Maite Kelly gilt als eine der produktivsten Songschreiberinnen im deutschen Schlager. Doch in einem Interview mit der ARD Schlagerwelt räumt die 46-Jährige mit dem Bild der mühelosen Hitmaschine auf – und beschreibt ihren Weg zum Erfolg so offen wie selten.
Seit Jahren steht Maite Kelly im Schlager für verlässliche Erfolge: als Sängerin, vor allem aber als Autorin, die Lieder für sich selbst und für Kollegen schreibt. Von außen wirkt das wie eine Erfolgsserie ohne Brüche. Kelly selbst erzählt es anders. Wie Promiflash berichtet, gab die Musikerin der ARD Schlagerwelt einen ungewohnt ehrlichen Einblick in ihre Arbeitsweise – und in das, was dabei regelmäßig schiefgeht.
Der Rat, den ihr Vater ihr mitgegeben hat
Wer verstehen will, wie gelassen Maite Kelly mit eigenen Fehlschlägen umgeht, muss zurück in ihre Kindheit. Ihr Vater Dan Kelly, Familienoberhaupt der Kelly Family, starb im Jahr 2002. Ein Satz von ihm begleitet die Sängerin nach eigenen Angaben bis heute.
„Fehler darfst du machen. Das Einzige, was du nicht darfst, ist, dich dafür zu schämen. Just go on. Abschütteln und weiter.“
Maite Kelly über den Rat ihres Vaters Dan Kelly, im Interview mit der ARD Schlagerwelt
Für Kelly ist das keine nostalgische Erinnerung, sondern ein Arbeitsprinzip. Scham blockiert, Weitermachen bringt weiter – dieser Gedanke prägt bis heute, wie sie mit Rückschlägen im Studio umgeht. Anstatt einen misslungenen Song als Niederlage zu verbuchen, verbucht sie ihn als notwendigen Zwischenschritt.

Offene Worte sind bei ihr kein Einzelfall
Die Ehrlichkeit über das eigene Handwerk passt zu einem Muster, das Maite Kelly in diesem Jahr mehrfach gezeigt hat. In der NDR Talk Show sprach sie über die Menopause und darüber, wie diese Lebensphase ihr neues Album beeinflusst hat. Auch dazu, dass Frauen ihre Erfüllung nicht an eine Beziehung hängen sollten, hat sie eine klare Haltung – und auch hier zitiert sie ihren Vater. Der Neuen Post sagte sie über seinen Rat zur Liebe:
„Dein Kompass darf nicht nach einem Mann ausgerichtet sein, er richtet sich nach dir aus.“
Maite Kelly in der Neuen Post
Eine Partnerschaft beschreibt die Sängerin entsprechend als Ergänzung, nicht als Bedingung: „Eine Partnerschaft ist ein Plus, aber ohne partnerschaftliche Liebe empfinde ich kein Minus.“ Wer ihre Aussagen der vergangenen Wochen nebeneinanderlegt, erkennt eine Künstlerin, die Umwege und unfertige Phasen nicht mehr verstecken will.
| Thema | Kernaussage | Format |
|---|---|---|
| Songschreiben | Viele Lieder scheitern, bevor ein Hit entsteht | ARD Schlagerwelt |
| Umgang mit Fehlern | Rat des Vaters: keine Scham, weitermachen | ARD Schlagerwelt |
| Wechseljahre | Menopause prägte das neue Album | NDR Talk Show |
| Liebe | Partnerschaft als Plus, nicht als Bedingung | Neue Post |

Was hinter jedem ihrer Hits steckt
Und damit zum Kern des Interviews mit der ARD Schlagerwelt. Auf die Frage, wie ihre Erfolgssongs entstehen, antwortet Maite Kelly mit einem Satz, der zunächst wie ein Widerspruch klingt:
„Ich mache viele schlechte Lieder, um einen Hit zu schreiben.“
Maite Kelly im Interview mit der ARD Schlagerwelt
Hinter jedem Erfolg steht bei ihr also eine ganze Reihe von Versuchen, die es nie auf ein Album schaffen. Genau darin sieht die Musikerin keinen Makel, sondern die Voraussetzung für die Ausnahmemomente: „Dank meines Scheiterns habe ich manchmal einen Volltreffer.“ Dass solche Volltreffer sich auszahlen, hat sie ebenfalls erlebt – mit ihrem größten Hit verdiente sie so viel, dass sie sich davon ein Haus kaufen konnte.
Was Fans aus diesen Sätzen mitnehmen können:
- Menge schlägt Perfektion: Viele Ideen ausprobieren erhöht die Chance auf den einen Treffer.
- Scham ist der eigentliche Bremsklotz – nicht der Fehler selbst.
- Erfolg ist selten linear: Auch etablierte Songschreiber produzieren regelmäßig Material, das niemand hört.
Für eine Branche, in der gerne von Naturtalenten und mühelosen Ohrwürmern erzählt wird, ist das ein ungewöhnlich nüchternes Bekenntnis. Und es erklärt, warum Maite Kelly nach mehr als drei Jahrzehnten im Musikgeschäft noch so viel Material produziert: Wer die schlechten Lieder aushält, kommt öfter an die guten.
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Von: Julian Weber bearbeitet mit KI