Der österreichische Schauspieler Johannes Krisch ist tot. Er starb im Alter von 59 Jahren nach langer Krankheit in einem Wiener Spital – die Theaterwelt trauert um einen der prägendsten Charakterdarsteller des Landes.
Wie das Theater in der Josefstadt gegenüber der Austria Presse Agentur (APA) bestätigte, starb Johannes Krisch am Montagfrüh, den 27. Juli 2026, in einem Wiener Krankenhaus. Auch seine Managerin Daniela Fruhmann bestätigte den Tod auf Nachfrage von t-online, nannte jedoch keine Details zur Todesursache. Krisch litt laut mehreren Medienberichten schon länger unter schweren gesundheitlichen Problemen.
Bühnenunfall und Rückzug aus der Intendanz
Bereits 2012 erlitt Krisch bei einer Premiere in Berlin einen schweren Bühnenunfall: Weil eine Treppe fehlte, stürzte er knapp zwei Meter in die Tiefe und zog sich dabei eine Wirbelverletzung sowie einen Riss im Zwerchfell zu. 2023 musste er sowohl seine Hauptrolle in Peter Turrinis Uraufführung „Es muss geschieden sein“ als auch seine Intendanz bei den Raimundspielen Gutenstein aus gesundheitlichen Gründen zurücklegen.
Vom Burgtheater bis zum „Tatort“
Der am 8. Dezember 1966 in Wien geborene Krisch war jahrelang festes Ensemblemitglied am Burgtheater sowie am Theater in der Josefstadt. Mit seinem markanten Gesicht und seiner Wandlungsfähigkeit als Charakterdarsteller wurde er zu einer der prägendsten Figuren der österreichischen Theater- und Filmszene.
Auch im Film feierte Krisch große Erfolge: In Götz Spielmanns oscarnominiertem Drama „Revanche“ brillierte er ebenso wie in Adrian Goigingers „Märzengrund“ und Elisabeth Scharangs Literaturverfilmung „Wald“. International war er unter anderem im Golden-Globe-prämierten Film „Aus dem Nichts“ an der Seite von Hollywoodstar Diane Kruger zu sehen. Im Fernsehen kennt man ihn aus David Schalkos Erfolgsserie „Braunschlag“ sowie aus mehreren Folgen von „Tatort“ und „SOKO Donau“.
Auszeichnungen und unvergessene Rollen
Für seine Verkörperung des Mörders Jack Unterweger in Elisabeth Scharangs „Jack“ wurde Krisch 2016 beim Österreichischen Filmpreis als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. 2017 würdigte ihn die Diagonale mit dem Großen Schauspielpreis, im selben Jahr erhielt er zudem den Berufstitel Kammerschauspieler.

Unvergessen bleibt zudem seine Rolle als Karl Bockerer in „Der Bockerer“ am Theater in der Josefstadt – eine Figur, die laut Wegbegleitern untrennbar mit seinem Namen verbunden bleibt.
| Steckbrief | Angaben |
|---|---|
| Name | Johannes Krisch |
| Geboren | 8. Dezember 1966 in Wien |
| Gestorben | 27. Juli 2026 in Wien (59 Jahre) |
| Beruf | Schauspieler (Theater, Film, TV) |
| Bekannt aus | „Tatort“, „SOKO Donau“, „Braunschlag“, „Revanche“ |
| Auszeichnungen | Österreichischer Filmpreis (2016), Diagonale-Schauspielpreis (2017), Kammerschauspieler (2017) |
Trauer in der Theaterwelt
Herbert Föttinger, langjähriger Direktor des Theaters in der Josefstadt, würdigte Krisch gegenüber der APA als einen der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation:
„Johannes Krisch besaß die seltene Gabe, Figuren nicht zu spielen, sondern sie im Augenblick zu erleben – und das Publikum daran teilhaben zu lassen. Seine Rollen waren nie bloße Darstellung, sondern gelebtes Leben.“
Herbert Föttinger, Direktor Theater in der Josefstadt
Weiter sagte Föttinger: „Unvergessen bleibt seine Verkörperung des Karl Bockerer. Mit dieser Rolle hat Johannes Krisch eine Figur geschaffen, die untrennbar mit seinem Namen verbunden bleiben wird.“ Die Zusammenarbeit mit Krisch sei für ihn „ein großes Geschenk“ gewesen.
Die wichtigsten Stationen seiner Karriere im Überblick
- Theater: Langjähriges Ensemblemitglied am Burgtheater und Theater in der Josefstadt, u. a. in der Rolle des Karl Bockerer
- Film: „Revanche“ (2008, oscarnominiert), „Jack“ (2015), „Märzengrund“ (2016), „Wald“ (2019)
- International: „Aus dem Nichts“ (2017, Golden Globe) an der Seite von Diane Kruger
- TV: „Braunschlag“, „Tatort“, „SOKO Donau“
- Auszeichnungen: Österreichischer Filmpreis 2016, Großer Schauspielpreis der Diagonale 2017, Kammerschauspieler-Titel 2017
Johannes Krisch hinterlässt eine große Lücke in der österreichischen Theater- und Filmwelt. Er wurde 59 Jahre alt.
Von: Julian Weber bearbeitet mit KI