22 Jahre lang war Stefan Mross das Gesicht des deutschen Fernsehsonntags. Am 6. September 2026 moderierte er „Immer wieder sonntags“ zum letzten Mal – und plötzlich steht die Frage im Raum, was von zwei Jahrzehnten ARD-Dauerpräsenz eigentlich übrig bleibt. Ein Blick auf Gagen, Einnahmequellen und das geschätzte Vermögen des Trompeters zeigt: Die Zahlen sind weniger spektakulär, als viele vermuten – und dafür gibt es gute Gründe.
Wer ist Stefan Mross?
Stefan Mross, geboren am 26. November 1975 in Traunstein, ist Trompeter, Sänger und Fernsehmoderator – und damit einer der wenigen Volksmusik-Stars, die alle drei Rollen über Jahrzehnte parallel ausgefüllt haben. Entdeckt wurde er mit 13 Jahren von Karl Moik, der ihn in den „Musikantenstadl“ holte. Die Aufnahmeprüfung am Salzburger Mozarteum bestand Mross zwar, entschied sich dann aber gegen das Studium und für die Bühne.
Der Abschied von seiner Lebenssendung fiel ihm sichtlich schwer. Auf Instagram schrieb er nach der letzten Ausgabe:
„22 Jahre voller Begegnungen, Erlebnisse, Erfolge, Herausforderungen und gemeinsamer Erinnerungen. Heute Abschied zu nehmen, fällt mir nicht leicht.“
Stefan Mross auf Instagram nach der letzten Ausgabe von „Immer wieder sonntags“, September 2026
Steckbrief: Stefan Mross auf einen Blick
| Angabe | Details |
|---|---|
| Name | Stefan Mross |
| Geboren | 26. November 1975 in Traunstein (Oberbayern) |
| Beruf | Trompeter, Sänger, Fernsehmoderator |
| Bekannt durch | „Immer wieder sonntags“ (ARD/SWR, 2005–2026) |
| Durchbruch | Grand Prix der Volksmusik 1989 mit „Heimwehmelodie“ |
| Familienstand | dreimal geschieden, liiert mit Eva Luginger |
| Kinder | drei |
| Wohnort | Oberbayern |
Karriere-Anfänge: Ein Teenager mit Trompete
Die Karriere von Stefan Mross beginnt ungewöhnlich früh und ungewöhnlich laut. Mit 13 tritt er erstmals bei Karl Moik auf, mit 14 gewinnt er 1989 den Grand Prix der Volksmusik – und zwar für Österreich, mit dem Instrumentalstück „Heimwehmelodie“ von Wolfgang Lindner und Walter Schwanzer. 19 Punkte reichten für den Sieg, es war der erste Grand-Prix-Triumph Österreichs überhaupt. Karl Moik soll bei der Siegerehrung Tränen in den Augen gehabt haben.
Bemerkenswert daran ist vor allem eines: Mross gewann nicht mit einer Stimme, sondern mit einer Trompete. Das ist bis heute sein finanzielles Alleinstellungsmerkmal – ein Instrumentalist, der sich in einem Genre durchgesetzt hat, das von Sängerinnen und Sängern dominiert wird. Zwei weitere Male stand er auf dem Grand-Prix-Podest: 1994 als Zweiter und 1995 erneut als Zweiter, damals gemeinsam mit Stefanie Hertel.
Durchbruch: Die Hits, die bis heute Tantiemen bringen
Rund 25 Alben hat Mross zwischen 1989 und 2020 veröffentlicht – eine Mischung aus Trompeten-Instrumentalplatten, klassischer Volksmusik, Duett-Alben und später poppigeren Schlagerproduktionen. Diese Titel prägen seine Diskografie:
| Jahr | Titel | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1989 | Heimwehmelodie | Grand-Prix-Siegertitel, bis heute sein Markenzeichen |
| 1996 | Zauber der Trompete | Album, das ihn als Instrumentalisten etabliert |
| 1997 | So schön ist Volksmusik | Klassisches Volksmusik-Album seiner Hochphase |
| 2012 | Die Power einer Frau | Wende zum modernen, poppigen Schlager |
| 2013 | Meine beste Zeit | Soloalbum nach der Trennung von Stefanie Hertel |
| 2014 | 25 Jahre – Das große Jubiläumsalbum | Werkschau zum Bühnenjubiläum |
| 2020 | Stark wie zwei | Duett-Album mit Anna-Carina Woitschack |
Dazu kommen Einzeltitel wie „La Pastorella“, „Heilige Berge“ und „Servus, pfüa Gott und auf Wiedersehen“, die bis heute auf Kompilationen der Volksmusik-Szene auftauchen. Genau diese Zweitverwertung ist ein unterschätzter Faktor: Jede Sampler-Veröffentlichung bedeutet GEMA-Ausschüttungen, auch Jahrzehnte nach der Erstaufnahme.
