Prinz Haakon hatte sich zuletzt bewusst aus dem Rampenlicht zurückgezogen, um Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Jetzt muss der norwegische Thronfolger seine Auszeit unterbrechen – der Anlass verlangt ihm einiges ab.
Nach turbulenten Wochen rund um den Prozess gegen Marius Borg Høiby und der großen Sorge um Kronprinzessin Mette-Marit hatte sich Prinz Haakon (52) in den Sommerurlaub verabschiedet. Im Mittelpunkt stand für den Kronprinzen vor allem eines: ungestörte Zeit mit seiner Familie. Laut „Se og Hør“ wurde er zuletzt mit zwei Vertrauten im Osloer Fünf-Sterne-Hotel „Sommerro“ gesichtet – ein letzter Rückzugsort, bevor die Pflicht wieder ruft.
Am 19. Juli endet die Auszeit
Schon bald steht für Haakon ein offizieller Termin an, der weit über den gewöhnlichen royalen Alltag hinausgeht. Im Kalender des norwegischen Königshauses ist vermerkt, dass der Kronprinz seinen Urlaub am 19. Juli unterbricht, um an der Eröffnung der nationalen Gedenkstätte für die Terroranschläge vom 22. Juli teilzunehmen. Die Stätte entsteht auf dem Johan-Nygaardsvolds-Platz im Osloer Regierungsviertel – nur wenige Schritte von jenem Ort entfernt, an dem sich 2011 eines der dunkelsten Kapitel der norwegischen Geschichte abspielte.
Eine Familientragödie, die bis heute nachwirkt
Am 22. Juli 2011 tötete der Rechtsextremist Anders Behring Breivik bei seinen Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen. Für Haakon und seine Familie ist der Jahrestag weit mehr als ein staatlicher Pflichttermin: Unter den Opfern war auch Trond Berntsen, der Stiefbruder von Kronprinzessin Mette-Marit. Der damals 51-Jährige arbeitete als Polizist und war als Wachmann beim Sommerlager auf Utøya im Einsatz. Als der Täter das Feuer eröffnete, stellte er sich ihm entgegen – und verlor dabei sein Leben.
Sorge um Mette-Marit nach Lungentransplantation
Der öffentliche Auftritt fällt zudem in eine Zeit, in der sich die Familie auch privat in einer Ausnahmesituation befindet. Erst am 17. Juni 2026 gab der norwegische Hof bekannt, dass sich Mette-Marit im Nationalkrankenhaus in Oslo einer Lungentransplantation unterzogen hat – erfolgreich, wie es hieß. Zwölf Tage zuvor war öffentlich geworden, dass die Kronprinzessin, die an einer schweren Lungenerkrankung leidet, auf der Warteliste für eine Spenderlunge steht.

Haakon hatte daraufhin seine offiziellen Verpflichtungen reduziert, um an der Seite seiner Frau zu sein. In einem Statement des Palastes hieß es dazu:
„Seine Königliche Hoheit Kronprinz Haakon wird seinen Terminkalender anpassen, um in dieser Zeit bei der Kronprinzessin sein zu können.“
Statement des norwegischen Königshauses
König Harald und Königin Sonja an seiner Seite
Haakon steht mit seinem Auftritt am Jahrestag nicht allein da. Rund um den 22. Juli sind mehrere Gedenktermine im Kalender des Königshauses verankert:
- König Harald und Königin Sonja nehmen am 22. Juli an einem Gedenkgottesdienst teil.
- Kronprinz Haakon unterbricht seinen Urlaub bereits am 19. Juli für offizielle Verpflichtungen rund um den Jahrestag.
- Im Mittelpunkt steht die Eröffnung der neuen nationalen Gedenkstätte im Regierungsviertel von Oslo.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 22.07.2011 | Breivik tötet bei Anschlägen in Oslo und auf Utøya 77 Menschen |
| 05.06.2026 | Bekannt wird: Mette-Marit steht auf der Warteliste für eine Spenderlunge |
| 17.06.2026 | Palast bestätigt erfolgreiche Lungentransplantation |
| 19.07.2026 | Haakon unterbricht seinen Urlaub und kehrt in den offiziellen Dienst zurück |
| 22.07.2026 | Gedenktag: Eröffnung der Gedenkstätte, Gottesdienst mit König Harald und Königin Sonja |
Zwischen Trauer und königlicher Pflicht
Für Prinz Haakon verdichten sich damit gleich mehrere schwere Themen in wenigen Wochen: die gesundheitliche Krise seiner Frau, die anhaltenden Nachwirkungen des Skandals um Stiefsohn Marius Borg Høiby und nun das Gedenken an einen der schwärzesten Tage der norwegischen Geschichte, der die Familie seiner Frau bis heute prägt. Dass er seinen Urlaub für diesen Termin unterbricht, zeigt, wie eng persönliche Trauer und königliche Verantwortung im norwegischen Königshaus derzeit miteinander verwoben sind.
Von: Anna-Lena Kramer bearbeitet mit KI