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Ingo Appelt knöpft sich Roland Kaiser vor – aus gutem Grund

15.07.2026, 10:33 Uhr

Comedian Ingo Appelt (59) ist bekannt dafür, dass er selten ein Blatt vor den Mund nimmt – jetzt hat er sich mit Roland Kaiser (74) eines der größten Schwergewichte des deutschen Schlagers als Bühnen-Thema ausgesucht. Ausgangspunkt der Nummer ist keine Fehde, sondern eine Begegnung unter Parteifreunden: Beide sind seit Jahrzehnten SPD-Mitglieder und laufen sich nach Appelts Worten in Berlin „ab und zu mal“ über den Weg. Bei einem dieser Treffen soll Kaiser dem Komiker verraten haben, dass so mancher seiner alten Hits heute gar nicht mehr im Radio laufe.

 

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Appelt seziert die Klassiker auf der Bühne

Für Ingo Appelt war das ein gefundenes Fressen. In seinem aktuellen Programm „Männer nerven stark“ nimmt er sich gleich mehrere Kaiser-Songtexte genüsslich vor. Bei „Manchmal möchte ich schon mit dir“ – dem 1982 veröffentlichten Hit, der es bis auf Platz 7 der deutschen Charts schaffte – fragt er sein Publikum vielsagend, worauf der Schlagersänger da wohl anspiele, und lässt die Antwort demonstrativ im Raum stehen. Sein Fazit: Heute würde das glatt als „sexistisch“ durchgehen. Beim Ohrwurm „Zieh dich nicht aus, Amore Mio“ von 1978 sieht er sogar Stoff für eine #MeToo-Debatte.

Auch vor Kaisers größtem Erfolg macht Appelt nicht halt: „Santa Maria“ stand 1980 fünf Wochen lang an der Chartspitze. Bei der Zeile „Nachts an deinen schneeweißen Stränden, hielt ich ihre Jugend in den Händen“ hakt der Comedian mit gespielter Unschuld nach:

„Was hielt der in den Händen?“

Ingo Appelt über die Songzeile aus „Santa Maria“

Roland Kaiser live bei einem Konzert auf dem Domplatz in Erfurt
Roland Kaiser live bei einem Konzert auf dem Domplatz, Erfurt, 03.07.2026. Foto: IMAGO / Future Image (M. Kremer)

Trotz allem: Für Appelt bleibt Kaiser „ein Held“

Böse Absicht steckt hinter den Spitzen allerdings nicht. Im Gegenteil: Dass Roland Kaiser seit über 50 Jahren auf der Bühne steht und trotz gesundheitlicher Rückschläge unermüdlich weitersingt, macht ihn für Appelt schlichtweg zu „einem Helden“. Die Songs, um die es in seinem Programm geht, sind dabei durchaus prominent – ein Überblick:

Song Erschienen Chartplatzierung Zeile im Appelt-Fokus
Amore Mio 1978 Platz 17 „Zieh dich nicht aus, Amore Mio“
Santa Maria 1980 Platz 1 (5 Wochen) „Hielt ihre Jugend in den Händen“
Manchmal möchte ich schon mit dir 1982 Platz 7 Songtitel selbst

Roland Kaiser selbst bezieht Stellung zu seinen Texten

Dass seine Lyrics für Gesprächsstoff sorgen, ist Roland Kaiser selbst nicht neu. Im Podcast „May Way – Promi Deep Talk“ von Journalistin Tanja May äußerte sich der Sänger bereits ausführlich zu den zweideutigen Textzeilen in seinem Werk – und zeigte sich alles andere als reumütig.

„Ich habe immer verbotene Sachen gesungen. Liebe ist ja nicht nur Hand in Hand am Strand spazieren gehen, sondern es hat ja noch ein paar Sachen, die tiefer gehen. Das habe ich auch nie ausgeklammert.“

Roland Kaiser im Podcast „May Way – Promi Deep Talk“

Dabei zog der gebürtige Berliner auch den Vergleich zu seinem verstorbenen Freund Udo Jürgens: „Mein großer Kollege und wirklich über Jahre guter Freund, Udo Jürgens, hat ja immer solche Sachen auch bedacht in seinen Texten – und mir geht’s ähnlich.“ Für Kaiser ist das keine Provokation, sondern künstlerische Überzeugung.

Roland Kaiser bei seinem Konzert auf dem Erfurter Domplatz
Roland Kaiser bei seinem Konzert auf dem Erfurter Domplatz, 03.07.2026. Foto: IMAGO / Future Image (M. Kremer)

Appelt ist bei Weitem nicht der Einzige aus der Branche, der sich an Kaisers Textzeilen abarbeitet:

  • Kerstin Ott nannte ihren Kollegen wegen seiner Texte bereits einen „Schelm“.
  • Moderatorin Barbara Schöneberger und Comedian Atze Schröder nahmen die doppeldeutigen Formulierungen in Schönebergers Podcast „Mit den Waffeln einer Frau“ aufs Korn.
  • Schröder bezeichnete Zeilen wie „Warum hast du nicht nein gesagt“ als in der heutigen Zeit schwierig.

Am Ende bleibt es bei Ingo Appelt also bei liebevoller Ironie: Er knöpft sich die Songtexte einer Schlager-Legende vor – und lässt am Schluss keinen Zweifel daran, wie viel Respekt hinter dem Spott steckt.

Von: Julian Weber bearbeitet mit KI

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