Ein irritierender Augenblick in der Montags-Ausgabe von „Bares für Rares“: Moderator Horst Lichter starrt auf ein flimmerndes Objekt – und spürt dabei nach eigenen Worten ein Frösteln am Rücken. Noch ahnt er nicht, dass dieses rätselhafte Kunstwerk gleich die komplette Sendung auf den Kopf stellen wird.
Hypnotische Muster im Studio

Colmar Schulte-Goltz hält dem verdutzten Lichter ein schwarz-weißes Kunstwerk vors Gesicht, dreht daran und löst einen Moiré-Effekt aus, der die Linien scheinbar tanzen lässt. „Das kann einen kirre machen“, stöhnt der Moderator, während die Kamera den Effekt in Nahaufnahme einfängt.
Dabei bleibt es nicht: Der Experte lockt Lichter mit dem augenzwinkernden Satz „Jetzt möchte ich dich verwirren“ tiefer in den visuellen Sog – und genau diese Verwirrung führt zu der Frage, wem das Teil überhaupt gehört und was es wert ist. Wie es den Weg ins Studio fand, erfahren wir gleich.
Ein Verkäufer mit klarem Ziel

Vor die Objekt-Kulisse tritt Collin, 18 Jahre jung aus Kerpen, mit zittrigen Händen – sein Großvater hat ihm das Stück anvertraut. Der Auftrag: Verkaufen und den Erlös komplett in den Führerschein investieren.
Die Story klingt herzig, doch das Publikum spürt: Irgendetwas an diesem scheinbar verrückten Kunstwerk dürfte mehr wert sein, als Collin ahnt. Welche Identität das Objekt tatsächlich besitzt, decken wir im nächsten Schritt auf.
Der Name hinter dem Flimmern

Schulte-Goltz lüftet das Geheimnis: Es handelt sich um ein Multiple von Carlos Cruz-Diez, einem der ganz großen Op-Art-Künstler. Selbst Lichter muss schlucken, als er hört, dass solche Stücke in Sammlerkreisen begehrt sind.
Trotz Kratzern beziffert der Experte den Wert auf 800 bis 1.200 Euro – weit mehr, als Collin je zu träumen wagte. Doch ob die Händler das mitgehen, zeigt sich erst in der nächsten Runde.
Nervenprobe im Händlerraum

Kaum betritt das Objekt den Händlerraum, beginnt das gewohnte Geplänkel: „Seht ihr den Hasen?“ – „Nein, eher eine Blume!“ Die flirrenden Muster sorgen selbst bei den Profis für Gelächter.
Das erste Gebot liegt bei 300 Euro, doch ein spitzfindiges Duell treibt den Preis hoch. Die Händler liefern sich einen Schlagabtausch, der sogar Lichter hinter den Kulissen die Augen reiben lässt – und genau dieser Showdown spitzt sich gleich zu.
Ein Deal mit Extra-Bonus

Bei 600 Euro scheint Schluss zu sein, doch Händler Julian Schmitz-Avila legt noch einen drauf: Aus eigener Tasche schenkt er Collin zusätzlich 50 Euro, „weil’s für den Führerschein ist“. Das Publikum applaudiert, Lichter klopft anerkennend auf den Tresen.
Der junge Verkäufer geht mit einem Strahlen – und einem finanziellen Startschuss Richtung Unabhängigkeit auf vier Rädern. Doch was bedeutet der moderate Zuschlag für den wahren Marktwert? Die unerwartete Pointe folgt sofort.
Das letzte Wort der Op-Art

Erst nach dem Deal gesteht Schulte-Goltz hinter den Kulissen: Ein ähnliches Cruz-Diez-Multiple wurde vor wenigen Monaten für knapp 2.000 Euro versteigert. „Da hat jemand heute ein echtes Schnäppchen gemacht“, lacht er verschmitzt.
Damit kehrt der Kreis zur Anfangsfrage zurück: Ein Kunstwerk, das „einen kirre machen kann“, sorgt für Staunen, Lernstoff – und eine Lektion darüber, wie Kunstmarkt und Bauchgefühl nicht immer denselben Preis sehen. Und genau deshalb bleibt diese Folge noch lange Gesprächsthema unter Trödelfans.