Veronika Fischer war in den 1970er-Jahren einer der größten Stars der DDR – ausverkaufte Konzerte, Millionen verkaufte Platten, Kunstpreis der Republik. Und trotzdem sah ihr Alltag hinter den Kulissen ganz anders aus, als man es von einem gefeierten Star erwarten würde.
Erfolgreichste Sängerin der DDR – aber ohne Bad und Telefon
Im Gespräch mit dem rbb-Format „Berlin Sounds“ blickte Veronika Fischer (74) auf ihre Anfänge zurück, wie unter anderem der Merkur berichtete. Obwohl sie bereits zu den bekanntesten Künstlerinnen der DDR gehörte, wohnte sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Kind in einer Wohnung ohne Bad, ohne Telefon und nur mit einer Ofenheizung.
Den Grund für ihre damalige Wohnsituation erklärt Fischer heute nüchtern:
„In der DDR gab’s keine Wohnungen, das war das Problem.“
Veronika Fischer im rbb-Format „Berlin Sounds“
Star-Status half bei der Wohnungssuche überhaupt nicht
Über eine Freundin erhielt sie schließlich Anfang der 1970er-Jahre auf inoffiziellem Weg eine Wohnung in Ost-Berlin. Dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits eine bekannte Sängerin war, habe ihr bei der Suche nichts genützt: „Das hat doch überhaupt niemanden interessiert.“
Auch der Durchbruch 1975 mit ihrer Band änderte daran nichts. Laut ihrer Autobiografie „Woher Wohin“ verkaufte sich ihr Debütalbum „aus dem Stand“ rund eine halbe Million Mal – ihre Wohnsituation blieb bis zum Auszug dieselbe:
„Ich habe bis zum Schluss kein Telefon gehabt. Das kann man sich ja gar nicht mehr vorstellen. Aber das hatten auch andere nicht, nicht nur ich.“
Veronika Fischer im rbb-Format „Berlin Sounds“
Vom Amiga-Star zur Solo-Legende
Geboren wurde Veronika Fischer am 28. Juli 1951 im thüringischen Wölfis. Nach ihrem Gesangsstudium an der Dresdner Musikhochschule Carl Maria von Weber sang sie zunächst bei Bands wie der Stern-Combo Meißen und Panta Rhei, bevor sie 1974 ihre eigene Gruppe „Veronika Fischer und Band“ gründete. Mit ihren Alben verkaufte sie in der DDR über 1,5 Millionen Platten und wurde damit zur erfolgreichsten Sängerin des Landes.
- 1975: Erster Preis National beim Internationalen Schlagerfestival Dresden
- 1976: Bernsteinnachtigall beim Liederfestival in Sopot, Polen
- 1979: Kunstpreis der DDR
- 1981: Übersiedlung mit Mann und Sohn nach West-Berlin
| Steckbrief | Veronika Fischer |
|---|---|
| Geboren | 28. Juli 1951 in Wölfis (Thüringen) |
| Karrierestart | 1971, eigene Band ab 1974 |
| Größter Erfolg | Erfolgreichste Sängerin der DDR (rund 1,5 Mio. verkaufte Platten) |
| Übersiedlung | 1981 nach West-Berlin |
| Wohnort heute | Berlin-Schmargendorf |
Bühnenabschied nach 55 Jahren – aber nicht für immer
Im September 2025 musste Fischer ihren Fans eine traurige Nachricht überbringen: Aus gesundheitlichen Gründen sagte sie ihre geplante Abschiedstournee ab. „Leider hat sich meine Stimme etwas eingefangen, der Körper zeigt mir Grenzen, ich muss es akzeptieren!“, schrieb sie damals auf Facebook und verabschiedete sich mit den Worten: „Nach 55 Jahren Bühnenarbeit mit Band verabschiede ich mich bei Euch von den großen Bühnen.“
Ganz von der Bühne verschwunden ist Veronika Fischer damit aber nicht: Wenige Monate später kehrte sie noch einmal zurück – wenn auch inzwischen nur noch in Auftritten ohne Gesang.
An diesem 28. Juli feiert die DDR-Ikone ihren 75. Geburtstag. Ein Blick zurück auf die kargen Anfänge ihrer Karriere zeigt: Der Weg zum größten Star des Landes war alles andere als selbstverständlich. Mehr über ihr Leben und ihre Karriere gibt es im Veronika Fischer Wiki von Schlagerplanet.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI