstkreuz (2010), Verdienstorden NRW (2014) |
| Wohnort | Bonn-Bad Godesberg |
Warum sie trotzdem weitermacht
Aufhören ist für Marie-Luise Marjan offensichtlich keine Option. Ihre Lesereise geht weiter: Am 19. September 2026 steht ein Termin im niedersächsischen Nordhorn an, am 1. November 2026 folgt ein Auftritt im hessischen Oestrich-Winkel. Dazu kommen Gala-Auftritte wie zuletzt in Aachen oder im März 2026 bei der Female-Vision-Gala in Hamburg.
Damit macht die Schauspielerin genau das, wofür ihre Serienfigur jahrzehntelang stand: weitermachen, auch wenn es unbequem wird. Der Rollator ist für sie kein Zeichen von Schwäche, sondern das Werkzeug, das ihr die Teilnahme am öffentlichen Leben überhaupt erst wieder ermöglicht – und genau deshalb schiebt sie ihn ohne falsche Scheu vor sich her.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI