Andrew Mountbatten-Windsor hat 2025 seine letzten royalen Titel verloren – und trotzdem soll ausgerechnet für ihn eine Ehrung vorbereitet sein, die vielen Briten die Sprache verschlägt. Ein Bericht der britischen Zeitung „Mail on Sunday“ sorgt derzeit für heftige Diskussionen. Demnach steht der jüngere Bruder von König Charles III. weiterhin auf einer vertraulichen Regierungsliste – und was dort für den Fall seines Todes festgehalten sein soll, empört Kritiker aus Politik und Justiz gleichermaßen.
Was die „Mail on Sunday“ enthüllt haben will
Laut der „Mail on Sunday“, die sich auf hochrangige Regierungsquellen aus Whitehall beruft, wird Andrew Mountbatten-Windsor (66) trotz seines tiefen Falls weiterhin in den geheimen Notfallplänen für hochrangige königliche Bestattungen geführt. Verwaltet werden diese Pläne dem Bericht zufolge vom britischen Kabinettsbüro (Cabinet Office).
Solche Vorbereitungen sind im Vereinigten Königreich Routine und tragen intern Codenamen: Die Beisetzung von Königin Elizabeth II. lief 2022 unter „Operation London Bridge“, die von Prinz Philip unter „Operation Forth Bridge“. Dass auch der in Ungnade gefallene Andrew weiter auf einer derartigen Liste stehen soll, ist der eigentliche Kern der Aufregung.
Wo die Trauerfeier stattfinden soll
Konkret sollen die Pläne laut „Mail on Sunday“ eine Trauerfeier in der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor vorsehen – jenem Ort, an dem auch Königin Elizabeth II. und Prinz Philip ihre letzte Ruhe fanden. Als Grabstätte ist demnach der Royal Burial Ground in Frogmore vorgesehen, ein privater Friedhof auf dem Gelände von Windsor.
| Punkt | Was berichtet wird |
|---|---|
| Quelle | „Mail on Sunday“, gestützt auf Regierungsquellen |
| Trauerfeier | St.-Georgs-Kapelle, Schloss Windsor |
| Grabstätte | Royal Burial Ground, Frogmore |
| Verwaltung | Britisches Kabinettsbüro (Cabinet Office) |
Scharfe Kritik von Opferanwältin und Politik
Die Berichte lösten umgehend heftige Reaktionen aus. Die US-Anwältin Gloria Allred, die nach eigenen Angaben 27 mutmaßliche Epstein-Opfer vertritt, äußerte sich deutlich.
„Andrew hat durch seine Verbindung zu Jeffrey Epstein Schande über die königliche Familie und das Vereinigte Königreich gebracht.“
Gloria Allred, US-Anwältin
Auch aus der Politik kommt Widerstand. Die konservative Abgeordnete Alicia Kearns stellte klar, dass es aus ihrer Sicht keine Rechtfertigung für eine solche Ehrung geben könne.
„Es gibt keine Umstände, unter denen Andrew ein königliches Begräbnis zugestanden werden sollte.“
Alicia Kearns, konservative Abgeordnete
Der frühere Regierungsminister Norman Baker wählte einen nüchterneren Ton und verwies auf Andrews heutigen Status: „Das muss ein Versehen sein. Mr. Mountbatten-Windsor ist ein Bürgerlicher“, wird er zitiert.
Wie tief Andrew gefallen ist
Hintergrund der Empörung ist der beispiellose Absturz des einst fünftplatzierten Thronfolgers. Über Jahre hinweg verlor Andrew Schritt für Schritt nahezu alles, was seine royale Stellung ausmachte:
- Rückzug von öffentlichen Aufgaben nach dem umstrittenen BBC-Interview zur Epstein-Affäre (2019).
- Verlust seiner militärischen Ehrenämter und der Anrede „Seine Königliche Hoheit“ (HRH).
- Entzug der verbliebenen Titel durch König Charles III. im Jahr 2025 im Zuge der anhaltenden Epstein-Verstrickungen.
Andrew selbst hat jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem 2019 verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stets bestritten. Öffentlich tritt er heute unter dem Namen Andrew Mountbatten-Windsor auf.
Was von den Plänen zu halten ist
Ob es tatsächlich jemals zu einer solchen Zeremonie kommt, ist damit keineswegs entschieden. Notfallpläne dieser Art werden über Jahre fortgeschrieben und angepasst – ihre bloße Existenz bedeutet nicht, dass sie eins zu eins umgesetzt werden. Ein offizielles Statement des Palastes zu den Berichten liegt bislang nicht vor.
Und ein Detail zeigt, dass eine Beisetzung auf dem Royal Burial Ground nicht zwangsläufig eine Rehabilitierung wäre: Auch König Edward VIII., der 1936 abdankte und die Monarchie in eine tiefe Krise stürzte, liegt dort begraben. Ob Andrew Mountbatten-Windsor am Ende eine würdevolle royale Abschiedszeremonie erhält oder ein stilles bürgerliches Begräbnis – das dürfte am Ende weniger eine Frage alter Notfalllisten als eine höchst politische Entscheidung des Königshauses sein.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI