Vom YouTube-Zimmer in Offenburg bis auf die großen Bühnen Deutschlands: Mike Singers Karriere liest sich wie das Musterbeispiel einer perfekten Popstar-Geschichte. Dabei stand ganz am Anfang ein Rückschlag, der beinahe alles beendet hätte, bevor es richtig losging.
Kindheit in Offenburg: Musik als Lebensmittelpunkt
Mike Singer wurde am 20. Januar 2000 in Kehl geboren und wuchs als Sohn russlanddeutscher Eltern aus Kasachstan im badischen Offenburg auf. Schon mit zwölf Jahren konzentrierte er sich fast ausschließlich auf die Musik: Autodidaktisch brachte er sich das Songwriting selbst bei, komponierte eigene Stücke und produzierte sie zu Hause. Ab 2012 stellte er neben Coverversionen internationaler Hits – etwa „Impossible“ von James Arthur – auch eigene Songs ins Netz und baute sich so Schritt für Schritt eine erste Fangemeinde auf.
Der Rückschlag, der seine Karriere prägte
2013 wagte der damals 13-Jährige den nächsten Schritt und trat bei der Castingshow „The Voice Kids“ an. Er schaffte es zwar in das Team von Lena Meyer-Landrut, wurde aber bereits in der folgenden Battle Round wieder aus der Sendung gewählt. Für viele Nachwuchstalente wäre das ein Karriereende gewesen – bei Mike Singer war es der eigentliche Anfang: Ohne Plattenvertrag, aber mit wachsendem Zuspruch im Netz, veröffentlichte er 2014 zunächst das größtenteils englischsprachige Album „Only You“ und nahm 2015 in Eigenregie die EP „Nur mit Dir“ auf, mit der er erste Liveauftritte absolvierte. Der Achtungserfolg zahlte sich aus: Bereits 2018 zählte er mehr als 1,4 Millionen Fans auf Instagram, dazu Hunderttausende auf YouTube und Facebook.

Durchbruch: Vier Nummer-eins-Alben in Folge
Im Februar 2017 unterschrieb Mike Singer schließlich bei der Warner Music Group. Nur wenige Tage später erschien mit „Karma“ sein deutschsprachiges Debütalbum – und stürmte direkt auf Platz 1 der deutschen Album-Charts. Es folgte im Januar 2018 „Deja Vu“, das ebenfalls die Chartspitze erreichte. Im selben Monat präsentierte er den Titelsong im Rahmen von „Unser Lied für Lissabon“ und saß anschließend als Jurymitglied neben Max Giesinger und Mary Roos bei der deutschen ESC-Vorentscheidung. Sein Duett „Netflix & Chill“ mit Rapper Kay One schaffte es 2018 zudem auf Platz 11 der Single-Charts, im November desselben Jahres gewann er den MTV Europe Music Award als „Best German Act“. 2019 legte er mit „Trip“ nach – erneut Platz 1.
| Album | Veröffentlichung | Chartplatz (DE) |
|---|---|---|
| Karma | 24.02.2017 | 1 |
| Deja Vu | 19.01.2018 | 1 |
| Trip | 12.04.2019 | 1 |
| Paranoid!? | 20.11.2020 | 9 |
| Emotions | 14.04.2022 | 1 |
Vom Popstar zum TV-Allrounder
Parallel zur Musik eroberte Mike Singer auch den Bildschirm. Nach dem vierten Album „Paranoid!?“, das 2020 „nur“ Platz 9 erreichte, verlagerte er seinen Fokus zunehmend auf TV-Formate:
- 2020: Als maskierter „Wuschel“ bei „The Masked Singer“ – Platz 2 von zehn Teilnehmern.
- 2021: Jurymitglied bei „Deutschland sucht den Superstar“ (Staffel 18) neben Dieter Bohlen, Michael Wendler, Maite Kelly und später Thomas Gottschalk.
- 2022: Teilnahme an „Let’s Dance“ (Staffel 15) an der Seite von Christina Luft, Ausscheiden als Siebtplatzierter.

„Ich bin Musiker und kein Typ, bei dem irgendwann mal nur ein Song funktioniert hat.“
Mike Singer, offizielle Biografie auf mikesinger.de
Mike Singer heute: neue Wege abseits der Bühne
Im April 2022 wechselte Mike Singer zum Universal-Music-Label Better Now Records und veröffentlichte mit „Emotions“ sein viertes Nummer-eins-Album – ein Beleg dafür, dass er auch mehr als zehn Jahre nach seinen ersten YouTube-Videos musikalisch den Ton angibt. 2023 lieh er im Kinofilm „Miraculous: Ladybug & Cat Noir“ der Figur Cat Noir seine Stimme. Mit der Single „All Time“ und der Neuinterpretation von Survivors Welthit „Eye of the Tiger“ unter dem Titel „Gib niemals auf“ blieb er auch 2024 präsent, ergänzt durch frühere Kollaborationen etwa mit Vanessa Mai und Kay One.
Steckbrief: Mike Singer im Überblick
| Kategorie | Angabe |
|---|---|
| Name | Mike Singer |
| Geburtsdatum | 20. Januar 2000 |
| Geburtsort | Kehl, Baden-Württemberg |
| Aufgewachsen in | Offenburg |
| Beruf | Sänger, Songwriter |
| Genre | Pop |
| Aktiv seit | 2012 |
| Label | Warner Music (2017–2021), seit 2022 Better Now Records / Universal Music |
| Bekannt durch | „The Voice Kids“ (2013), Nummer-eins-Alben „Karma“, „Deja Vu“, „Trip“, „Emotions“ |
Vom gescheiterten Castingkandidaten zum vierfachen Nummer-eins-Interpreten: Mike Singers Geschichte zeigt, dass ein früher Rückschlag nicht das Ende, sondern oft erst der Anfang einer großen Karriere sein kann.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI