Tiefschwarz, voluminös, immer perfekt sitzend: Die Frisur von Rex Gildo war jahrzehntelang sein Markenzeichen. Dass dahinter ein Geheimnis steckte, hat der Schlagerstar öffentlich bis zu seinem Tod bestritten. Ausgerechnet an seinem 27. Todestag spricht nun ein Mann, der ihm sehr nahestand.
Am 26. Oktober 1999 starb Rex Gildo in München, er wurde 63 Jahre alt. Genau 27 Jahre später, am 26. Oktober 2026, hat sein langjähriger Wegbegleiter Dave Klingeberg in einem Interview mit der Bild-Zeitung über ein Thema gesprochen, das der Sänger zu Lebzeiten streng hütete. Die Zitate gibt t-online wieder, das sich auf das Bild-Interview beruft.
Wer ist Dave Klingeberg?
Offiziell war Klingeberg Chauffeur und Sekretär von Rex Gildo. Nach eigenen Angaben lernte er den Star bereits im Alter von 15 Jahren kennen, wie Schlager.de berichtete. Klingeberg, laut t-online heute 52 Jahre alt, beschreibt sich selbst als Gildos damaligen Lebensgefährten. Die beiden sollen fast zehn Jahre lang ein Paar gewesen sein – bestätigt ist das nur durch seine eigene Darstellung.
Ende August 2026 erschien seine Autobiografie „Die Wahrheit hinter der Lüge – Mein Weg“. Darin geht es laut Heute.at weniger um eine Gildo-Biografie als um Klingebergs eigenes Leben, das er heute auf Zypern führt. Derzeit stellt er das Buch bei Lesungen und Signierstunden vor, etwa am 27. Oktober in Hannover und am 30. Oktober in Coswig (Sachsen-Anhalt).
„Rex trug seit vielen Jahren seine Haarteile“
Im Interview wird Klingeberg nun deutlich. Gildos berühmte Haarpracht war demnach nicht echt:
„Rex trug seit vielen Jahren seine Haarteile, wollte aber nicht, dass das publik wird.“
Dave Klingeberg im Bild-Interview, zitiert nach t-online
Er selbst habe den Sänger öfter ohne Perücke erlebt: „Ich habe ihn des Öfteren ohne Perücke gesehen. Rex sah auch ohne Haare sehr gut aus“, sagte Klingeberg.

Perücke für 4.000 Mark und eine Jeansmütze im Urlaub
Dass niemand etwas bemerkte, hatte laut Klingeberg einen einfachen Grund: Gildo gab sich enorme Mühe. Diese Details schildert er im Interview und in seinem Buch:
- Selbst geschnitten: Die Haarteile seien ohne Schnitt geliefert worden. Gildo habe meist einen ganzen Tag daran gearbeitet, sie selbst einzuschneiden – deshalb hätten sie täuschend echt ausgesehen.
- Teures Markenzeichen: Eine einzige Perücke kostete damals 4.000 D-Mark, umgerechnet rund 2.000 Euro. „An Rex‘ Haarpracht sollte nicht gespart werden“, so Klingeberg.
- Auch nachts: „Unterwegs hat Rex immer mit dem Haarteil geschlafen.“
- Ausnahme Urlaub: „Nur im Urlaub ließ er es weg und trug über seinem Kopf eine Jeansmütze.“
- Zwei Föhne im Gepäck: Auf Reisen habe Gildo immer zwei eigene Föhne dabeigehabt, um nicht den Hotelföhn benutzen zu müssen.
Den Grund für den Aufwand fasst Klingeberg so zusammen: „Rex wollte nie müde oder alt aussehen. Egal, wie lang die Nacht zuvor gewesen war.“ Eine pikante Randnotiz: Klingeberg betrieb nach Gildos Tod selbst einen Salon für Haarersatz, wie aus der Ankündigung seiner Lesung in Coswig hervorgeht.
Rex Gildo: Die wichtigsten Fakten
| Rex Gildo | Fakten |
|---|---|
| Bürgerlicher Name | Ludwig Franz Hirtreiter |
| Geboren | 2. Juli 1936 in Straubing |
| Gestorben | 26. Oktober 1999 in München (63 Jahre) |
| Erster Charterfolg | „Sieben Wochen nach Bombay“ (1960) |
| Größter Hit | „Fiesta Mexicana“ (1972) |
| Bekanntes Duo | „Gitte & Rex Gildo“ mit Gitte Hænning |
Ein Leben mit vielen Geheimnissen
Die Perücke ist nicht das einzige Thema, das Gildo zeitlebens von der Öffentlichkeit fernhielt. Über sein Privatleben und sein tragisches Ende wird bis heute gesprochen – auch Duettpartnerin Gitte Hænning erinnerte sich zuletzt an ein bizarres Angebot von Rex Gildo. Mehr zu seinem Doppelleben und zu Klingebergs Erinnerungen an die letzten Minuten vor dem Sturz lesen Sie bei uns.
Gildo starb am 26. Oktober 1999, drei Tage nach einem Sturz aus dem Fenster seiner Münchner Wohnung. Was bleibt, ist das Bild eines Entertainers, der vor Publikum nie müde oder alt aussehen wollte – und der dafür, wie sein Vertrauter heute erzählt, jeden Tag mit einem Geheimnis auf dem Kopf auf die Bühne ging.