Der Eurovision Song Contest 2026 in Wien liegt kaum zwei Wochen zurück, doch Sarah Engels steht erneut im Mittelpunkt einer Debatte – diesmal abseits der Bühne.
Während ihres ESC-Auftritts hatte die Sängerin die deutschen Zuschauerinnen und Zuschauer hinter sich versammelt. Das Ergebnis war ernüchternd: Deutschland landete auf dem drittletzten Platz. Doch nicht das Abschneiden beim Wettbewerb sorgt seither für Gesprächsstoff, sondern eine Aussage, die Engels kurz danach in einem Podcast gemacht hatte.
Der Auslöser: Ein Satz, der Wellen schlug
Im ESC-Podcast „Merci, Chérie“ ließ Engels eine Aussage fallen, die schnell für Unmut sorgte. Auf die Frage nach Feminismus erklärte sie, sie sei keine Feministin – als Begründung nannte sie, dass sie „einen ganz, ganz tollen Mann“ habe. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.
Moderatorin Lola Weippert und Schlagersängerin Vanessa Mai griffen das Thema in ihrem gemeinsamen Podcast „Schön laut“ auf. Beide erklärten darin, dass Feminismus nicht bedeute, Männer zu hassen – sondern dass es dabei schlicht um den Wunsch nach Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann gehe.

Engels‘ Appell: Nicht beschämen – aufklären
Neben dem Podcast-Beitrag kam es in sozialen Netzwerken zu teils scharfer Kritik. Einige Kommentare bezeichneten die Aussage als naiv, andere warfen Engels vor, ein rückständiges Frauenbild zu transportieren. In einem Instagram-Video meldete sich die Sängerin daraufhin mit einer grundsätzlicheren Reflexion zu Wort.
Sie sprach darin über die widersprüchlichen Erwartungen, denen sich Frauen in der Gesellschaft täglich gegenübersehen, und nannte konkrete Beispiele:
- „Du sollst stark sein, aber wenn du Grenzen setzt, bist du nur arrogant.“
- „Du sollst älter werden, ohne dass man es sieht.“
- „Du sollst deine Gefühle zeigen – aber bitte nur das, was andere auch hören wollen.“
- „Du sollst unabhängig sein, aber nicht so unabhängig, dass man dich nicht mehr kontrollieren kann.“
Ihr Fazit: Das Problem liege nicht darin, „dass wir Frauen nie genug sind, sondern darin, dass von uns verlangt wird, alles gleichzeitig zu sein – solange bis viele von uns einfach Angst haben, sie selbst zu sein“. Ihr Appell an alle Frauen: „Hört auf, euch für andere kleiner zu machen.“
Die Wende: Was Sarah Engels jetzt über sich selbst sagt
In einer Instagram-Story meldete sich Engels schließlich mit einer persönlichen Einschätzung zu Wort. Der Podcast von Weippert und Mai habe ihr geholfen zu verstehen, warum ihre ursprünglichen Worte so viel Kritik ausgelöst hatten. Und sie richtete einen Appell an alle, die ähnlich wie sie mit dem Begriff Feminismus aufgewachsen seien:
„Und auch glaube ich ehrlich gesagt, dass es niemandem hilft, Menschen dafür sofort als dumm oder sonst was darzustellen, nur weil sie vielleicht bisher einen falschen Blick darauf hatten oder es nicht richtig verstanden haben.“
Sarah Engels via Instagram Story, Mai 2026
Viel wichtiger sei es, so Engels, „dass wir Frauen uns gegenseitig aufklären, zuhören und zusammenhalten.“ Ihr habe es „total“ geholfen, das Thema besser zu verstehen.
„Ich wurde bei dem Wort Feminismus einfach total falsch geprägt und offensichtlich zu wenig aufgeklärt. Obwohl ich eigentlich seit Jahren genau diese Werte lebe.“
Sarah Engels via Instagram Story, Mai 2026
Und ihre persönliche Schlussfolgerung? Engels fasste sie knapp zusammen: „Ich habe inzwischen erkannt, dass ich offensichtlich eine Feministin bin.“