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Sarah Engels über Botox-Vorwürfe: „Das macht mich traurig“

15.09.2026, 13:15 Uhr

Ein Münchner Beauty-Arzt hatte öffentlich gemutmaßt, bei Sarah Engels (33) sei „sehr stark Botox gespritzt“ worden. Lange äußerte sich die Sängerin dazu nicht. Jetzt hat sie erstmals ausführlich reagiert – und dabei über etwas gesprochen, das ihr nach eigenen Worten deutlich wichtiger ist als ihr eigenes Gesicht.

Was der Beauty-Arzt behauptet hat

Ausgangspunkt war ein Video, das Sarah Engels auf Instagram geteilt hatte. Unter dem Beitrag spekulierten Nutzerinnen und Nutzer über mögliche Schönheitsbehandlungen. Der Münchner Schönheitsmediziner Marc Geldmacher, der in den sozialen Netzwerken als „Aestheticdoc Marc“ auftritt, griff die Diskussion auf und bewertete das Erscheinungsbild der Sängerin öffentlich.

Seine Einschätzung: „Also entweder hat sie die Mimik verlernt oder es wurde sehr stark Botox gespritzt.“ Er sprach von einer „zubetonierten Stirn, bei der sich gar nichts mehr bewegt“. Belege legte er dafür nicht vor – es handelt sich um eine Ferneinschätzung anhand von Videomaterial. Sarah Engels selbst hat solche Behandlungen zu keinem Zeitpunkt bestätigt.

Ehemann Julian ging in die Offensive

Während die Sängerin schwieg, meldete sich ihr Ehemann zu Wort. Julian Engels – der frühere Profifußballer Julian Büscher, der bei der Hochzeit 2021 ihren Nachnamen angenommen hat – verteidigte sie in seinen Instagram-Storys deutlich. Seine Frau habe sehr wohl Falten, und eine Frau in ihrem Alter dürfe die auch haben.

„Absolut ekelhaft und traurig.“

Julian Engels über das Vorgehen des Beauty-Arztes, Instagram-Story

Er warf dem Mediziner vor, andere Menschen anzugreifen, um Reichweite zu erzeugen. Der Schlagabtausch setzte sich anschließend in privaten Nachrichten fort, die Geldmacher teilweise öffentlich machte. Sarah Engels selbst hielt sich damals heraus.

„Ärgert mich persönlich gar nicht mehr“

Gegenüber der „Abendzeitung“ hat die Kölnerin die Vorwürfe nun erstmals selbst eingeordnet. Ihr Ton ist dabei auffällig gelassen – nach fünfzehn Jahren im Rampenlicht, sagt sie, treffe sie derlei Kritik nicht mehr persönlich.

„Um ehrlich zu sein, ärgert mich das persönlich gar nicht mehr. Nach all den Jahren in der Öffentlichkeit habe ich gelernt, mit solchen Kommentaren umzugehen.“

Sarah Engels gegenüber der „Abendzeitung“

Sarah Engels als Talkgast im WDR-Fernsehen
Sarah Engels zu Gast in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“, 20.03.2026. Foto: IMAGO / Sven Simon (Henning Metze)

Ihre Sorge gilt den jungen Mädchen

Viel stärker beschäftigt sie, welche Wirkung solche Kommentare über Prominente auf das Publikum haben – besonders auf Mädchen und junge Frauen, die ohnehin permanent mit Bildern vermeintlich perfekter Gesichter konfrontiert sind.

„Was mich viel mehr beschäftigt, ist, was solche Aussagen mit Frauen und vor allem mit jungen Mädchen machen können. Ihnen wird ohnehin schon viel zu oft suggeriert, wie sie auszusehen haben oder welchem vermeintlichen Schönheitsideal sie entsprechen sollten.“

Sarah Engels gegenüber der „Abendzeitung“

„Das macht mich traurig“, sagt sie. Und stellt klar: „Denn ich möchte ganz klar vermitteln: Es gibt nicht das eine Schönheitsideal. Jeder Mensch ist anders und genau das ist doch etwas Schönes.“ Es ist ein Thema, das die Sängerin schon länger umtreibt – im Frühjahr hatte sie sich auf Schlagerplanet bereits offen zur Feminismus-Debatte geäußert.

Steckbrief: Sarah Engels

Angabe Detail
Geboren 15. Oktober 1992 in Köln
Durchbruch Platz 2 bei „DSDS“ (2011)
Familie verheiratet mit Julian Engels (seit 2021), Sohn Alessio (2015), Tochter Solea (2021)
Aktuelles Album „Strong Girls Club“ (2025)
ESC 2026 Platz 23 mit „Fire“, 12 Punkte, Wiener Stadthalle
Bühne Satine in „Moulin Rouge! Das Musical“, Köln (seit November 2025)
Stiftung „Starke Mädchen“ (gegründet 2025)

Ein Jahr auf den großen Bühnen

Dass Sarah Engels mit Gegenwind umzugehen weiß, hat sie zuletzt mehrfach gezeigt. Die vergangenen anderthalb Jahre waren die sichtbarsten ihrer Karriere:

  • 15. Februar 2025: Sieg bei „Schlag den Star“ gegen Evelyn Burdecki – 100.000 Euro Preisgeld.
  • 2025: Gründung ihrer Stiftung „Starke Mädchen“, finanziert mit genau diesem Gewinn.
  • November 2025: Rollendebüt als Satine in „Moulin Rouge! Das Musical“ in Köln.
  • 16. Mai 2026: ESC-Finale in der Wiener Stadthalle – Platz 23 mit zwölf Punkten für „Fire“.
Sarah Engels singt beim ESC-Finale 2026 auf der Bühne in Wien
Sarah Engels performt ihren Song „Fire“ beim ESC-Finale in der Wiener Stadthalle, 16.05.2026. Foto: IMAGO / Beautiful Sports (Froehlich)

Das ESC-Ergebnis nahm sie damals betont sportlich – wie sie ihre Reaktion auf die Niederlage in Wien formulierte, sei die Platzierung für sie „völlig irrelevant“ gewesen. Welche Spuren das ESC-Jahr wirtschaftlich hinterlassen hat, zeigt ein Blick auf ihr geschätztes Vermögen nach dem ESC.

Was hinter „Starke Mädchen“ steckt

Und damit ist man beim eigentlichen Punkt ihrer Antwort. Denn Sarah Engels kontert die Botox-Debatte nicht mit einem Dementi, sondern mit dem Projekt, in das sie ihr „Schlag den Star“-Preisgeld gesteckt hat.

„Mir ist wichtig, insbesondere Frauen und jungen Mädchen Mut zu machen, an sich selbst und den eigenen Wert zu glauben. Genau dafür habe ich auch meine Stiftung ‚Starke Mädchen‘ gegründet.“

Sarah Engels gegenüber der „Abendzeitung“

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Die Stiftung arbeitet nach eigener Darstellung an drei Schwerpunkten: Prävention und Selbstbewusstsein für Mädchen – unter anderem mit Selbstbehauptungskursen, Mentoring und Angeboten schon ab dem Kindergartenalter –, Unterstützung für Frauen in Krisensituationen in Zusammenarbeit mit Frauenhäusern sowie Aufklärungsarbeit an Schulen und Kitas. Ihr Leitsatz: „Prävention statt Schweigen, Selbstwert statt Angst.“

Bei der Gründung hatte Engels erklärt, sie kenne „die Angst, die Zweifel, das Gefühl, eingeschüchtert und allein zu sein“ – aus eigener Erfahrung. Genau darin liegt die Pointe ihrer späten Antwort an den Beauty-Arzt: Nicht die Frage, ob in ihrer Stirn Botox steckt, ist für sie das Thema. Sondern die Selbstverständlichkeit, mit der über weibliche Gesichter öffentlich Buch geführt wird – und was das mit denen macht, die zuschauen.

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