Mit 86 Jahren blickt Bata Illic auf mehr als sechs Jahrzehnte im Schlagergeschäft zurück – und stellt fest, dass sich fast alles verändert hat. In einem Interview mit t-online spricht der Sänger über ein Publikum, das er kaum wiedererkennt, über Shows, die es nicht mehr gibt, und über einen Kollegen, der ihm einst die entscheidenden Türen öffnete. Ein Satz über seine Zukunft fällt dabei erst am Ende – und der ist eindeutig.
Der Sänger würde gern – aber es ruft niemand an
Bata Illic ist seit den späten 1960er-Jahren eine feste Größe im deutschsprachigen Schlager. Doch in den großen Samstagabendshows der Gegenwart ist er kaum noch zu sehen. Das liegt, wie er im Gespräch mit t-online erklärt, nicht an ihm.
„Ich würde ja gerne, aber leider lädt mich niemand ein.“
Bata Illic im Interview mit t-online
Groll gegenüber den heutigen Gastgebern lässt er dabei nicht erkennen. Vor Florian Silbereisen und Giovanni Zarrella äußert Illic Respekt – ob den beiden seine Lieder zusagen, könne er allerdings nicht beeinflussen.
Ein Publikum, das anders einkauft
Deutlich kritischer fällt sein Blick auf den Wandel der Branche aus. Für Illic hat sich vor allem das Verhältnis zwischen Künstler und Fan grundlegend verschoben.
„Früher hat ein Fan jede Platte gekauft, egal, ob sie erfolgreich war.“
Bata Illic im Interview mit t-online
Heute werde dagegen einzeln ausgewählt: einzelne Lieder statt kompletter Werke, keine automatische Treue mehr zum Künstler. Für einen Sänger, dessen Karriere auf Alben, Hitparaden-Auftritten und Radioeinsätzen aufgebaut ist, ist das ein grundlegend anderes Geschäft.

Warum ihm eine abgesetzte Sendung besonders nahegeht
Konkret schmerzt Illic das Verschwinden von Formaten, die dem Schlager jahrzehntelang eine Bühne gegeben haben. Das Ende von „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross nennt er ausdrücklich – und begründet seine Kritik nicht mit eigenen Auftrittschancen, sondern mit dem Nachwuchs.
„Ich finde es schade, dass diese Sendung abgesetzt wurde. Die Sendung war auch eine Chance für junge Leute.“
Bata Illic im Interview mit t-online
Der Kollege, der ihm die Türen öffnete
Dass ihm der Einstieg in Deutschland überhaupt gelang, verdankt Illic nach eigener Darstellung auch einem prominenten Fürsprecher: Heino. Der habe den damals völlig unbekannten Sänger aus Jugoslawien persönlich in der Branche herumgeführt.
„Ich war ein unbekannter Sänger aus Jugoslawien und Heino führte mich von einer Agentur zur nächsten und stellte mich überall vor.“
Bata Illic im Interview mit t-online
Dschungelcamp 2008: ohne jede Vorbereitung
Ein zweiter Karriereschub kam Jahrzehnte später aus einer ganz anderen Richtung: 2008 zog Illic für RTL ins australische Dschungelcamp und belegte dort den dritten Platz. Vorbereitet war er darauf nach eigenen Angaben überhaupt nicht.
„Ich war völlig ahnungslos. Als ich ankam, sagte mir Ross Antony, dass bald die erste Prüfung ansteht.“
Bata Illic im Interview mit t-online
Ross Antony gewann die Staffel damals – Illic landete hinter ihm und Michaela Schaffrath auf Platz drei. Welche Musiker sonst noch im Dschungelcamp antraten, zeigt, wie oft das Format zur zweiten Bühne für Schlagerstars wurde.
Bata Illic auf einen Blick
| Angabe | Detail |
|---|---|
| Geboren | 30. September 1939 in Belgrad |
| Alter | 86 Jahre |
| In Deutschland seit | 1963 |
| Größter Hit | „Michaela“ (1972) |
| Weitere Erfolge | „Mit verbundenen Augen“, „Candida“, „Wie ein Liebeslied“ (2008) |
| TV | Dschungelcamp 2008, Platz 3 |
| Privat | seit 1963 mit Ehefrau Olga verheiratet |
| Wohnort | Salzburg |
Was sich für ihn verändert hat – und was nicht
- Das Publikum: früher komplette Plattensammlungen, heute einzelne Lieder.
- Die Shows: Formate wie „Immer wieder sonntags“ fallen weg, Einladungen bleiben aus.
- Die Kollegen: Respekt für Silbereisen und Zarrella, aber kein Einfluss auf deren Programm.
- Der Nachwuchs: ihm fehlen die Bühnen, auf denen junge Künstler früher starten konnten.
- Die eigene Motivation: unverändert.
Und jetzt? Seine Antwort auf die Rentenfrage
Bei aller Kritik am veränderten Geschäft: An ein Ende der eigenen Karriere denkt Bata Illic auch mit 86 Jahren nicht. Nach seinen Plänen gefragt, fällt seine Antwort so knapp wie unmissverständlich aus.
„Meine Antwort war immer: bis zum Ende. Das ist mein Wunsch. Ich habe schon immer gesungen und es immer geliebt.“
Bata Illic im Interview mit t-online
Was ihm heute also am meisten fehlt, sind nicht die Kraft und nicht die Lust – sondern die Bühnen und die Einladungen, die es früher selbstverständlich gab. Wie es Illic nach einem schweren Sturz zurück ins Fernsehen schaffte, zeigt sein TV-Comeback; dass er inzwischen von München nach Salzburg gezogen ist, hat er 2024 selbst erklärt. Wie viel er in mehr als 50 Jahren Karriere verdient hat, ist Thema unseres Berichts zum Vermögen von Bata Illic.