Prinz Harry und mehrere prominente Weggefährten haben ihren Prozess gegen eine britische Mediengruppe verloren – und müssen sich nun auf handfeste Konsequenzen einstellen. Vor Gericht in London ging es diese Woche um eine Frage, die für den Prinzen richtig teuer werden könnte.
Der Rechtsstreit im Überblick
Nach einem elfwöchigen Prozess wiesen die Richter am Londoner High Court Anfang Juli 2026 die Klage von Prinz Harry und weiteren Klägern gegen die Mediengruppe Associated Newspapers Limited (ANL) ab, zu der unter anderem die britische „Daily Mail“ gehört. Die Kläger hatten ANL vorgeworfen, Privatdetektive beauftragt zu haben, um Autos und Wohnungen zu verwanzen und private Telefongespräche abzuhören. Zudem sollen die Detektive unter falschen Identitäten an medizinische Unterlagen gelangt sein. ANL wies sämtliche Vorwürfe zurück – die Richter kamen zu dem Schluss, dass die Kläger ihre Anschuldigungen nicht beweisen konnten.
Diese Promis standen mit Harry vor Gericht
- Prinz Harry
- Popstar Elton John
- Dessen Ehemann David Furnish
- Schauspielerin Elizabeth Hurley
- Schauspielerin Sadie Frost
- Bürgerrechtsaktivistin Doreen Lawrence
- Der frühere Politiker Simon Hughes

Jetzt geht es um die Prozesskosten
Nach der Niederlage folgte am Mittwoch der nächste Termin – diesmal ging es ums Geld. In einer Anhörung verlangten ANL-Anwälte, die unterlegenen Kläger sollten einen überdurchschnittlich hohen Anteil der gesamten Prozesskosten von 34 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 45 Millionen Euro) tragen. Das Gericht muss nun entscheiden, ob die Rückzahlung nach dem üblichen Schema erfolgt oder eine strengere Regelung angewendet wird, die den Anteil der Kläger deutlich erhöhen würde.
„Es handelte sich um eine Kampagne anstelle eines normalen und vernünftigen Rechtsstreits.“
ANL-Anwalt Antony White vor Gericht
White bezeichnete das Verfahren als „Frontalangriff“ auf die Zeitungen der Mediengruppe. Der Anwalt der Kläger, Nicolas Bacon, hielt dagegen: Seine Mandanten hätten „ehrlich und im besten Gewissen gehandelt“ und sollten nicht für die kompletten, „erstaunlich hohen Anwaltskosten“ der Mediengruppe aufkommen müssen. Laut Bacon verfügen die Kläger gemeinsam über eine Versicherungssumme von 16,2 Millionen Pfund – fällt die Entscheidung des Gerichts strenger aus, könnte für sie eine Lücke von „vielen Millionen“ Pfund entstehen, die sie aus eigener Tasche zahlen müssten.
Steckbrief: Die wichtigsten Fakten zum Prozess
| Fakt | Detail |
|---|---|
| Beklagte | Associated Newspapers Limited (u. a. „Daily Mail“) |
| Prozessdauer | 11 Wochen |
| Urteil | Klage abgewiesen (Anfang Juli 2026) |
| ANL-Prozesskosten | rund 34 Mio. Pfund (ca. 45 Mio. Euro) |
| Versicherungssumme der Kläger | 16,2 Mio. Pfund |
| Offene Frage | Standard- oder strengere Kostenregelung? |
Prinz Harry übt scharfe Kritik am Urteil
Bereits nach der Urteilsverkündung Anfang Juli hatte sich Prinz Harry gemeinsam mit Mitklägerin Doreen Lawrence, deren Sohn 1993 bei einem rassistisch motivierten Angriff getötet wurde, in einer gemeinsamen Erklärung zu Wort gemeldet. Er bezeichnete das Urteil als „kompletten und offensichtlichen Whitewash“ und kritisierte: „Die Anstrengungen, die das Gericht unternommen hat, um die ‚Mail‘ reinzuwaschen, sind ebenso schockierend wie völlig unangebracht.“
Wie geht es weiter?
Die Anhörung zu den Prozesskosten wurde auch am Donnerstag fortgesetzt. Eine endgültige, schriftliche Entscheidung des Gerichts steht noch aus und soll zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Erst dann wird klar, wie hoch die Rechnung für Prinz Harry und seine Mitstreiter am Ende tatsächlich ausfällt – und ob sie dafür tief in die eigene Tasche greifen müssen.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI