Andreas Gabalier hat sich zum Rekordergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geäußert. Im Podcast „Message Macht Medien“ warnt der Schlagerstar davor, alle AfD-Wähler pauschal zu verurteilen – und übt zugleich scharfe Kritik an der bisherigen Politik. Auch sein Heimatland Österreich bekommt sein Fett weg.
Der Auslöser: Historisches AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 hat die AfD mit 43,8 Prozent ihr bislang stärkstes Ergebnis in einem Bundesland erzielt und ihren Stimmenanteil gegenüber der Wahl 2021 nahezu verdoppelt. Die CDU kam auf 17,2 Prozent, die SPD auf 9,3 Prozent. Die absolute Mehrheit im Landtag verpasste die AfD dennoch knapp.
| Partei | Ergebnis |
|---|---|
| AfD | 43,8 % |
| CDU | 17,2 % |
| SPD | 9,3 % |
| Grüne | 8,9 % |
| Die Linke | 8,6 % |
| BSW | 5,3 % |
Das Ergebnis sorgte bundesweit für Diskussionen – auch in der Schlager- und Volksmusikszene. Andreas Gabalier nutzte einen Podcast-Auftritt, um sich klar zu positionieren.
„Falsch, alle als Nazis zu verurteilen“
Im Podcast „Message Macht Medien“ von Gerald Fleischmann sprach Gabalier offen über das Wahlergebnis. Dabei warnte er ausdrücklich vor einer pauschalen Verurteilung der AfD-Wähler:
„Ich finde es falsch, jetzt 44 Prozent jener, die da gewählt haben, alle als extrem rechts und Nazis zu verurteilen.“
Andreas Gabalier im Podcast „Message Macht Medien“
Für den Schlagerstar steckt hinter dem Wahlerfolg vor allem ein „Sicherheits- und Freiheitsgedanke“ vieler Menschen – keine ideologische Radikalisierung. Viele Wähler hätten aus Sorge, Unzufriedenheit und Frustration heraus für die AfD gestimmt.
Kritik an der bisherigen Politik
Die Ursache für den AfD-Erfolg sieht Gabalier in Versäumnissen der etablierten Politik. Diese habe „mit einer Ignoranz an einem großen Teil der Bevölkerung vorbeiregiert“ – Ängste und Bedenken vieler Bürger seien schlicht nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die vieldiskutierte „Brandmauer“ gegen die AfD lehnt Gabalier laut eigener Aussage ab. Auch US-Präsident Donald Trump kommt in dem Gespräch zur Sprache: Dieser spalte zwar die Gesellschaft, so Gabalier, doch auch diese politische Ära werde irgendwann vorübergehen.

Auch Österreich bekommt sein Fett weg
Nicht nur die deutsche Politik nimmt sich Gabalier im Podcast vor. Auch über sein Heimatland Österreich findet er deutliche Worte:
„Wir fahren unser Land derzeit so massiv an die Wand wie noch nie zuvor.“
Andreas Gabalier im Podcast „Message Macht Medien“
Zudem kritisiert er, dass sich das kleine Österreich anmaße, „Weltpolizei zu spielen“. Was der Gesellschaft insgesamt fehle, sei eine funktionierende Debattenkultur: „Streiten können wir heute noch nicht“, so Gabalier, der dazu aufruft, sich zusammenzusetzen und ernsthaft über die Sorgen der Bürger zu reden – statt sich gegenseitig auszugrenzen.
Seitenhieb Richtung Nura? Gabalier erklärt sein Schweigen
Im selben Podcast äußerte sich Gabalier auch zu einem Vorfall, der ihn wenige Wochen zuvor selbst betroffen hatte: Beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring hatte Rapperin Nura am 5. September 2026 während ihres Auftritts scharf gegen ihn ausgeteilt und ihn wegen seines Auftritts beim selben Festival mehrfach beschimpft. Gabalier hatte sich damals öffentlich nicht dazu geäußert. Im Podcast erklärte er nun laut t-online, warum: Er komme „aus zu gut erzogenen Verhältnissen“, um sich auf ein solches Niveau herabzulassen.

Versöhnliche Töne zum Schluss
Trotz der klaren politischen Worte schlägt Gabalier im Podcast auch versöhnliche Töne an: Musik könne seiner Ansicht nach zur gesellschaftlichen Versöhnung beitragen. Als Beispiel nennt er einen möglichen gemeinsamen Auftritt mit Conchita Wurst, den er für durchaus denkbar hält.
Die wichtigsten Aussagen aus dem Podcast-Interview im Überblick:
- Gabalier lehnt eine Pauschalverurteilung der 43,8 Prozent AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt als „Nazis“ ab.
- Er macht die etablierte Politik für den Wahlerfolg mitverantwortlich – Stichwort „Ignoranz“.
- Er lehnt die politische „Brandmauer“ gegen die AfD ab.
- Auch Österreich kritisiert er scharf: Das Land werde „an die Wand“ gefahren.
- Zur Attacke von Rapperin Nura auf dem Glücksgefühle-Festival äußert er sich erstmals – und erklärt sein bisheriges Schweigen mit seiner Erziehung.
- Zum Abschluss wirbt er für mehr Debattenkultur und bringt einen gemeinsamen Auftritt mit Conchita Wurst ins Spiel.
Ob und wie sich die etablierten Parteien auf Gabaliers Kritik reagieren werden, bleibt bislang offen. Fest steht: Mit seinen unverblümten Aussagen sorgt der Volks-Rock’n’Roller einmal mehr für Gesprächsstoff – weit über die Schlagerszene hinaus.