Jahrelang war es still um Ottfried Fischer geworden. Nach seiner Parkinson-Diagnose zog sich der Kabarettist weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Jetzt kehrt der 72-Jährige für einen ganz besonderen Anlass noch einmal vor die Fernsehkameras zurück.
Ottfried Fischer kehrt für „schlachthof“-Jubiläum zurück
Der Bayerische Rundfunk feiert im Herbst ein besonderes Jubiläum: Die Kabarett-Sendung „schlachthof“ wird 30 Jahre alt. Zur großen Jubiläumsausgabe am Donnerstag, den 17. September, versammeln die aktuellen Gastgeber Michael Altinger und Christian Springer die bayerische Kabarettszene im traditionsreichen Münchner Wirtshaus am Schlachthof. Mit dabei: Ottfried Fischer, der die Sendung im Dezember 1995 mit einer Testfolge zum Thema „Fleisch essen und andere Perversionen“ aus der Taufe hob. Im März 1996 ging „Ottis Schlachthof“ in Serie und wurde schnell zum Publikumserfolg.
Diese Rolle übernimmt er beim Comeback
Mehr als 16 Jahre lang prägte Fischer die Sendung, bevor er sie 2012 abgab. Zur Jubiläumsausgabe kehrt er nun als Ehrengast zurück. Eine BR-Sprecherin erklärte gegenüber der „Abendzeitung“, welchen Part der Kabarettist übernimmt:
„Ottfried Fischer ist als Ehrengast mit dabei und sitzt an einem Stammtisch im Publikum, gemeinsam mit anderen prominenten Kolleginnen und Kollegen. Der detaillierte Ablauf der Sendung, auch wann welche Interviews geführt werden, steht noch nicht fest.“
BR-Sprecherin gegenüber der Abendzeitung München
Der klassische Stammtisch aus der Ursprungssendung ist im heutigen „schlachthof“ einem Bar-Tresen gewichen. Für die Jubiläumsausgabe wird es aber noch einmal eine Art „Neben-Stammtisch“ im Publikum geben, an dem Fischer gemeinsam mit einem Teil der Gäste Platz nimmt.
Wer noch beim Jubiläum dabei ist
Laut BR haben für die Jubiläumsausgabe bereits mehrere bekannte Gesichter der bayerischen Kabarettszene zugesagt:
- Luise Kinseher
- Günter Grünwald
- Alfred Dorfer
- Constanze Lindner
- Maxi Schafroth
- Berni Wagner
Martin Frank unterstützt den Abend als „Archivar“, Teresa Reichl mischt sich als „Zwischenruferin“ ein. Aus Quotensicht ist der „schlachthof“ auch nach 30 Jahren noch immer ein Erfolg für das BR Fernsehen: Nach Senderangaben schalten regelmäßig bis zu 500.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ein.

Der Grund für seinen Rückzug: die Parkinson-Erkrankung
Dass Fischer die Sendung 2012 abgab, hatte einen ernsten Grund: seine Parkinson-Erkrankung, die er bereits 2008 öffentlich gemacht hatte. Auch seine Erfolgsserien „Der Bulle von Tölz“ und „Pfarrer Braun“ liefen in den Jahren danach nach und nach aus. 2014 versuchte Fischer mit „Ottis Aquarium“ beim Pay-TV-Sender Heimatkanal noch einmal ein TV-Comeback, das Format endete jedoch nach drei Staffeln. Seine letzte Filmrolle spielte er 2019 – danach wurde es zunehmend still um ihn.
Öffentliche Auftritte sind seither die Ausnahme. Im August 2025 zeigte sich Fischer bei der Premiere von „Das Kanu des Manitu“, im November bei der Verleihung des „Sigi-Sommer-Talers“ an Wolfgang Krebs. Im vergangenen März sorgte er zudem mit einem drastischen Gewichtsverlust von 80 Kilogramm für Schlagzeilen. Inzwischen ist der Kabarettist dauerhaft auf Pflege angewiesen – diese übernimmt seine Frau Simone, mit der er seit rund 20 Jahren zusammen und seit sechs Jahren verheiratet ist. Gemeinsam leben sie zurückgezogen in Gauting bei München.

Steckbrief: Ottfried Fischer
| Kategorie | Angabe |
|---|---|
| Geboren | 7. November 1953 in Ornatsöd, Bayerischer Wald |
| Beruf | Kabarettist, Schauspieler, Synchronsprecher |
| Bekannt für | „Ottis Schlachthof“, „Der Bulle von Tölz“, „Pfarrer Braun“ |
| „Schlachthof“-Ära | 1995 bis 2012 (Gründer und Moderator) |
| Erkrankung | Parkinson, öffentlich bekannt seit 2008 |
| Ehefrau | Simone Fischer (verheiratet seit 2020) |
| Wohnort | Gauting bei München |
| TV-Comeback | 17. September 2026, „schlachthof“-Jubiläum im BR Fernsehen |
Am 17. September wird Ottfried Fischer nach Jahren der Zurückhaltung also noch einmal für einen Abend im BR Fernsehen zu sehen sein – nicht als Moderator, sondern als Ehrengast am „Neben-Stammtisch“ bei der Sendung, die er selbst einst erfunden hat.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI