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Heino ohne Sonnenbrille: Der wahre Grund für sein Markenzeichen

26.10.2026, 12:30 Uhr

Hellblonde Haare, dunkle Gläser: So kennt ganz Deutschland Heino. Doch jetzt zeigt der 87-Jährige ein Foto, auf dem seine Augen zu sehen sind. Es stammt aus einer Zeit, bevor die Sonnenbrille zu seinem Markenzeichen wurde – und erinnert an eine Geschichte, die mit Glamour wenig zu tun hat.

Seit über 60 Jahren steht Heino auf der Bühne, mit Hits wie „Blau blüht der Enzian“ wurde er zu einer der bekanntesten Figuren des deutschen Schlagers. Ob im Fernsehen, bei Galas oder am Ballermann – ohne Sonnenbrille zeigt er sich in der Öffentlichkeit nicht. Viele jüngere Fans kennen ihn gar nicht anders. Dabei begann seine Karriere ganz ohne dunkle Gläser.

Heino ohne Sonnenbrille: das seltene Foto auf Instagram

Am 21. Oktober 2026 teilte Heinos offizieller Instagram-Account ein Schwarz-Weiß-Foto aus seinen Anfangsjahren. Der junge Sänger hält darauf eine Gitarre und blickt direkt in die Kamera – ohne Brille. Dazu heißt es schlicht: „Unser Heino in den 1960er-Jahren am Anfang seiner Karriere.“

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Auch auf frühen Plattencovern ist er noch ohne Brille zu sehen. Damals war Heinz Georg Kramm, so sein bürgerlicher Name, gerade erst entdeckt worden: 1965 wurde der gelernte Bäcker und Konditor bei einer Modenschau in Quakenbrück vom Schlagerstar Ralf Bendix entdeckt, der ihn anschließend jahrelang produzierte.

Der junge Heino ohne Sonnenbrille mit Gitarre an den Landungsbrücken in Hamburg, Schwarz-Weiß-Foto aus den 1960er-Jahren
Noch ohne Brille: der junge Heino mit Gitarre in Hamburg, 1960er-Jahre. Foto: IMAGO / United Archives (Roba Schweigmann)

Steckbrief: Heino auf einen Blick

Merkmal Angabe
Bürgerlicher Name Heinz Georg Kramm
Geburtstag 13. Dezember 1938 in Düsseldorf
Erlernter Beruf Bäcker und Konditor
Entdeckt 1965 von Ralf Bendix
Bekannte Hits „Blau blüht der Enzian“, „Die schwarze Barbara“, „Schwarzbraun ist die Haselnuss“
Nummer-1-Album „Mit freundlichen Grüßen“ (2013)
Markenzeichen Hellblonde Haare, dunkle Sonnenbrille (seit den 1970er-Jahren)
Infografik: Zeitstrahl zu Heino und seiner Sonnenbrille von 1965 bis 2026
Heino und seine Sonnenbrille: die wichtigsten Stationen im Überblick. Grafik: Schlagerplanet

Warum trägt Heino eine Sonnenbrille?

Der Grund für die Brille ist kein Styling-Gag, sondern eine Erkrankung. Anfang der 1970er-Jahre erkrankte Heino an Morbus Basedow. Laut dem Gesundheitsportal gesundheitsinformation.de ist die Autoimmunerkrankung die häufigste Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion. Bei vielen Betroffenen sind auch die Augen beteiligt. Typische Beschwerden sind:

  • tränende oder brennende Augen
  • unscharfes Sehen
  • ein Fremdkörpergefühl im Auge
  • hervortretende Augäpfel durch Veränderungen im Gewebe hinter dem Auge

Genau das erlebte auch Heino. In einem Gespräch mit dem Portal „Planet Interview“ erinnerte er sich:

„Mein rechtes Auge war hervorgetreten und man vermutete dahinter einen Tumor. Aber ich habe mich nicht operieren lassen, da sich diese Vermutung als falsch erwies.“

Heino im Gespräch mit „Planet Interview“

Sein Arzt verordnete ihm daraufhin eine Brille, die seine Augen vor dem grellen Scheinwerferlicht auf Bühnen und in Fernsehstudios schützen sollte. Aus der medizinischen Notwendigkeit wurde mit den Jahren das wohl bekannteste Accessoire der deutschen Schlagerwelt.

Heino im weißen Anzug mit dunkler Brille singt bei der Gala Tolbiac 1975 auf der Bühne
Mitte der 1970er-Jahre gehörte die dunkle Brille schon fest zu Heino: Auftritt bei der Gala Tolbiac, 1975. Foto: IMAGO / United Archives (Heinz Browers)

Sonnenbrille sogar im Reisepass

Wie eng Heino und seine Brille inzwischen verbunden sind, zeigte er im Mai 2024 in einem Instagram-Video. Darin erzählte er, dass er die dunklen Gläser sogar auf seinem Passfoto tragen darf – obwohl biometrische Passbilder in Deutschland normalerweise freie Augen verlangen. Ausnahmen sind aus medizinischen Gründen möglich. Seine Worte laut Merkur: „Natürlich trage ich die Brille immer – sogar auf meinem Pass.“ Und weiter: „Und damit bin ich wohl der einzige Deutsche.“ Ob das tatsächlich stimmt, lässt sich nicht überprüfen.

Auch die Dokuserie „Heino – Karamba, Karacho, Kult!“, die seit März 2026 bei RTL+ abrufbar ist, beschäftigt sich mit dem Menschen hinter dem Markenzeichen. Mehr über die echten Namen hinter den großen Stars lesen Sie in unserem Überblick Künstlernamen: So heißen Heino, Roland Kaiser & Co. wirklich.

Braucht Heino die Brille heute überhaupt noch?

Die überraschende Antwort: eigentlich nicht. 2020 sprach Heino mit der Zeitschrift „Super Illu“ offen über seine Augen:

„Meine Augen sind ja schon längst wieder okay. Unter den Augen hatten sich aufgrund der Schilddrüsenerkrankung Fettpolster gebildet. Vor drei Jahren habe ich erfahren, dass es eine neue Möglichkeit gibt, das Fett einfach abzusaugen.“

Heino 2020 in der „Super Illu“

Den Eingriff hatte er mehrfach verschoben – die Angst, dabei zu erblinden, sei zu groß gewesen. Schließlich ließ er ihn doch machen, und er verlief nach Medienberichten ohne Komplikationen. Abgelegt hat Heino die Sonnenbrille trotzdem nicht. Seine Begründung ist so simpel wie einleuchtend:

„Ohne erkennt mich doch keiner.“

Heino über seine Sonnenbrille

Die Brille ist also längst kein medizinisches Hilfsmittel mehr, sondern pures Markenzeichen. Und das pflegt Heino auch mit 87 Jahren: Im Oktober 2026 war er wieder im Bierkönig auf Mallorca und schrieb danach auf Instagram: „Wir sehen uns in 2027!“ Zudem sorgt er derzeit mit einer großen Versteigerung von mehr als 1.200 persönlichen Gegenständen für Aufsehen, und auch ein neuer Song über ihn machte zuletzt Schlagzeilen. Wer Heino ohne Sonnenbrille sehen will, bleibt deshalb wohl auch künftig auf alte Fotos angewiesen – wie das aus den 1960er-Jahren, das sein Team jetzt geteilt hat.

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