Die aktuelle Karrierephase: Abschied, Wut – und ein schneller Neustart
Seit 2005 moderierte Mross „Immer wieder sonntags“ live aus dem Europa-Park in Rust. Am 6. September 2026 war Schluss. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler begründete das Aus mit dem Rückgang des linearen Fernsehens, sinkenden Quoten im Vergleich zum Vorjahrzehnt und dem Spardruck bei den Öffentlich-Rechtlichen: „Die Gesellschaft sagt zu Recht, immer höhere Beiträge, das geht nicht.“
Mross verließ die Abschiedsparty nach weniger als einer Stunde und wurde gegenüber dem SWR deutlich:
„Ich wurde auch vorgeführt! Es hieß überall, du hast mich rausgeschmissen. Ja, es war so!“
Stefan Mross auf der Abschiedsparty von „Immer wieder sonntags“, September 2026
Bratzler räumte daraufhin ein, die Entscheidung habe „eine Brutalität für jemanden, der so für dieses Format gelebt hat“. Beruflich ging es für Mross trotzdem in Rekordzeit weiter: Nur elf Tage nach der letzten ARD-Sendung war er am 17. September 2026 zu Gast in der „Stefan Raab Show“ bei RTL – ein bemerkenswerter Seitenwechsel zur Konkurrenz. Für 2027 stehen zudem die ersten 15 Termine seiner Tournee „Immer wieder Stefan“ fest; Veranstalter Lothar Böhler stellte bis zu 31 weitere Konzerte in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz in Aussicht.

Die Einkommensquellen von Stefan Mross
Anders als bei Kolleginnen und Kollegen, die ihr Geld überwiegend mit Tourneen verdienen, ruht das Einkommen von Stefan Mross auf mehreren, recht unterschiedlichen Säulen:
- TV-Moderation: „Immer wieder sonntags“ war über 22 Jahre die verlässlichste Einnahmequelle – plus Gastauftritte in Quiz- und Unterhaltungsshows.
- Live-Auftritte: Tourneen, Volksfeste, Schlagerfestivals und Firmenevents – das klassische Brot-und-Butter-Geschäft der Branche.
- Musikverkäufe und Tantiemen: rund 25 Alben plus laufende GEMA-Ausschüttungen aus Kompilationen und Radioeinsätzen.
- Werbung und Kooperationen: Markenauftritte und Social-Media-Aktivitäten.
- Immobilien und Kapitalanlagen: in mehreren Vermögensportalen als eigener Baustein geführt, allerdings ohne belastbare Zahlen.

Am konkretesten lässt sich die TV-Säule beziffern. Insidern zufolge soll Mross pro Ausgabe von „Immer wieder sonntags“ zwischen 10.000 und 20.000 Euro bekommen haben. Bei rund 15 Sendungen pro Sommersaison ergibt das eine Größenordnung von etwa 150.000 bis 300.000 Euro jährlich – allein aus der Show. Zum Vergleich: Für Andrea Kiewel und den „ZDF-Fernsehgarten“ kursierten für das Jahr 2009 rund 16.000 Euro pro Folge. Die Gagen der beiden Sonntagsmoderatoren liegen damit erstaunlich nah beieinander.
Die folgende Grafik ordnet ein, wie sich sein Einkommen nach Branchenschätzungen zusammensetzt:

Karriere-Stationen und ihre finanzielle Bedeutung
| Jahr | Meilenstein | Finanzielle Bedeutung |
|---|---|---|
| 1989 | Sieg beim Grand Prix der Volksmusik | Türöffner: Plattenvertrag und erste TV-Präsenz |
| 1995 | Zweiter Platz mit Stefanie Hertel | Start als Duo – doppelte Auftrittshonorare |
| 2005 | Übernahme von „Immer wieder sonntags“ | Planbares Jahreseinkommen im sechsstelligen Bereich |
| 2012 | Neuausrichtung Richtung Pop-Schlager | Zugang zu einem jüngeren Konzertpublikum |
| 2014 | smago! Award als „Entertainer des Jahres“ | Imagegewinn, bessere Verhandlungsposition |
| 2020 | Duett-Album „Stark wie zwei“ | Gemeinsame Tourneen mit Anna-Carina Woitschack |
| 2026 | Aus für „Immer wieder sonntags“ | Wegfall der wichtigsten festen Einnahmequelle |
| 2027 | Tournee „Immer wieder Stefan“ | Verlagerung des Einkommens auf das Live-Geschäft |
Privatleben: Drei Ehen, drei Kinder
Das Privatleben von Stefan Mross ist öffentlicher verlaufen als das der meisten Kollegen. Von 2006 bis 2012 war er mit Stefanie Hertel verheiratet, mit der er bereits seit den 1990er-Jahren auf der Bühne stand; Tochter Johanna kam 2001 zur Welt. Es folgten die Ehe mit Susanne Schmidt (2013–2016), aus der zwei weitere Kinder stammen, und von 2020 bis 2022 die im Fernsehen geschlossene Ehe mit Anna-Carina Woitschack. Seit März 2023 ist Mross mit der Musikerin Eva Luginger liiert.

Wirtschaftlich sind drei Scheidungen kein Nebenschauplatz: Unterhaltszahlungen und Vermögensauseinandersetzungen sind ein plausibler Grund dafür, dass die kursierenden Vermögensschätzungen deutlich unter denen vergleichbar bekannter Schlagerstars liegen. Belastbare Zahlen dazu gibt es allerdings nicht – Mross selbst hat sich zu seinen Finanzen nie im Detail geäußert.
Wie hoch ist das Vermögen von Stefan Mross?
Kommen wir zur eigentlichen Frage. Eine offiziell bestätigte Zahl existiert nicht – wie bei fast allen deutschen Unterhaltungskünstlern handelt es sich ausschließlich um Schätzungen von Vermögensportalen, die mit Branchenvergleichen und Hochrechnungen arbeiten. Die Spannbreite ist entsprechend groß:
| Quelle | Geschätztes Vermögen |
|---|---|
| themencity.de | 3 bis 6 Millionen Euro |
| vermoegencheck.de | rund 5,2 Millionen Euro |
| allevermoegen.de | 5 bis 6 Millionen Euro |
| promitimes.de | rund 6 Millionen Euro |
Branchenschätzungen bewegen sich in einem Korridor zwischen drei und sechs Millionen Euro – der am häufigsten genannte Wert liegt bei etwa fünf Millionen Euro.
Zusammenfassung der gängigen Vermögensportale, Stand September 2026
Einzuordnen ist das so: Fünf Millionen Euro klingen nach viel, sind für eine 37-jährige Karriere im Dauereinsatz aber ein solider Mittelwert und keine Ausnahmeerscheinung. Zum Vergleich werden für Helene Fischer, Andrea Berg und Florian Silbereisen regelmäßig zwei- bis dreistellige Millionenbeträge genannt – Größenordnungen, die Mross nie erreicht hat, weil ihm die großen Arena-Tourneen und internationalen Verwertungsrechte fehlen. Auch bei Nena und ihrem Vermögen zeigt sich, wie stark die Schätzungen je nach Karrieremodell auseinandergehen.
Wichtig bleibt der Vorbehalt: Keine dieser Zahlen ist offiziell bestätigt. Die Portale rechnen mit angenommenen Gagen, geschätzten Tonträgerverkäufen und pauschalen Immobilienwerten – belegte Kontostände stehen dahinter nicht.
Fazit: Ein Vermögen, das jetzt neu verdient werden muss
Stefan Mross hat über fast vier Jahrzehnte ein Vermögen aufgebaut, das im gehobenen Mittelfeld der deutschen Schlagerszene liegt – erarbeitet nicht mit einem einzelnen Mega-Erfolg, sondern mit bemerkenswerter Beständigkeit. Genau diese Beständigkeit hat mit dem Ende von „Immer wieder sonntags“ ihre Grundlage verloren.
Ob aus dem Korridor von drei bis sechs Millionen Euro künftig mehr oder weniger wird, entscheidet sich deshalb im Live-Geschäft. Die Tournee 2027 und der schnelle Wechsel vor eine RTL-Kamera zeigen zumindest, dass Mross nicht vorhat, sich zur Ruhe zu setzen. Aus Sicht der Branche spricht die Nachfrage nach seiner Tournee dafür, dass die Marke „Stefan Mross“ auch ohne ARD-Sendeplatz trägt.