Royals

Prinzessin Diana: Ungehörte Tonbänder zeigen eine andere Frau

08.10.2026, 15:21 Uhr

Fast 30 Jahre nach ihrem Tod soll die Welt Prinzessin Diana noch einmal ganz neu hören: Eine dreiteilige Dokumentation stützt sich auf private Tonbandaufnahmen, die bislang größtenteils unter Verschluss waren. Die Macher versprechen ein Bild, das so gar nicht zur „traurigen, einsamen Prinzessin“ passen will – und verraten, was sie beim Anhören am meisten berührt hat.

Die Serie trägt den Titel „Diana Unheard“ und wird von der britischen Produktionsfirma Love Monday TV produziert. Erscheinen soll sie 2027 – zum 30. Todestag der Prinzessin, die am 31. August 1997 in Paris bei einem Autounfall ums Leben kam. Darüber berichten unter anderem das US-Branchenmagazin „Deadline“ und der britische „Express“.

Woher die geheimen Bänder stammen

Die Aufnahmen entstanden 1991. Diana sprach damals heimlich mit ihrem engen Vertrauten, dem Arzt Dr. James Colthurst, über ihr Leben im Königshaus. Die Bänder wurden zur Grundlage für Andrew Mortons Enthüllungsbuch „Diana: Her True Story“ (deutsch: „Diana – Ihre wahre Geschichte“), das 1992 erschien und die Ehekrise mit dem damaligen Prinzen Charles öffentlich machte.

Dass Diana selbst die Quelle des Buches war, wurde erst nach ihrem Tod bekannt. Laut dem Branchenportal „Televisual“ ist bisher weniger als eine Stunde des Materials öffentlich zu hören gewesen. Die neue Serie greift dagegen auf rund fünf Stunden bislang ungehörter Aufnahmen zurück. Love Monday arbeitet dafür nach eigenen Angaben direkt mit Morton und Colthurst zusammen, die beide auch in der Doku zu Wort kommen sollen.

Was Fakten zur Doku
Titel „Diana Unheard“ (Arbeitstitel zuvor: „Diana: The Unheard Truth“)
Umfang Dreiteilige Doku-Serie
Produktion Love Monday TV (Großbritannien)
Weltvertrieb Cineflix Rights
Grundlage Tonbänder von 1991, rund fünf Stunden bisher ungehörtes Material
Geplanter Start 2027, zum 30. Todestag von Diana
Sender in Deutschland noch nicht bekannt

„Diana eine Stimme geben“

Kerene Barefield, Kreativchefin von Love Monday TV, betont gegenüber „Deadline“, es gehe nicht darum, alte Rechnungen zu begleichen. Ziel sei es, Diana eine Stimme zu geben. Das Bild, das die Bänder zeichnen, widerspreche dem, was über Jahrzehnte erzählt worden sei:

„Die Medien haben uns immer diese Tragödie präsentiert, dass Diana traurig und einsam war und manipuliert wurde. Diese Bänder erzählen diese Geschichte überhaupt nicht.“

Kerene Barefield, Love Monday TV, gegenüber „Deadline“ (übersetzt aus dem Englischen)

Stattdessen erzählten die Aufnahmen laut Barefield von einer „unglaublich mutigen Frau“, die selbstbestimmt handelte und wusste, was sie wollte. Besonders berührt habe sie etwas ganz Einfaches: Dianas Lachen auf den Bändern zu hören.

Prinzessin Diana bei einem Gala-Termin in der Serpentine Gallery in London
Prinzessin Diana bei einem Gala-Termin in der Serpentine Gallery, London, 28.06.1995. Foto: IMAGO / Capital Pictures (Hugh Thompson)

Was die Zuschauer erwartet

Nach bisherigen Angaben der Produzenten und Branchenberichten soll die Serie folgende Schwerpunkte haben:

  • Dianas eigene Worte: Im Mittelpunkt stehen die Originalaufnahmen, in denen sie unter anderem über Charles, Camilla und den damaligen Prinzen Andrew spricht.
  • Ihre Kindheit: Die mittlere Folge widmet sich Dianas jungen Jahren.
  • Weggefährten: Neben Morton und Colthurst sollen unter anderem ihr früherer Personenschützer Ken Wharfe, ihr Friseur Sam McKnight und der Tänzer Wayne Sleep zu Wort kommen.

Neue Brisanz durch Bruder Charles Spencer

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt das Projekt durch Dianas Bruder Earl Charles Spencer. In seinem im September erschienenen Buch „Swan Song“ erhebt er einen schweren Vorwurf gegen König Charles III.: Dieser habe nach Dianas Tod gesagt: „Seien Sie versichert, wir werden sie bald genug vergessen.“ Die Tonbänder decken laut den Produzenten teilweise dieselben Themen ab wie Spencers Buch.

Der Palast äußerte sich im September in einer Stellungnahme. Grundsätzlich kommentiere man keine Bücher, hieß es demnach – der König sei sich aber bewusst, dass der Schmerz geschwisterlicher Trauer die Vernunft trüben, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung färben könne.

Auch an anderer Stelle sorgt Dianas Erbe derzeit für Gesprächsstoff: Prinz William hat sich erst kürzlich gegen eine Diana-Doku entschieden. Und zu ihrem 65. Geburtstag im Juli sprachen alle über ihre legendären Frisuren.

Fazit: Diana erzählt ihre Geschichte selbst

Ob „Diana Unheard“ tatsächlich ein neues Bild der Prinzessin zeichnet, wird sich erst 2027 zeigen. Fest steht: Zum ersten Mal sollen stundenlange Aufnahmen zu hören sein, in denen Diana selbst spricht – und lacht. Der Weltvertrieb Cineflix bringt es so auf den Punkt: Die Serie zeige „ihre eigene Geschichte, mit ihrer eigenen Stimme“. Welcher Sender die Doku in Deutschland zeigt, ist noch offen.

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