Er ist einer der markantesten Schauspieler im deutschsprachigen Raum: Burgtheater-Star, „Jedermann“ in Salzburg, Kult-Figur in „Braunschlag“ und „Der Pass“, Gast in mehreren „Tatort“-Folgen. Jetzt hat Nicholas Ofczarek (55) etwas öffentlich gemacht, das er fast drei Jahrzehnte lang für sich behalten hat.
Im Interview mit dem österreichischen Magazin „Fleisch“ spricht der Wiener erstmals offen über seine Gesundheit – und über eine Diagnose, die er bereits mit 27 Jahren bekam. Mehrere Medien, darunter ORF, oe24 und t-online, griffen das Gespräch am 20. und 21. Oktober 2026 auf.
„Manchmal ist es schon ein Problem“
Lange konnte Ofczarek die Erkrankung vor der Öffentlichkeit verbergen. Inzwischen wirkt sie sich aber deutlich auf seinen Beruf aus. Gerade der Weg auf die Bühne – für einen Theaterschauspieler Alltag – ist nicht mehr selbstverständlich:
„Manchmal ist es schon ein Problem, überhaupt über die Stiegen auf die Bühne zu kommen.“
Nicholas Ofczarek im Interview mit dem Magazin „Fleisch“
Wie stark die Beschwerden sind, hängt laut t-online von mehreren Faktoren ab – vom Wetter, von Stress und von seiner Tagesform.
Vom Körper- zum Sprach-Schauspieler
Früher, so erzählt Ofczarek, sei er ein körperbetonter Schauspieler gewesen. Die Krankheit habe sein Spiel verändert: „Die Umstände haben mich zu einem sprachbetonteren Schauspieler gemacht.“
Halt gibt ihm dabei seine Familie. Ofczarek ist seit 1997 mit der Schauspielerin Tamara Metelka verheiratet, die beiden haben eine gemeinsame Tochter. Wenn er an sich zweifelt, stärkt ihn seine Frau – laut t-online mit den Worten: „Du bist so viel mehr als dein Gang, wenn du auf die Bühne gehst.“
Diagnose mit 27 – kurz nach der Geburt der Tochter
Den Befund erhielt Ofczarek bereits mit 27 Jahren, nach Angaben von t-online kurz nach der Geburt seiner Tochter. Die Worte seiner Ärztin sind ihm bis heute im Gedächtnis geblieben. t-online zitiert ihn mit dem Satz: „Das Erste, was meine Ärztin damals gesagt hat, war: Du weißt schon, das ist unheilbar.“
Aufgegeben hat er sich trotzdem nie. Statt die Krankheit zu verdrängen, versucht er nach eigener Aussage gegenzusteuern:
- Ernährung: bewusster essen
- Training: regelmäßig in Bewegung bleiben
- Lebensstil: insgesamt achtsamer mit sich umgehen
- Beruf: mehr über Sprache und Stimme spielen statt über Körperlichkeit
Energie und Freude an seiner Arbeit habe er nach wie vor, betont der 55-Jährige.
Nicholas Ofczarek im Steckbrief
| Fakt | Info |
|---|---|
| Geboren | 30. Mai 1971 in Wien |
| Beruf | Schauspieler, Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters |
| Ehefrau | Tamara Metelka (Schauspielerin), verheiratet seit 1997 |
| Kinder | eine Tochter |
| „Jedermann“ in Salzburg | 2010 bis 2012 |
| Bekannte TV-Rollen | „Braunschlag“, „Der Pass“, „Tatort“, „SOKO Kitzbühel“ |
| Bekannte Kinofilme | „Falco – Verdammt, wir leben noch!“, „Der Räuber Hotzenplotz“ |
| Auszeichnungen (Auswahl) | Nestroy-Theaterpreis, Romy, Titel Kammerschauspieler (2017) |
Was ist Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie verläuft bei jedem Menschen anders – manche Betroffene leben über Jahre kaum eingeschränkt, bei anderen kommt es zu Problemen etwa beim Gehen, beim Sehen oder mit der Kraft. Heilbar ist die Krankheit bislang nicht, ihr Verlauf lässt sich aber mit Therapien beeinflussen.
Mit seiner Offenheit reiht sich Ofczarek in eine Reihe Prominenter ein, die über ihre MS sprechen – etwa Moderatorin Anna Kraft oder Hollywood-Star Christina Applegate.
Warum er gerade jetzt spricht
Bleibt die Frage, warum Ofczarek nach fast drei Jahrzehnten an die Öffentlichkeit geht. Die Antwort gibt er selbst – und sie richtet sich vor allem an junge Menschen:
„Ich hoffe, dass das für einige junge Menschen, die die Diagnose MS erhalten, eine Perspektive eröffnet. Dass man nämlich trotz und mit dieser Erkrankung seine Ziele verfolgen und erreichen kann.“
Nicholas Ofczarek im Magazin „Fleisch“
Für ihn selbst bedeutet die Diagnose, wie er sagt, „nicht das Ende des Lebens, sondern ein Aufruf zur Veränderung“. Ein Satz, der vielen Betroffenen Mut machen dürfte.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI