Bei ihrem umjubelten Heimspiel in der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena haben Die Toten Hosen vor 44.500 Fans nicht nur ihre größten Hits gespielt. Mittendrin wurde es plötzlich still in der Arena – Campino erinnerte an einen der schwersten Momente der Bandgeschichte.
44.500 Fans feiern das erste Heimspiel-Konzert
Wie schon seit Jahrzehnten üblich, eröffneten „Blitzkrieg Bop“ von den Ramones und „You’ll Never Walk Alone“ den Abend, bevor Die Toten Hosen die Bühne betraten. Am Freitag spielte die Düsseldorfer Punkrock-Band das erste von zwei ausverkauften Open-Air-Konzerten in ihrer Heimatstadt. Am Samstag folgte das zweite Heimspiel – zusammen kamen an beiden Abenden rund 90.000 Menschen in die Arena am Rhein.
„Es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem wir jetzt lieber wären.“
Campino zu den 44.500 Fans in der Merkur Spiel-Arena
Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller würdigte die Bedeutung der Konzerte für seine Stadt: Die Toten Hosen hätten das Wochenende „übernommen“. Sänger Campino, der wenige Tage zuvor seinen 64. Geburtstag gefeiert hatte, bedankte sich mehrfach bei seinen Fans für deren Treue.
Ein langer Weg seit 1982
Für die Band war der Auftritt in der Heimat auch ein Blick zurück auf 44 Jahre Bandgeschichte. Rund 100 Konzerte haben Die Toten Hosen seit ihrer Gründung bereits in Düsseldorf gespielt – das allererste einst unter einer Rheinbrücke, weil Veranstalter damals um ihre Hallen fürchteten. Nicht ganz unbegründet, wie ein früherer Auftritt an der Universität zeigte, bei dem einiges zu Bruch ging.
Über den aktuellen Konzerten liegt zugleich ein Hauch von Abschied: Die laufende Tour trägt den Titel „Trink aus! Wir müssen gehen“ und führte die Band nun erstmals nach Nordrhein-Westfalen. Im kommenden Jahr soll sie an gleicher Stelle enden.
Das spielten Die Toten Hosen in Düsseldorf
- Pushed again
- Auswärtsspiel
- Wünsch dir was
- Hier kommt Alex
- Wir waren nie weg (vom aktuellen Album)
- Meine Familie (Zugabe im Duett mit Sammy Amara von den Broilers)
Zweieinhalb Stunden lang spielte die Band ihr Best-of-Programm gemischt mit neuen Songs. Bei den Zugaben kam mit Sammy Amara, Sänger der befreundeten Düsseldorfer Band Broilers, noch ein besonderer Gast auf die Bühne.
Der dunkelste Tag der Bandgeschichte
Zwischen all der Feierlaune gab es an diesem Abend auch einen sehr ernsten Moment. Die Toten Hosen erinnerten an das, was viele als den dunkelsten Tag ihrer Geschichte bezeichnen: Vor 29 Jahren kam bei einem Konzert im längst abgerissenen alten Rheinstadion – am selben Ort – die erst 16-jährige Rieke im Gedränge vor der Bühne ums Leben. Die Band stand damals vor einer existenziellen Krise und zog sich für anderthalb Jahre von Konzerten in der Region zurück.
„Heute ist ihre Schwester hier.“
Campino erinnert bei seinem Heimspiel an die 16-jährige Rieke
Mit diesen wenigen Worten machte Campino deutlich, dass die Tragödie von damals bis heute Teil der Bandgeschichte bleibt – auch an einem Abend, der eigentlich ganz im Zeichen des Feierns stand.
| Fakt | Info |
|---|---|
| Ort | Merkur Spiel-Arena, Düsseldorf |
| Termine | Freitag & Samstag (Heimspiel-Wochenende) |
| Zuschauer | 44.500 (Freitag), rund 90.000 an beiden Abenden |
| Tour-Motto | „Trink aus! Wir müssen gehen“ |
| Bandgeschichte in Düsseldorf | seit 1982, rund 100 Konzerte |
| Geplantes Tour-Ende | Juli 2027, erneut in der Arena in Düsseldorf |
Im Juli 2027 wollen Die Toten Hosen noch einmal in die Arena zurückkehren – für das, was zumindest als Abschluss dieser Tour geplant ist. Ob es auch der endgültige Schlussakkord der Band nach dann 45 Jahren wird, ließen Campino und seine Mitmusiker in Düsseldorf offen.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI