Es sollte ein normaler Montagabend im WDR-Programm werden – doch dann brach die Live-Sendung „Hier und heute“ mitten im Beitrag ab. Auf den Bildschirmen erschien nur noch ein Hinweis, im Studio am Kölner Wallrafplatz war plötzlich niemand mehr. Moderatorin Miriam Lange erlebte einen Moment, den sie in ihrer langen TV-Karriere noch nicht kannte.
Feueralarm mitten in der Live-Sendung
Gegen 17:25 Uhr wurde am Montag, dem 24. August 2026, die laufende Ausgabe von „Hier und heute“ unterbrochen. Zuschauerinnen und Zuschauer sahen die Einblendung „Technische Störung: Gleich geht’s weiter“, anschließend schaltete der WDR auf Ersatzprogramm um – eine Folge von „Grenzenlos köstlich“. Im Laufband lief der Hinweis: „Sie sehen Ersatzprogramm wegen eines Feueralarms.“
Moderatorin Miriam Lange dokumentierte die Situation zeitgleich in ihren Instagram-Storys. Während im Gebäude die Sirenen liefen, wandte sie sich an ihre Follower.
„Wir haben einen Feueralarm. Wir müssen jetzt nach draußen. Mal gucken, was passiert.“
Miriam Lange in ihrer Instagram-Story während der Evakuierung
Kurz darauf folgte der Hinweis, dass die Sendung nicht wie geplant weitergehen könne: „Nicht wundern, es wird jetzt keiner mehr im Studio sein. Verrückt.“
Was den Alarm ausgelöst hat
Ausgelöst wurde der Alarm durch einen Brand am Gebäude „Rechtschule“, einem Teil des WDR-Komplexes rund um das Funkhaus am Wallrafplatz in der Kölner Altstadt. Nach Angaben des Senders war ein Dehnungsfugenbrand bei Dacharbeiten die Ursache: In den sehr engen Fugen zwischen zwei Gebäuden hatten Spanplatten Feuer gefangen. Über eine Lüftungsöffnung zog der Rauch ins Innere – daraufhin schlugen im gesamten Gebäude die Melder an, das Haus wurde evakuiert.

„Noch nie in mehr als 20 Jahren“
Später ordnete Miriam Lange den Abend in einem Instagram-Post ein. Es sei „der verrückteste Start in eine Sendewoche“ gewesen, schrieb die Moderatorin. Mitten in einem gerade anmoderierten Beitrag habe der Feueralarm im ganzen WDR-Gebäude losgegangen, dazu sei plötzlich ein „beißender Gestank“ wahrnehmbar gewesen.
„Noch nie in mehr als 20 Jahren musste ich aus einer laufenden Live-Sendung das Studio verlassen, ohne, dass ich den Zuschauern erklären konnte, was los ist.“
Miriam Lange auf Instagram
Genau dieser Punkt beschäftigte die Moderatorin sichtbar: Nicht der Alarm selbst, sondern das abrupte Ende ohne Erklärung für das Publikum. Sie nannte die Situation schlicht „schräg“.
Wie der WDR den Abend improvisierte
Das Nachrichtenprogramm ließ der Sender trotzdem nicht ausfallen – stattdessen zog das Team kurzerhand aus dem Funkhaus aus:
- 18:45 Uhr: Die „Aktuelle Stunde“ kam aus dem Lichthof der WDR-Arkaden, rund 100 Meter entfernt vom eigentlichen Studio.
- Moderation: Susanne Wieseler und Michael Dietz führten durch die Sendung – in Alltagskleidung statt im Studio-Outfit.
- 21:45 Uhr: Auch „WDR aktuell“ wurde von diesem improvisierten Standort aus gesendet.
Der Abend im Überblick
| Zeit | Was passierte |
|---|---|
| ca. 17:25 Uhr | Abbruch von „Hier und heute“, Einblendung „Technische Störung“ |
| danach | Ersatzprogramm „Grenzenlos köstlich“, Hinweis im Laufband |
| 18:45 Uhr | „Aktuelle Stunde“ aus dem Lichthof der WDR-Arkaden |
| 20:15 Uhr | Feuerwehr meldet: Feuer aus |
| 21:45 Uhr | „WDR aktuell“ ebenfalls vom Ersatzstandort |
Wie der Einsatz endete
Für die Feuerwehr war der Brand selbst schnell im Griff: Bereits um 20:15 Uhr galt das Feuer als gelöscht. Deutlich länger dauerte es, den Rauch aus dem Gebäude zu bekommen – erst danach war das Funkhaus wieder nutzbar. In der Nacht kontrollierten die Einsatzkräfte die Stelle noch einmal, am Dienstagmorgen war die Lage vollständig unter Kontrolle.
Für Miriam Lange bleibt vor allem eine Erkenntnis von diesem Montag: Selbst nach mehr als zwei Jahrzehnten im Live-Fernsehen kann eine Sendung enden, bevor man ein einziges erklärendes Wort sagen konnte.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI